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Filmseminar des ZAK

Ergänzend zum Filmprogramm bittet das ZAK im Begleitstudium ab 2.5.2017 folgendes Seminar an:

Goodbye, American Dream: Eine kurze Geschichte des Western-Filmgenres, von Ford bis Tarantino

Filmseminar der AWWK

Ergänzend zum Filmprogramm bietet die Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Karlsruhe (AWWK) ab 23.06.2017 folgendes Weiterbildungs-Filmseminar an:

Westernfilme im Genrewandel, vom klassischen Hollywood zur Postmoderne

Traumfabrik #13

Programm (PDF ca. 1 MB)

Uni im Kino

Seit Juni 2014 stellt das Karlsruher Filmtheater Schauburg einen Raum für KIT-Seminare des ZAK und der AWWK bereit.
Weitere Informationen

Traumfabrik Schauburg

Filmreihe: Traumfabrik

Traumfabrik #13, WESTERN: Der Wilde Westen und wir – Goodbye, American Dream

Jeder kennt die Namen wie Buffallo Bill oder Jesse James, denn bis heute hat der Mythos um die Revolverhelden nichts von seinem Zauber verloren. Bereits im 19. Jahrhundert inszenierten Novellen den westlichen Cowboy als einfachen, aber freiheitsliebenden, fleißigen und heldenhaften Mann, der durch seinen Mut und seine Rechtschaffenheit genügend Tugenden verkörperte, um zum Mythos der Vereinigten Staaten aufzusteigen. So lieferten die konstruierten Legenden berühmter Cowboys den perfekten Stoff für die US-amerikanische Filmindustrie. Dabei wird deutlich, dass die Hochphase des Western-Films mit dem Aufkommen des American Dreams zusammenfällt. Auch in den moderneren Filmen ist das Thema des Cowboys noch nicht ausgeschöpft. Allerdings lässt sich hierbei zunehmend eine Verlagerung des Schwerpunkts feststellen, indem eine Dekonstruktion der mittlerweile gängigen Stereotype stattfindet. Inwiefern dies geschieht, welche Typen uns im Western begegnen und wie der American Dream mit der Geschichte des Films zusammenfällt, bilden Anhaltspunkte, die in der 13. Auflage der Traumfabrik zur Debatte stehen.

Die Filme werden ab dem 30. April 2017, jeweils sonntags um 15 Uhr im Karlsruher Kino Schauburg vorgeführt. Vor jedem Film gibt es eine Einführung und anschließend ein Kinogespräch, das Wolfgang Petroll, Lehrbeauftragter für Film und Medienästhetik am ZAK, moderiert. Ergänzend zur Reihe bieten das ZAK und die AWWK Filmseminare an, sowie ein Filmexploratorium am Akademischen Filmkreis Karlsruhe (AFK) e.V.

 

 

DIE FILME

Änderungen des Programms sind nicht beabsichtigt, müssen wir uns jedoch vorbehalten.
Filmdauer = ungefähre Angabe, die genaue Dauer des Films hängt von der Fassung ab und kann abweichen.

So 30. April. - 15 Uhr

Der Klassiker, zur Eröffnung

John Ford: Stagecoach / Ringo (1939), 97 Min. 35mm - deutsch
Mit John Wayne, Claire Trevor, Thomas Mitchell, John Carradine, Yakima Canutt.
Zum ersten Mal mit John Wayne, zum ersten Mal im Monument Valley – John Fords klassischer Western gewann zwei Oscars von 7 Nominierungen (gegen „Vom Winde verweht“). Dabei sparte das Drehbuch nicht mit Kritik: Die Reisenden in der Postkutsche repräsentieren einen Mikrokosmos der amerikanischen Gesellschaft, der Sheriff verfolgt den falschen Mann, der Bankier brennt mit dem Geld seiner Kunden durch (während er lautstark verkündet: „Was gut für die Banken ist, ist gut fürs Land“). Tarantino diente der Film als eines der Vorbilder seiner „Hateful Eight“.

   

So 7. Mai - 15 Uhr

Der Western als Komödie

J.W. Horne: Laurel & Hardy Way Out West / Zwei ritten nach Texas (1937), 65 Min. DCP - deutsch
Mit Stan Laurel, Oliver Hardy, Sharon Lynn, James Finlayson, The Avalon Boys.
Der erklärte Lieblingsfilm von Stan und Ollie, mit ihrer hinreißenden Tanznummer – bis heute eine der gelungensten und liebevollsten Parodien auf das Western-Genre: ein habgieriger Saloon-Besitzer, eine hilflose Erbin, singende Cowboys, Stan und Ollie im Kampf mit dem anderen Geschlecht, einer biederen Sheriffs-Gattin und einer trügerischen Saloon-Sirene.

   

So 14. Mai. - 15 Uhr

Aus der Sicht des Emigranten

Fritz Lang: The Return of Frank James / Rache für Jesse James (1940), 92 Min. DCP - OmU
Mit Henry Fonda, Gene Tierney, John Carradine. Technicolor
„Der Western ist nicht nur die Geschichte dieses Landes, er ist, was für den Europäer das Nibelungenlied ist“, meinte Fritz Lang. Auch in diesem Film geht es um Rache und Gerechtigkeit. In seinem ersten Western (zugleich sein erster Farbfilm) porträtierte der Emigrant aus Nazi-Deutschland den legendären Outlaw aus dem Wilden Westen – ein großer Publikumserfolg. Godard bewunderte die präzise Inszenierung.

   

So 21. Mai - 15 Uhr

American Way & Hawksian Woman

Howard Hawks: Rio Bravo (1959), 136 Min. 35mm - deutsch
Mit John Wayne, Dean Martin, Ricky Nelson, Angie Dickinson, Walter Brennan, Ward Bond; Musik: Dimitri Tiomkin. Technicolor
John Wayne als Sheriff trotzt ganz professionell, ohne die Hilfe Außenstehender anzunehmen, allen Gefahren: ein selbstherrlicher Rancher, der seinen Bruder aus dem Gefängnis befreien will, ein Deputy, der seinen Liebeskummer im Alkohol ertränkt, eine Wagenladung voll Dynamit. Aber was hilft ihm angesichts einer hübschen, selbstsicheren Frau? - Regisseur Hawks entwarf hier ein ironisches Gegenstück zu „High Noon“.

   

So 28. Mai - 15 Uhr

Zum Technicolor-Festival der Schauburg – Western extra bunt

Henry Hathaway: Die vier Söhne der Katie Elder (1965), 122 Min. 35mm - deutsch
Mit John Wayne, Dean Martin, George Kennedy, Dennis Hopper; Musik: Elmer Bernstein.  
Im Kampf gegen einen habgierigen Unternehmer, der ihr Erbe an sich gebracht hat, gegen Auftragskiller und einen Lynch-Mob, werden die vier Söhne von Außenseitern zu Anti-Helden. Nach einer wahren Geschichte inszeniert von Western-Veteran Henry Hathaway („True Grit“).

   

So 4. Juni - 15 Uhr

Vom Samuraifilm zum Western

John Sturges: The Magnificent Seven / Die glorreichen Sieben (1960), 128 Min. DCP - OmU
Mit Yul Brynner, Eli Wallach, Steve McQueen, Horst Buchholz; Musik: Elmer Bernstein.
Die „Sieben Samurai“ von Akira Kurosawa (der seinerseits John Ford verehrte) lieferten das Vorbild für einen transkulturellen Western: für eine Handvoll Dollar und eine warme Mahlzeit pro Tag helfen sieben Profis (darunter Horst Buchholz als mexikanischer Campesino), ein mexikanisches Dorf von Banditen zu befreien.

   

So 11. Juni - 15 Uhr

Der Klassiker, nachklassisch

John Ford: The Man Who Shot Liberty Valance / Der Mann der Liberty Valance erschoß (1962), 118 Min. 35mm - dt
Mit James Stewart, John Wayne, Vera Miles, Lee Marvin, Lee Van Cleef.  
Ein Politiker reist mit Journalisten zurück in den Westen, wo seine Karriere begann, indem er die Stadt von Liberty Valance befreite. Was in der Geschichte ist Legende, was Wirklichkeit? In seinem vorletzten großen Western stellte Regisseur John Ford Kernfragen nach Geschichte, Freiheit, Politik - und beantwortete sie sehr pragmatisch.

   

Mi 14. Juni. - 18 Uhr

Hertz Hörsaal

Filmexploratorium im Hertz-Hörsaal (KIT, Kaiserstr.12, Geb. 10.11) - Eintritt FREI
Western und die Postmoderne – vom American Dream zum globalisierten Heimatfilm

   

So 18. Juni - 15 Uhr

Italowestern und Horse Opera

Sergio Leone: The Good, the Bad, and the Ugly / Zwei glorreiche Halunken (1966), 177 Min. DCP 4k - OmU
Mit Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Eli Wallach; Musik: Ennio Morricone.
Im letzten Film seiner innovativen, stilprägenden Dollar-Trilogie wendet sich Italowestern-Pionier Sergio Leone erstmals einem historischen Thema zu: dem amerikanischen Bürgerkrieg, verbunden mit dem Motiv der Kopfgeldjagd. Das opernreife Finale einer erbarmungslosen Jagd nach dem Geld findet auf dem Friedhof statt, gleich neben dem Schlachtfeld. Tarantinos erklärter Lieblingsfilm.

   
Fr 23.Juni - 17:30h
Beginn AWWK-Filmseminar
(insges. 6 Termine, Fr 17:30-19h; Anmeldung: www.awwk-karlsruhe.de)

Westernfilme im Genrewandel, vom klassischen Hollywood zur Postmoderne
   

So 25. Juni - 15 Uhr

Spätwestern

Sam Peckinpah: The Wild Bunch (1969), 143 Min. 70mm - deutsch
Mit William Holden, Ernest Borgnine, Robert Ryan, Emilio Fernández, Alfonso Arau.
Hollywoods Antwort auf den Italowestern – das Ende der Frontier-Ära als Blutbad, der Schauplatz verlagert sich nach Mexico, die amerikanischen Bankräuber unterstützen die bäuerlichen Revolutionäre gegen die Generäle. Peckinpah schuf mit innovativer Montagetechnik eine bis dahin nie gesehene Ästhetik der Gewalt, als Allegorie auf das Blutbad des Vietnamkriegs. Die Überlebenden schließen sich der Revolution an.

   

So 2. Juli - 15 Uhr

Mythos und (wahre?) Geschichte

Robert Altman: Buffalo Bill and the Indians (1976), 123 Min. DCP - OmU
Mit Paul Newman, Geraldine Chaplin, Burt Lancaster, Harvey Keitel, Frank Kaquitts.
Buffalo Bill vermarktete in seinen Wildwest-Shows die eigene Legende sehr nachhaltig – Kultregisseur Robert Altman revidiert den Mythos, indem er ihn mit „Sitting Bulls Geschichtsunterricht“ (so der amerikanische Untertitel des Films) konfrontiert: der „edle Wilde“ streikt, mit Frauen-Power unterstützt durch die Kunstschützin Annie Oakley.

   

So 9. Juli, 15 Uhr

Anti-Helden

Clint Eastwood: Unforgiven / Erbarmungslos (1992), 131 Min. 35mm - deutsch
Mit Clint Eastwood, Morgan Freeman, Gene Hackman.  
Zwei Auftragskiller im Ruhestand versuchen, eine Ungerechtigkeit der Justiz zu korrigieren. Clint Eastwoods Western-Fazit zeigt, wie Mythen geschaffen werden, enthüllt sie und bekräftigt sie zugleich – ein Oscar-reifer, virtuoser filmischer Balanceakt des Altmeisters, geschult an Sergio Leone und Don Siegel.

   

So 16. Juli - 15 Uhr

Acid Western – Nobody & William Blake

Jim Jarmusch: Dead Man (1995), 116 Min. 35mm - deutsch
Mit Johnny Depp, Gary Farmer, Robert Mitchum; Musik: Neil Young.  
Poesie taucht manchmal dort auf, wo man sie am wenigsten erwartet: Johnny Depp als Buchhalter im Wilden Westen trifft auf den Indianer „Nobody“, der ganz geläufig den englischen Dichter William Blake zitiert – die beiden tun sich zu einem interkulturellen Abenteuer im Wilden Westen zusammen. Neil Young liefert dazu den perfekten Soundtrack.

   

So 23. Juli. - 15 Uhr

Lincolns Brief im Trump-Zeitalter

Quentin Tarantino: The Hateful Eight (2015), 187 Min. 70mm Ultra-Breitwandformat - OmU
Mit Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh, Walton Goggins, Demián Bichir, Tim Roth, Michael Madsen, Bruce Dern, James Parks, Channing Tatum; Musik: Ennio Morricone.
Reservoir Dogs im Wilden Westen – coole Kopfgeldjäger und teuflische Banditen, überzeugte Nord- und Südstaatler im Schneesturm eingeschlossen in einer abgelegenen Poststation. Wer hat den Kaffee vergiftet? Und was hat es mit dem Brief von Abraham Lincoln auf sich? Der Oscar-prämierte Sound von Maestro Ennio Morricone schafft dabei eine Atmosphäre subtilen Horrors.

   




 

  

 

Das Filmexploratorium: Western und die Postmoderne - vom American Dream zum globalisierten Heimatfilm

Mit Filmausschnitten, erläutert von Wolfgang Petroll

Vom Wilden Westen in die Karlsruher Südstadt: Anhand von Filmausschnitten aus dem Frühen Kino, vom klassischen Hollywood bis zur Postmoderne, wird gezeigt: Der Western spiegelt nicht nur die amerikanische Geschichte wieder, sondern ebenso Aspekte der Globalisierung. Von der Hoffnung auf Freiheit und Selbstbestimmung bis zu Desillusionierung und Skepsis der Postmoderne wandeln sich die Mythen, die von den Filmen verbreitet werden, und laden so immer wieder zur Reflexion unseres eigenen Selbstverständnisses ein.  

Mittwoch, 14. Juni, 18-19.30 Uhr
Hertz-Hörsaal, Geb. 10.11 (am Ehrenhof des KIT), Kaiserstr.12, KIT Campus Süd
Eintritt FREI

 

Vergangene Traumfabrik-Reihen

Young Mr. Hitchcock – Kino pur // Understatement, britischer Humor, Love & Thrills (Wintersemester 2016/17)

Alfred Hitchcock (1899-1980) machte schon in seinen ersten Filmen deutlich, dass er in der Filmkunst keine Kompromisse eingehen wollte. Er wurde der erste Regisseur, dessen Silhouette zum Markenzeichen wurde und dessen Name bekannter war als der mancher Filmstars. Hitchcock brachte das klassische Hollywoodkino zur Vollendung, war Vorbild für Autorenfilmer folgender Generationen und Vorläufer des postmodernen Kinos: seine Filme markieren einen Höhepunkt der Kinofilmgeschichte. Understatement erhob er zum Erzählprinzip; jeder Film wurde ein Genre-Mix, suspensiv und vorzugsweise mit schwarzem Humor. Hitchcocks frühe Filme können jetzt im Kino ganz neu gesehen werden: Die aufwendige Neurestaurierung durch das British Film Institute bietet endlich Gelegenheit dazu.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 2MB).

 

Auftragskiller - ein Dienstleistungsberuf im Kinofilm, zwischen Krimi und makabrer Komödie. (Sommersemester 2016)

Filme über Contract Killer, Auftragsmörder, gibt es in verschiedenen Filmgenres: natürlich Krimis, speziell Gangsterfilme (z.B. Wim Wenders „Der amerikanische Freund“), Samuraifilme (Kurosawas „Yojimbo“), Western (Sergio Leones Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood) und Komödien („I Hired a Contract Killer“ von Aki Kaurismäki). Seit den 1980er-Jahren, seit soziales Verhalten global von wirtschaftlichem Denken dominiert wird, scheinen sich diese Filme wachsender Beliebtheit zu erfreuen: Man denke etwa an „Léon der Profi“ von Luc Besson oder an „Ghost Dog“ von Jim Jarmusch. Während soziologische Untersuchungen über den Auftragsmord eher die Banalität des „Bösen“ zeigen (viele reale Auftragskiller sind schlecht bezahlt oder handeln aus Gefälligkeit), werden Contract Killers im Film dagegen zu mythischen Figuren oder gar zu Sympathieträgern von tragischer Dimension, die versuchen, sich in einem sozialen Milieu durchzusetzen. Sind Auftragskiller die neuen „Helden der Arbeit“ im Zeitalter der Globalisierung? Sind sie ein Mittel, das Unbehagen am gesellschaftlichen Wandel im Phantasiespiel der Traumfabrik des Kinofilms auszugleichen?

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 2MB).

 

TARANTINO UNCHAINED
Retrospektive Quentin Tarantino 1992-2016
(Wintersemester 2015/2016)

Man konstruiere einen nicht allzu einfachen Handlungsverlauf, lasse die Personen darin sich frei entfalten und mische das Ganze mit dem Bestand einer gut sortierten Videothek – so könnte das Rezept zu einem typischen Tarantino-Film lauten. Jeder seiner Filme trägt Erinnerungen an Dutzende anderer in sich und hat dennoch seine eigene ganz typische Handschrift – ein Stil, der Fans begeistert, und manchen Kritikern zu blutig erscheint. Seit seinem ersten Film „Reservoir Dogs“, spätestens aber seit der Goldenen Palme 1994 für „Pulp Fiction“, hat Quentin Tarantino Kultstatus als Regisseur, Drehbuchautor (2 Oscars, 3 Nominierungen) und Schauspieler. Die bevorstehende Premiere seines neuen Films „The Hateful 8“ (am So 31. Januar 2016 in der Schauburg) bietet eine willkommene Gelegenheit, dem Ausnahmetalent unsere 10. Traumfabrik zu widmen. In einer umfassenden Retrospektive wird sein filmisches Gesamtwerk vorgestellt. Dazu gehören auch Filme, an denen er als Drehbuchautor mitwirkte – für Oliver Stone („Natural Born Killers“) oder Robert Rodriguez („From Dusk Till Dawn“).

Tarantinos Filme zeichnen sich aus durch intime Kenntnis filmgeschichtlicher Traditionen, nicht nur des Mainstream oder der Filmkunst, sondern auch des Exploitation-Kinos („Jackie Brown“, „Death Proof“). Seine Perspektive ist transkulturell; sie umfasst nicht nur Hollywood, sondern auch europäische und fernöstliche Kulturen („Kill Bill“), sie stellt Subkulturen neben Hochkultur und Pop. Sprachwitz steht gleichberechtigt neben Action, Szenen unbeschönigter Gewalt verbinden sich mit Sarkasmus und schwarzem Humor. Dabei hat er neue Erzählformen entwickelt, aber auch die Auseinandersetzung mit politischen Tabuthemen wie Holocaust oder Sklaverei nicht gescheut („Inglourious Basterds“, „Django Unchained“). In seinen Filmen, die verdrängte Gewalt explizit machen, dringt immer wieder das Alltägliche und Absurde ein.

Alle Filme mit Mikroeinführung von Wolfgang Petroll (Dozent für Film und Medienästhetik, Lehrbeauftragter am ZAK) sowie anschließendem Kinogespräch. 

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 1 MB).

Filmexploratorium: 'Tarantinos surreales Theater der Grausamkeit als postmoderne Popkultur' auf YouTube

 

100 Jahre BLOCKBUSTER – Kinomythen aus der Traumfabrik Hollywood, 1915 bis 2015
(Sommersemester 2015)

Vor genau 100 Jahren veränderte ein überaus erfolgreicher Film die Kinolandschaft: „The Birth of a Nation“ von D.W. Griffith. „Vom Winde verweht“ ist bis heute der Film mit den höchsten Zuschauerzahlen. Und seit Spielbergs „Der weiße Hai“ und „Star Wars“ von George Lucas sind Blockbuster zum Erfolgsmotor der Traumfabrik Hollywood geworden. Doch was genau fasziniert uns und andere an Filmen wie „Die zehn Gebote“, „Doktor Schiwago“ oder „Terminator“? Was macht Filme eigentlich zum massenhaften Erfolg beim Publikum – die Orientierung an uralten Mythologien oder Aktualität, besondere Erzählstrategien oder wirksame „Tiefenthemen“, Genreklischees des „Konfektionsfilms“, zeitgeschichtliche Befindlichkeiten oder einfach raffinierte Marketingstrategie? Jeder Film gibt darauf eine eigene Antwort. Fest steht: In jedem Kitsch, und in jedem Kommerz steckt immer ein Fünkchen Wahrheit. Aber worin liegt es? Die Filmreihe ließ 100 Jahre Filmgeschichte, von 1915 bis heute, Revue passieren und warf dabei einen Blick auf die unterschiedlichsten Genres und Themen, die sehr viele Menschen einst und jetzt fasziniert haben: Filmepos, Historienfilm, Melodram, Thriller, Bibelfilm, Musical, Comicverfilmung, Science Fiction ...

Zu jedem Film gab es eine Mikroeinführung und ein anschließendes Kinogespräch. Begleitend zur Filmreihe wurden ein KIT-Seminar am ZAK, sowie ein öffentliches Seminar der AWWK in der Schauburg angeboten.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1,4MB).

 

Kubrick Space. Retrospektive Stanley Kubrick
(Wintersemester 2014/2015)

Die Traumfabrik zeigte im Wintersemester 2014/2015 in einer umfassenden Retrospektive Werke des Ausnahmeregisseurs Stanley Kubrick.

Stanley Kubrick ist längst zum Klassiker für nachfolgende Generationen geworden. Seine Filme wie Dr. Strangelove (politische Satire), 2001: A Space Odyssey und Clockwork Orange (Science-Fiction), Shining (Horror), Full Metal Jacket (Anti-Kriegsfilm) oder Eyes Wide Shut (Literaturverfilmung) sind Referenzwerke ihrer jeweiligen Genres. Kubrick war bekannt für seine Vielschichtigkeit und die ästhetische Perfektion. In allen seinen Filmen zeigt sich sein Interesse an der Beobachtung menschlichen Verhaltens in genau abgegrenzten, extremen Situationen.

Am Sonntag, 9. November 2014 begann im Filmtheater Schauburg die Filmreihe Traumfabrik mit einem umfassenden Rückblick auf die Werke des Kult-Regisseurs. Dazu gehören auch seine weniger bekannten, nicht weniger sehenswerten frühen Filme. Zwischen klassischem Hollywood und Postmoderne, längst selbst zu Klassikern für nachfolgende Generationen geworden, bestehen die Filme von Stanley Kubrick auch heute noch jeden Frischetest. Als besonderen Gast erwartete die Traumfabrik Kubricks Schwager Jan Harlan, der am Sonntag, 14. Dezember 2014 in der Schauburg seinen Dokumentarfilm über den Regisseur vorstellte. Hören Sie hier die Berichterstattung des SWR.

"Jan Harlan im Gespräch" auf YouTube ansehen

"Flusser in Kubrick Space. Ein Filmexploratorium" auf YouTube ansehen

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1MB).

 

Helden und Anti-Helden
(Sommersemester 2014)

Clint EastwoodWelche Rolle spielen moralische Wertvorstellungen und politische Ideologien im Film? Und was macht einen Anti-Helden aus? Der erste Teil der TRAUMFABRIK zeigt, 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs, wie die Erfahrungen des Krieges in verschiedenen Ländern, zu verschiedenen Epochen der Filmgeschichte und aus verschiedenen Perspektiven dargestellt und verarbeitet wurden. Illusion, Trauma, Desillusionierung und Reflexion des Krieges werden am Beispiel von klassischen Kinofilmen über den 1. Weltkrieg deutlich.

Im zweiten Teil widmete sich die Traumfabrik dem Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood, der den Typus des Anti-Helden seit Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ neu definiert hat. Seine viel beachteten Filmwerke wie „Erbarmungslos“ oder „Gran Torino“ zeigen, dass sein unverwechselbarer Schauspielstil auch seinen Regiestil geprägt hat. Auch mit 83 Jahren ist Eastwood noch aktiv: seinen neuesten Film "Jersey Boys" stellten wir in einer Vorpremiere am 27. Juli 2014 vor.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1MB).

 

Themenabend: Wissenschaftliche Forschung und chemische Kriegsführung

Am 9. Juli 2014 veranstaltete der Akademische Filmkreis Karlsruhe e.V. (AFK – Das Kino an der Uni) gemeinsam mit dem ZAK einen THEMENABEND: Wissenschaftliche Forschung und chemische Kriegsführung: Der Nobelpreisträger Fritz Haber im 1. Weltkrieg. Mit Kurzfilm „Haber. The Father of Chemical Warfare“ von Daniel Ragussis, USA 2008.

Einführung von Wolfgang Petroll, Kinogespräch mit Dr. Klaus Nippert, Leiter KIT Archiv und Prof. em. Dr. Ulrich Schindewolf, Institut für Physikalische Chemie, KIT. Moderiert wurde der Abend von Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha.

Weitere Informationen

 

Wir sind Lebowski.
Retrospektive Joel & Ethan Coen 1984 – 2014
(Wintersemester 2013/2014)

Bild der Coen BrüderMit 16 Spielfilmen seit 1984 gehören die Brüder Joel und Ethan Coen zu den herausragenden Filmemachern unserer Zeit. Die mehrfachen Oscar-Gewinner und Schöpfer des Kultfilms „The Big Lebowski“ gelten als außergewöhnliche Drehbuchautoren, Regisseure und Produzenten. Ihr Filmwerk umfasst Komödien („O Brother,Where Art Thou?“), Kriminalgrotesken („Fargo“), Neo-Noir-Filme („Blood Simple“), Spionagesatiren („Burn After Reading“), Western („True Grit“) oder existentialistische Alltagsdramen („The Man Who Wasn’t There“) – oft auch als Mischung der Genres. Die Traumfabrik lädt im Wintersemester 2013/2014 alle Filmfans ein, den Kosmos der Brüder zu erkunden und deren Bestandsaufnahme amerikanischer Subkulturen unter die Lupe zu nehmen. Höhepunkte der Reihe sind die Karlsruher Premiere des neuen Films der Coen-Brüder „Inside Llewyn Davis“, der 2013 beim Filmfestival in Cannes mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde, sowie das Filmexploratorium „Wittgenstein in Coen Country“ im ZKM.

 

 

117 Jahre deutsch-französische Filmbeziehungen
(Sommersemester 2013)

Dass die deutsch-französischen Kulturbeziehungen auf dem Gebiet des Films so alt sind wie das Medium selbst, thematisiert die „Traumfabrik“ im Sommersemester 2013. In der Filmreihe zeigt die Schauburg in Kooperation mit dem ZAK, dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, dem Akademischen Filmkreis Karlsruhe e.V. und der Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung e.V. vor allem solche Filme, deren Geschichten oder Entstehungszusammenhänge Aspekte deutsch-französischer Filmbeziehungen verdeutlichen. Zwischen Mai und Juli 2013 stehen dabei neben Filmklassikern aus verschiedenen Epochen wie Jean Renoirs „La Grande Illusion“ (F 1937) und Max Ophüls ́ „Lola Montez“ (D 1955) unter anderem auch das Filmexploratorium „DADA Paris – Berlin“ mit Peter Weibel, Vorstand des ZKM, und Wolfgang Petroll, Lehrbeauftragtem des ZAK, auf dem Programm.

Weitere Informationen sowie das ausführliche Programm finden Sie hier (pdf)

Zur Videoaufzeichnung Dada: Paris - Berlin

 

Klassische Kinofilme
(Wintersemester 2011/2012)

Die Traumfabrik gibt dieses Mal Einblicke in drei große Bereiche des klassischen Kinofilms. Die ersten sechs Filme, darunter Kubricks „Dr. Seltsam“ und „Matrix“ aus der Feder der Wachowski-Brüder, werfen die Frage nach Zukunftsbildern und Befürchtungen auf. Der nächste Block der Reihe beschäftigt sich mit Filmautoren, die ihre Theorien in Form von Filmen formulierten. Von Sergej Eisensteins einflussreicher Montagetheorie über Jean-Luc Godards Ansatz der Nouvelle Vague bis hin zur Dogma-95-Bewegung kann hier Filmtheorie erlebt werden. Abschließend wendet sich die Traumfabrik dem Phänomen der Kultfilme zu und gibt Beispiele aus verschiedenen Genres. Als würdiger Abschluss erweist sich hier Michael Curtiz` „Casablanca“.

Weitere Informationen sowie das ausführliche Programm finden Sie hier (pdf)

 

 

Kreative Filmästhetik und Nachhaltigkeit im Film
(Wintersemester 2010/2011)

Kinofilme sind keine Wegwerfprodukte, gerade durch sie wird kulturelle Nachhaltigkeit gefördert. Einen Beitrag dazu leistet auch die Schauburg in Zusammenarbeit mit dem ZAK. Der erste Teil der Reihe „In Bildern denken – kreative Filmästhetik“ geht der Frage nach, wie seit mehr als hundert Jahren unsere Kreativität durch Filme angeregt wird. Transkulturelle Einflüsse, etwa bei Quentin Tarantino („Four Rooms“), Jean-Luc Godard („Le mépris“) oder Akira Kurosawa („Träume“), spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Entwicklung eines technoimaginären Medienbewusstseins in Filmen von Fritz Lang („M“), Stanley Kubrick („Shining“) oder David Lynch („Inland Empire“). Im Mittelpunkt des zweiten Teils „Weitere nachhaltige Bewegungen“ stehen Filme, die sich in Debatten und Filmzitaten, bei Experten und Publikum als kulturell nachhaltig erwiesen haben.

Weitere Informationen sowie das ausführliche Programm finden Sie hier (pdf)