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Filmseminar des ZAK

Ergänzend zum Filmprogramm bittet das ZAK im Begleitstudium ab 25.10.2016 folgendes Weiterbildungs-Seminar an:

Hitchcock: Die Entdeckung des „reinen Kinos”

Filmseminar der AWWK

Ergänzend zum Filmprogramm bietet die Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Karlsruhe (AWWK) ab 27.01.2017 folgendes Weiterbildungs-Filmseminar an: Hitchcock – Klassisches Kino, vom Stummfilm zum Tonfilm

Traumfabrik #12

Programm (PDF ca. 1,5 MB)

Uni im Kino

Seit Juni 2014 stellt das Karlsruher Filmtheater Schauburg einen Raum für KIT-Seminare des ZAK und der AWWK bereit.
Weitere Informationen

Traumfabrik Schauburg

Filmreihe: Traumfabrik

Traumfabrik #12, Young Mr. Hitchcock – Kino pur // Understatement, britischer Humor, Love & Thrills

„Young man with a mastermind“ – „Junger Mann mit erfindungsreichem Kopf“, hieß es in London 1926: Alfred Hitchcock (1899-1980) machte schon in seinen ersten Filmen deutlich, dass er in der Filmkunst keine Kompromisse eingehen wollte. Er wurde der erste Regisseur, dessen Silhouette zum Markenzeichen wurde und dessen Name bekannter war als der mancher Filmstars. Hitchcock brachte das klassische Hollywoodkino zur Vollendung, war Vorbild für Autorenfilmer folgender Generationen und Vorläufer des postmodernen Kinos: seine Filme markieren einen Höhepunkt der Kinofilmgeschichte.

Inspiriert von zeitgenössischer britischer Erzähl- und Bühnenkunst, von klassischem Hollywoodkino (Griffith) und russischer Montagetechnik (Eisenstein, Pudowkin), vom deutschen Filmexpressionismus (Lang, Murnau) und von surrealistischen Experimenten aus Frankreich, fand Hitchcock seine eigene unverwechselbare transkulturelle Filmsprache, mit psychologisch wirkungsvollen ästhetischen Innovationen in jedem Film. Understatement erhob er zum Erzählprinzip; jeder Film wurde ein Genre-Mix, suspensiv und vorzugsweise mit schwarzem Humor. Hitchcocks frühe Filme können jetzt im Kino ganz neu gesehen werden: Die aufwendige Neurestaurierung durch das British Film Institute bietet endlich Gelegenheit dazu.

Lust auf Hitchcock? Die 12. Auflage der Filmreihe „Traumfabrik“ zeigt ab Sonntag, 30. Oktober 2016 bis Anfang März jeweils sonntags 15 Uhr in chronologischer Folge insgesamt 15 Hitchcock-Filme, darunter alle Stummfilme mit Musikbegleitung, überwiegend live. Vor jedem Film gibt es eine Mikroeinführung, im Anschluss das Angebot eines Kinogesprächs. Begleitend werden Filmseminare des ZAK und der AWWK, sowie ein Filmexploratorium im ZKM angeboten.

 

 

DIE FILME

Änderungen des Programms sind nicht beabsichtigt, müssen wir uns jedoch vorbehalten.
Filmdauer = ungefähre Angabe, die genaue Dauer des Films hängt von der Fassung ab und kann abweichen.

So 30. Okt. - 15 Uhr

Alfred Hitchcock:The Pleasure Garden / Der Lustgarten. GB/D 1925, 90 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Eliot Stannard; Vorlage: Oliver Sandys (=Marguerite Florence Laura Jarvis, Roman); Produzent: Michael Balcon; Kamera: Baron Gaetano Ventimiglia; Regieassistenz: Alma Reville.
Mit Virginia Valli, Carmelita Geraghty, Miles Mander, John Stuart.
Restaurierte Fassung British Film Institute National Archive 2012, koloriert.

LIVE Musikbegleitung Kammerflimmer Kollektief - Thomas Weber, E-Gitarre, Elektronik; Heike Aumüller, Harmonium, Synthesizer, Stimme; Johannes Frisch, Kontrabaß

Die Lebens- und Liebeserlebnisse zweier Revue-Tänzerinnen in der Jazz-Ära, die sie aus einer Londoner Music Hall über den Comer See in die Kolonien führen. – Hitchcocks erster eigener Film, mit dem er frischen Wind in britische Kinos brachte.
   

So 6. Nov. - 15 Uhr

The Lodger - A Story of the London Fog / Der Mieter. GB 1926, 90 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Produzent: Michael Balcon; Vorlage: Marie Belloc Lowndes (Roman); Drehbuch: Eliot Stannard; Kamera: Baron Gaetano Ventimiglia; Regieassistenz: Alma Reville; Schnitt, Zwischentitel: Ivor Montagu. 
Mit Ivor Novello, June Tripp, Malcolm Keen, Marie Ault, Arthur Chesney. 
Restaurierte Fassung British Film Institute National Archive 2012, koloriert.

LIVE Musikbegleitung Luke Styles, Composition; Florian Steininger, Piano; Damon Lee, Electronics

Jack the Ripper stand Pate: Ist der neue Untermieter der berüchtigte Serienmörder, dem regelmäßig blonde Frauen zum Opfer fallen? – Hitchcocks erster Thriller (mit seinem ersten kurzen Filmauftritt) brachte ihm den endgültigen Durchbruch.
   

So 13. Nov. - 15 Uhr

Downhill / Bergab. GB 1927, 105 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Eliot Stannard; Vorlage: Ivor Novello, Constance Collier (Bühnenstück); 
Produzent: Michael Balcon; Kamera: Claude McDonnell. 
Mit Ivor Novello, Robin Irvine, Isabel Jeans, Ian Hunter. 
Restaurierte Fassung British Film Institute National Archive 2012, koloriert. 

Musikbegleitung John Sweeney, Piano

Junger Mann aus gutem Hause wird schuldlos aus demselben verstoßen und begibt sich auf eine Odyssée sentimentale quer durch Europa: während seines Abstiegs lernt er die Schattenseiten des Lebens kennen, von Hitchcock in alptraumhaften Bildern visualisiert.
   

So 20. Nov. - 15 Uhr

Easy Virtue / Lockere Moral. GB 1927, 70 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Eliot Stannard; Vorlage: Noël Coward (Bühnenstück); Produzent: Michael Balcon; Kamera: Claude McDonnell; Schnitt: Ivor Montagu. 
Mit Isabel Jeans, Franklin Dyall, Eric Bransby Williams, Ian Hunter.
Restaurierte Fassung British Film Institute National Archive 2012. 

LIVE Musikbegleitung The Easy Virtu(e)osos - Burkhard Jäckle, Flöten; Roland Spieth, Trompete;
Harald Kille, E-Gitarre, Komposition 

Kritik der bürgerlichen Ehemoral in der Mitte des 20. Jahrhunderts, als es vor Gericht noch um die Schuldfrage ging – eine Frau wird zum Opfer der öffentlichen Meinung.
   

So 27. Nov. - 15 Uhr

The Ring / Der Ring. GB 1927, 108 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Alfred Hitchcock; Produzent: John Maxwell; Kamera: John J. Cox. 
Mit Carl Brisson, Lilian Hall-Davis, Ian Hunter, Gordon Harker.
Restaurierte Fassung British Film Institute National Archive 2012. 

Musikbegleitung Soweto Kinch, Jazz Ensemble

Der Ring erscheint hier in vielfachen Variationen: ein virtuoser Liebesreigen, vom Boxring zum Ehering. – Hitchcocks erster Film nach eigenem Drehbuch, „voller visueller Einfälle“, eine filmische „Art Meditation über die Irrwege der Liebe“ (Spoto), mit grotesken Momenten.
   

So 4. Dez. - 15 Uhr

Champagne. GB 1928, 105 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Eliot Stannard, Alfred Hitchcock; Vorlage: Walter C. Mycroft; 
Produzent: John Maxwell; Kamera: John J. Cox. 
Mit Betty Balfour, Gordon Harker, Jean Bradin, Ferdinand von Alten.
Restaurierte Fassung British Film Institute National Archive 2012.

LIVE Musikbegleitung No Input Ensemble - Tobias Grothmann, Marnin Jahnke, Daniel Lindenkreuz, Timothy Schmele, Tobias Walter

Verwöhnte Millionen-Erbin wird mit dem (vorgetäuschten) Vermögensverlust ihres Vaters konfrontiert; auf dem Weg, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, begegnet sie immer wieder dem prickelnden Getränk. Vorsichtshalber wird ein Detektiv angestellt, um sie zu beschützen.
   

Mi 7. Dez. - 18 Uhr

ZKM Medientheater, Lorenzstr. 19

Filmexploratorium im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe 
Hitchcocks Filmexperimente – psychologische Aesthetik, surreale Momente 
- s. Begleitprogramm. Eintritt FREI
   

So 11. Dez. - 15 Uhr

The Farmer’s Wife / Die Landfrau. GB 1928, 107 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Eliot Stannard; Vorlage: Eden Phillpotts (Bühnenstück); 
Produzent: John Maxwell; Kamera: John J. Cox. 
Mit Jameson Thomas, Lilian Hall-Davis, Gordon Harker, Antonia Brough, Maud Gill, Louie Pounds.
Restaurierte Fassung British Film Institute National Archive 2012. 

LIVE Musikbegleitung Helmut Bieler-Wendt, Violine, Piano; Helmut Dinkel, Saxophon; Johannes Frisch, Kontrabaß

Verwitweter Farmer sucht Landfrau zwecks Eheschließung – gar nicht so einfach, wenn man die Kandidatinnen genauer betrachtet. – Hitchcock inszeniert meisterhaft  ein vergnügliches Chaos der Gefühle. 
   

So 18. Dez. - 15 Uhr

The Manxman / Der Mann von der Insel Man. GB 1929, 100 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Eliot Stannard; Vorlage: Hall Caine (Roman); Produzent: John Maxwell; 
Kamera: Jack Cox. Mit Carl Brisson, Anny Ondra, Malcolm Keen.
Restaurierte Fassung British Film Institute National Archive 2012. 

LIVE Musikbegleitung Florian Nisbach, Piano 

Tatsächlich sind es zwei Manx-Männer, zwischen denen Anny Ondra steht (die erste der Hitchcock-Blondinen): der eine ist auf See verschollen, der andere wird Richter und muß in eigener Sache urteilen. 
   
  Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2017!
   

So 22. Jan. - 15 Uhr

Blackmail / Erpressung. GB 1929, 84 Min.

Regie, Drehbuch: Alfred Hitchcock; Dialog: Benn Levy; Vorlage: Charles Bennett (Bühnenstück); 
Produzent: John Maxwell; Kamera: Jack Cox; Musik: Jimmy Campbell, Reg Connelly, Hubert Bath, Harry Stafford. 
Mit Anny Ondra, Cyril Ritchard, John Longden, Sara Allgood, Donald Calthrop.

Ein junger Polizist streitet sich mit seiner Freundin, ein Zufallsbekannter versucht sie zu vergewaltigen; und läuft dabei in ein Messer. Während der Polizist bald bemerkt, wer die Täterin war, werden die beiden von einem zwielichtigen Zeugen erpresst. – Erster britischer Tonfilm, voller ästhetischer Innovationen.

   

Fr 27.Jan. 17:30 Uhr

Beginn AWWK-Filmseminar Traumfabrik in der Schauburg - s. Begleitprogramm
Hitchcock – Klassisches Kino, vom Stummfilm zum Tonfilm. 
6 Termine freitags 17:30 Uhr; Anmeldung: www.awwk-karlsruhe.de 
   

So 29. Jan. - 15 Uhr 

The Man Who Knew Too Much / Der Mann, der zuviel wußte. GB 1934, 75 Min. 

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Charles Bennett, D.B. Wyndham Lewis, Edwin Greenwood, A.R. Rawlinson; Produzent: Michael Balcon, Ivor Montagu; Kamera: Curt Courant; Musik: Arthur Benjamin. 
Mit Peter Lorre, Leslie Banks, Edna Best, Nova Pilbeam, Pierre Fresnay.

Beim Urlaub in der Schweiz erfährt ein britischer Familienvater zufällig von Plänen zu einem Attentat. Um ihn zum Schweigen zu bringen, entführen Agenten seine Tochter. Während einer Kantate in der Londoner Albert Hall fällt die Entscheidung. - Erster einer Reihe von Agentenfilmen, die Hitchcocks Ruf als unumstrittener „Master of Suspense“ begründeten.

   

So 5. Feb. - 15 Uhr 

The 39 Steps / Die 39 Stufen. GB 1935, 86 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Charles Bennett; Dialog: Ian Hay; Vorlage: John Buchan; 
Produzent: Michael Balcon, Ivor Montagu; Kamera: Bernard Knowles; Musik: Louis Levy. 
Mit Robert Donat, Madeleine Carroll, Lucie Mannheim, Godfrey Tearle, Peggy Ashcroft, John Laurie, Wylie Watson.

Ein Kanadier begegnet in London einer deutschen Doppelagentin und wird in einen Mordfall verstrickt. Um seine Unschuld zu beweisen, folgt er der Spur ins schottische Hochland. Doch wem kann er vertrauen? – In seinem erfolgreichsten britischen Agentenfilm entdeckte Hitchcock das filmdramaturgische Prinzip des MacGuffin. 

   

So 12. Feb. - 15 Uhr

Secret Agent / Geheimagent. GB 1936, 86 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Charles Bennett; Dialog: Ian Hay, Jesse Lasky Jr; 
Vorlage: W. Somerset Maugham (Roman), Campbell Dixon (Bühnenstück); Produzent: Michael Balcon, Ivor Montagu; Kamera: Bernard Knowles; Musik: Louis Levy. 
Mit John Gielgud, Peter Lorre, Madeleine Carroll, Robert Young, Percy Marmont.

Widerwillig versucht ein britischer Geheimagent einen deutschen zu beseitigen; Peter Lorre als angeblicher mexikanischer General soll ihm dabei zur Hand gehen. Nach der Tat stellt sich die peinliche Frage: war es der richtige Mann? - Ein Anti-James-Bond (vor dessen Erfindung), auf eigenen Geheimdienst-Erfahrungen des Autors W. Somerset Maugham beruhend.

   

So 19. Feb. - 15 Uhr

Sabotage. GB 1936, 76 Min. 

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Charles Bennett; Dialog: Ian Hay, Helen Simpson; Vorlage: Joseph Conrad (Roman); Produzent: Michael Balcon, Ivor Montagu; Kamera: Bernard Knowles; Musik: Louis Levy. 
Zeichentrickfilm: Walt Disney. 
Mit Sylvia Sidney, Oscar Homolka, Desmond Tester, John Loder.

Getarnt als Kinobesitzer und mit einer amerikanischen Ehefrau, verübt ein Terrorist Anschläge in London. - Aus aktuellem Anlaß wurden aus den russischen Anarchisten der Vorlage von Joseph Conrad bei Hitchcock Terroristen mit deutschem Akzent. Tarantino zitierte den Film in Inglourious Basterds.

   

So 26. Feb. - 15 Uhr

Young and Innocent / Jung und unschuldig. GB 1937, 83 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Charles Bennett, Edwin Greenwood, Anthony Armstrong; Dialog: Gerald Savory; Vorlage: Josephine Tey (Roman); Produzent: Michael Balcon, Edward Black; Kamera: Bernard Knowles; 
Musik: Louis Levy. 
Mit Nova Pilbeam, Derrick de Marney, Percy Marmont, Edward Rigby, George Curzon.

Ein lautstarker Ehestreit; am nächsten Morgen wird die Leiche der Frau an Land gespült und ein Unschuldiger von der Polizei verfolgt. Nichts ist, wie es scheint, in dieser amüsanten Krimikomödie. 

   

So 5. März - 15 Uhr

The Lady Vanishes / Eine Dame verschwindet. GB 1938, 97 Min.

Regie: Alfred Hitchcock; Drehbuch: Sidney Gilliatt, Frank Launder; Vorlage: Ethel Lina White (Roman); 
Produzent: Michael Balcon, Edward Black; Kamera: Jack Cox; Musik: Louis Levy. 
Mit Margaret Lockwood, Michael Redgrave, Paul Lukas, Dame May Whitty.

Englischsprachige Originalfassung – 35mm Filmkopie

Auf der Zugfahrt aus einem zentraleuropäischen Land nach England verschwindet eine ältere Lady auf mysteriöse Weise, und ein zwielichtiger Dr. Hartz (!) sorgt für Verwicklungen. Als der Zug schließlich von Militär angegriffen wird, sind die Mitreisenden über die angemessene Reaktion uneinig. – Ein Film voller diskreter Anspielungen auf die Politik gegenüber Hitler-Deutschland. 




  

 

Vergangene Traumfabrik-Reihen

 

Auftragskiller - ein Dienstleistungsberuf im Kinofilm, zwischen Krimi und makabrer Komödie. (Sommersemester 2016)

Filme über Contract Killer, Auftragsmörder, gibt es in verschiedenen Filmgenres: natürlich Krimis, speziell Gangsterfilme (z.B. Wim Wenders „Der amerikanische Freund“), Samuraifilme (Kurosawas „Yojimbo“), Western (Sergio Leones Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood) und Komödien („I Hired a Contract Killer“ von Aki Kaurismäki). Seit den 1980er-Jahren, seit soziales Verhalten global von wirtschaftlichem Denken dominiert wird, scheinen sich diese Filme wachsender Beliebtheit zu erfreuen: Man denke etwa an „Léon der Profi“ von Luc Besson oder an „Ghost Dog“ von Jim Jarmusch. Während soziologische Untersuchungen über den Auftragsmord eher die Banalität des „Bösen“ zeigen (viele reale Auftragskiller sind schlecht bezahlt oder handeln aus Gefälligkeit), werden Contract Killers im Film dagegen zu mythischen Figuren oder gar zu Sympathieträgern von tragischer Dimension, die versuchen, sich in einem sozialen Milieu durchzusetzen. Sind Auftragskiller die neuen „Helden der Arbeit“ im Zeitalter der Globalisierung? Sind sie ein Mittel, das Unbehagen am gesellschaftlichen Wandel im Phantasiespiel der Traumfabrik des Kinofilms auszugleichen?

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 2MB).

 

TARANTINO UNCHAINED
Retrospektive Quentin Tarantino 1992-2016
(Wintersemester 2015/2016)

Man konstruiere einen nicht allzu einfachen Handlungsverlauf, lasse die Personen darin sich frei entfalten und mische das Ganze mit dem Bestand einer gut sortierten Videothek – so könnte das Rezept zu einem typischen Tarantino-Film lauten. Jeder seiner Filme trägt Erinnerungen an Dutzende anderer in sich und hat dennoch seine eigene ganz typische Handschrift – ein Stil, der Fans begeistert, und manchen Kritikern zu blutig erscheint. Seit seinem ersten Film „Reservoir Dogs“, spätestens aber seit der Goldenen Palme 1994 für „Pulp Fiction“, hat Quentin Tarantino Kultstatus als Regisseur, Drehbuchautor (2 Oscars, 3 Nominierungen) und Schauspieler. Die bevorstehende Premiere seines neuen Films „The Hateful 8“ (am So 31. Januar 2016 in der Schauburg) bietet eine willkommene Gelegenheit, dem Ausnahmetalent unsere 10. Traumfabrik zu widmen. In einer umfassenden Retrospektive wird sein filmisches Gesamtwerk vorgestellt. Dazu gehören auch Filme, an denen er als Drehbuchautor mitwirkte – für Oliver Stone („Natural Born Killers“) oder Robert Rodriguez („From Dusk Till Dawn“).

Tarantinos Filme zeichnen sich aus durch intime Kenntnis filmgeschichtlicher Traditionen, nicht nur des Mainstream oder der Filmkunst, sondern auch des Exploitation-Kinos („Jackie Brown“, „Death Proof“). Seine Perspektive ist transkulturell; sie umfasst nicht nur Hollywood, sondern auch europäische und fernöstliche Kulturen („Kill Bill“), sie stellt Subkulturen neben Hochkultur und Pop. Sprachwitz steht gleichberechtigt neben Action, Szenen unbeschönigter Gewalt verbinden sich mit Sarkasmus und schwarzem Humor. Dabei hat er neue Erzählformen entwickelt, aber auch die Auseinandersetzung mit politischen Tabuthemen wie Holocaust oder Sklaverei nicht gescheut („Inglourious Basterds“, „Django Unchained“). In seinen Filmen, die verdrängte Gewalt explizit machen, dringt immer wieder das Alltägliche und Absurde ein.

Alle Filme mit Mikroeinführung von Wolfgang Petroll (Dozent für Film und Medienästhetik, Lehrbeauftragter am ZAK) sowie anschließendem Kinogespräch. 

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 1 MB).

Filmexploratorium: 'Tarantinos surreales Theater der Grausamkeit als postmoderne Popkultur' auf YouTube

 

100 Jahre BLOCKBUSTER – Kinomythen aus der Traumfabrik Hollywood, 1915 bis 2015
(Sommersemester 2015)

Vor genau 100 Jahren veränderte ein überaus erfolgreicher Film die Kinolandschaft: „The Birth of a Nation“ von D.W. Griffith. „Vom Winde verweht“ ist bis heute der Film mit den höchsten Zuschauerzahlen. Und seit Spielbergs „Der weiße Hai“ und „Star Wars“ von George Lucas sind Blockbuster zum Erfolgsmotor der Traumfabrik Hollywood geworden. Doch was genau fasziniert uns und andere an Filmen wie „Die zehn Gebote“, „Doktor Schiwago“ oder „Terminator“? Was macht Filme eigentlich zum massenhaften Erfolg beim Publikum – die Orientierung an uralten Mythologien oder Aktualität, besondere Erzählstrategien oder wirksame „Tiefenthemen“, Genreklischees des „Konfektionsfilms“, zeitgeschichtliche Befindlichkeiten oder einfach raffinierte Marketingstrategie? Jeder Film gibt darauf eine eigene Antwort. Fest steht: In jedem Kitsch, und in jedem Kommerz steckt immer ein Fünkchen Wahrheit. Aber worin liegt es? Die Filmreihe ließ 100 Jahre Filmgeschichte, von 1915 bis heute, Revue passieren und warf dabei einen Blick auf die unterschiedlichsten Genres und Themen, die sehr viele Menschen einst und jetzt fasziniert haben: Filmepos, Historienfilm, Melodram, Thriller, Bibelfilm, Musical, Comicverfilmung, Science Fiction ...

Zu jedem Film gab es eine Mikroeinführung und ein anschließendes Kinogespräch. Begleitend zur Filmreihe wurden ein KIT-Seminar am ZAK, sowie ein öffentliches Seminar der AWWK in der Schauburg angeboten.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1,4MB).

 

Kubrick Space. Retrospektive Stanley Kubrick
(Wintersemester 2014/2015)

Die Traumfabrik zeigte im Wintersemester 2014/2015 in einer umfassenden Retrospektive Werke des Ausnahmeregisseurs Stanley Kubrick.

Stanley Kubrick ist längst zum Klassiker für nachfolgende Generationen geworden. Seine Filme wie Dr. Strangelove (politische Satire), 2001: A Space Odyssey und Clockwork Orange (Science-Fiction), Shining (Horror), Full Metal Jacket (Anti-Kriegsfilm) oder Eyes Wide Shut (Literaturverfilmung) sind Referenzwerke ihrer jeweiligen Genres. Kubrick war bekannt für seine Vielschichtigkeit und die ästhetische Perfektion. In allen seinen Filmen zeigt sich sein Interesse an der Beobachtung menschlichen Verhaltens in genau abgegrenzten, extremen Situationen.

Am Sonntag, 9. November 2014 begann im Filmtheater Schauburg die Filmreihe Traumfabrik mit einem umfassenden Rückblick auf die Werke des Kult-Regisseurs. Dazu gehören auch seine weniger bekannten, nicht weniger sehenswerten frühen Filme. Zwischen klassischem Hollywood und Postmoderne, längst selbst zu Klassikern für nachfolgende Generationen geworden, bestehen die Filme von Stanley Kubrick auch heute noch jeden Frischetest. Als besonderen Gast erwartete die Traumfabrik Kubricks Schwager Jan Harlan, der am Sonntag, 14. Dezember 2014 in der Schauburg seinen Dokumentarfilm über den Regisseur vorstellte. Hören Sie hier die Berichterstattung des SWR.

"Jan Harlan im Gespräch" auf YouTube ansehen

"Flusser in Kubrick Space. Ein Filmexploratorium" auf YouTube ansehen

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1MB).

 

Helden und Anti-Helden
(Sommersemester 2014)

Clint EastwoodWelche Rolle spielen moralische Wertvorstellungen und politische Ideologien im Film? Und was macht einen Anti-Helden aus? Der erste Teil der TRAUMFABRIK zeigt, 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs, wie die Erfahrungen des Krieges in verschiedenen Ländern, zu verschiedenen Epochen der Filmgeschichte und aus verschiedenen Perspektiven dargestellt und verarbeitet wurden. Illusion, Trauma, Desillusionierung und Reflexion des Krieges werden am Beispiel von klassischen Kinofilmen über den 1. Weltkrieg deutlich.

Im zweiten Teil widmete sich die Traumfabrik dem Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood, der den Typus des Anti-Helden seit Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ neu definiert hat. Seine viel beachteten Filmwerke wie „Erbarmungslos“ oder „Gran Torino“ zeigen, dass sein unverwechselbarer Schauspielstil auch seinen Regiestil geprägt hat. Auch mit 83 Jahren ist Eastwood noch aktiv: seinen neuesten Film "Jersey Boys" stellten wir in einer Vorpremiere am 27. Juli 2014 vor.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1MB).

 

Themenabend: Wissenschaftliche Forschung und chemische Kriegsführung

Am 9. Juli 2014 veranstaltete der Akademische Filmkreis Karlsruhe e.V. (AFK – Das Kino an der Uni) gemeinsam mit dem ZAK einen THEMENABEND: Wissenschaftliche Forschung und chemische Kriegsführung: Der Nobelpreisträger Fritz Haber im 1. Weltkrieg. Mit Kurzfilm „Haber. The Father of Chemical Warfare“ von Daniel Ragussis, USA 2008.

Einführung von Wolfgang Petroll, Kinogespräch mit Dr. Klaus Nippert, Leiter KIT Archiv und Prof. em. Dr. Ulrich Schindewolf, Institut für Physikalische Chemie, KIT. Moderiert wurde der Abend von Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha.

Weitere Informationen

 

Wir sind Lebowski.
Retrospektive Joel & Ethan Coen 1984 – 2014
(Wintersemester 2013/2014)

Bild der Coen BrüderMit 16 Spielfilmen seit 1984 gehören die Brüder Joel und Ethan Coen zu den herausragenden Filmemachern unserer Zeit. Die mehrfachen Oscar-Gewinner und Schöpfer des Kultfilms „The Big Lebowski“ gelten als außergewöhnliche Drehbuchautoren, Regisseure und Produzenten. Ihr Filmwerk umfasst Komödien („O Brother,Where Art Thou?“), Kriminalgrotesken („Fargo“), Neo-Noir-Filme („Blood Simple“), Spionagesatiren („Burn After Reading“), Western („True Grit“) oder existentialistische Alltagsdramen („The Man Who Wasn’t There“) – oft auch als Mischung der Genres. Die Traumfabrik lädt im Wintersemester 2013/2014 alle Filmfans ein, den Kosmos der Brüder zu erkunden und deren Bestandsaufnahme amerikanischer Subkulturen unter die Lupe zu nehmen. Höhepunkte der Reihe sind die Karlsruher Premiere des neuen Films der Coen-Brüder „Inside Llewyn Davis“, der 2013 beim Filmfestival in Cannes mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde, sowie das Filmexploratorium „Wittgenstein in Coen Country“ im ZKM.

 

 

117 Jahre deutsch-französische Filmbeziehungen
(Sommersemester 2013)

Dass die deutsch-französischen Kulturbeziehungen auf dem Gebiet des Films so alt sind wie das Medium selbst, thematisiert die „Traumfabrik“ im Sommersemester 2013. In der Filmreihe zeigt die Schauburg in Kooperation mit dem ZAK, dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, dem Akademischen Filmkreis Karlsruhe e.V. und der Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung e.V. vor allem solche Filme, deren Geschichten oder Entstehungszusammenhänge Aspekte deutsch-französischer Filmbeziehungen verdeutlichen. Zwischen Mai und Juli 2013 stehen dabei neben Filmklassikern aus verschiedenen Epochen wie Jean Renoirs „La Grande Illusion“ (F 1937) und Max Ophüls ́ „Lola Montez“ (D 1955) unter anderem auch das Filmexploratorium „DADA Paris – Berlin“ mit Peter Weibel, Vorstand des ZKM, und Wolfgang Petroll, Lehrbeauftragtem des ZAK, auf dem Programm.

Weitere Informationen sowie das ausführliche Programm finden Sie hier (pdf)

Zur Videoaufzeichnung Dada: Paris - Berlin

 

Klassische Kinofilme
(Wintersemester 2011/2012)

Die Traumfabrik gibt dieses Mal Einblicke in drei große Bereiche des klassischen Kinofilms. Die ersten sechs Filme, darunter Kubricks „Dr. Seltsam“ und „Matrix“ aus der Feder der Wachowski-Brüder, werfen die Frage nach Zukunftsbildern und Befürchtungen auf. Der nächste Block der Reihe beschäftigt sich mit Filmautoren, die ihre Theorien in Form von Filmen formulierten. Von Sergej Eisensteins einflussreicher Montagetheorie über Jean-Luc Godards Ansatz der Nouvelle Vague bis hin zur Dogma-95-Bewegung kann hier Filmtheorie erlebt werden. Abschließend wendet sich die Traumfabrik dem Phänomen der Kultfilme zu und gibt Beispiele aus verschiedenen Genres. Als würdiger Abschluss erweist sich hier Michael Curtiz` „Casablanca“.

Weitere Informationen sowie das ausführliche Programm finden Sie hier (pdf)

 

 

Kreative Filmästhetik und Nachhaltigkeit im Film
(Wintersemester 2010/2011)

Kinofilme sind keine Wegwerfprodukte, gerade durch sie wird kulturelle Nachhaltigkeit gefördert. Einen Beitrag dazu leistet auch die Schauburg in Zusammenarbeit mit dem ZAK. Der erste Teil der Reihe „In Bildern denken – kreative Filmästhetik“ geht der Frage nach, wie seit mehr als hundert Jahren unsere Kreativität durch Filme angeregt wird. Transkulturelle Einflüsse, etwa bei Quentin Tarantino („Four Rooms“), Jean-Luc Godard („Le mépris“) oder Akira Kurosawa („Träume“), spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Entwicklung eines technoimaginären Medienbewusstseins in Filmen von Fritz Lang („M“), Stanley Kubrick („Shining“) oder David Lynch („Inland Empire“). Im Mittelpunkt des zweiten Teils „Weitere nachhaltige Bewegungen“ stehen Filme, die sich in Debatten und Filmzitaten, bei Experten und Publikum als kulturell nachhaltig erwiesen haben.

Weitere Informationen sowie das ausführliche Programm finden Sie hier (pdf)