Ringvorlesung: Einführung in die Angewandte Kulturwissenschaft

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Angewandte Kulturwissenschaft am ZAK versteht sich als ein breites Spektrum kulturwissenschaftlicher, praxisorientierter Themen. In der Vorlesung werden Sitzung für Sitzung die verschiedenen kulturwissenschaftlichen Disziplinen und Schwerpunktthemen erläutert, wie sie in den Studienbausteinen des Begleitstudiums Angewandte Kulturwissenschaft verankert sind. Renommierte Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis stellen anschaulich ihre Arbeitsgebiete und Forschungsthemen vor und geben so detailliert Einblick in die einzelnen Aufgabenfelder der Angewandten Kulturwissenschaft. Die Vorlesung wird angeleitet und moderiert von Dr. Christine Mielke, jede Sitzung bietet zudem ausreichend Raum für Fragen an die Dozentinnen und Dozenten und für die Diskussion des jeweiligen Themas.

Die Ringvorlesung findet jeweils im Wintersemester, immer montags statt und ist geöffnet für Gasthörerinnen und Gasthörer. Bei Besuchen von mehr als drei Vorträgen der Ringvorlesung bitten wir nicht studentische Hörerinnen und Hörer um eine kostenpflichtige Anmeldung über www.awwk-karlsruhe.de oder www.zak.kit.edu/informationen_gasthoererInnen

Die Veranstaltung findet online auf zoom statt.

Interessierte Studierende melden sich bitte im Anmeldekalender an.

Gasthörende können sich per E-Mail an christine.mielke(at)kit.edu melden und erhalten dann den Online-Zugang zur Veranstaltung.

Leistungsnachweis

Es können Schlüsselqualifikationsscheine mit 3 LP erworben werden. Zum Erwerb der 3 LP ist es erforderlich, zwei Lernprotokolle zu ausgewählten Sitzungen der Ringvorlesung zu erstellen.

Ringvorlesung im Wintersemester 2020/21

2. November 2020 (Vortrag muss leider ausfallen)

Der Vortrag muss leider ausfallen

 

Kunst und Kultur in der Stadt. Kulturpolitische Strategien der Stadtentwicklung
Dr. Susanne Asche (Leiterin des Kulturamts Karlsruhe)

 

Seit einigen Jahren werden auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene kulturpolitische Leitlinien entwickelt, in denen mit Blick auf die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen Strategien für die zukünftige Kunst-, Bildungs- und Kulturförderung formuliert werden. Kulturpolitik wird dabei als gesamtgesellschaftliche Politik definiert, die Schnittstellen zu fast allen anderen politischen  Feldern aufweist. Das Kulturkonzept 2025 der Stadt Karlsruhe wurde in einem dreijährigen Prozess mit breiter Beteiligung der Kulturszene und der Kommunalpolitik erarbeitet und im Mai 2014 vom Gemeinderat der Stadt einstimmig verabschiedet.
In der Vorlesung werden das Konzept, das Vorgehen bei  dessen Erstellung und die Einbettung in die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen vorgestellt und diskutiert. Mehr Informationen zum Kulturkonzept unter:
www.karlsruhe.de/b1/kultur/kulturfoerderung/kulturamt/kulturkonzept 

 

 

 

 

9. November 2020, 16 Uhr

 

Einführung in die Angewandte Kulturwissenschaft
Dr. Christine Mielke (Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, ZAK)

 

Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm von 1846 wird der Begriff ‚Kultur‘ nicht aufgeführt – seine Erfolgsgeschichte setzt erst kurz darauf ein und erlebt seinen Höhepunkt im heute wirksamen ‚Cultural Turn‘. In der Auftaktvorlesung zur Einführung in die Angewandte Kulturwissenschaft soll anhand von Beispielen diskutiert werden, was Kultur eigentlich ist, was Kulturwissenschaften sind und warum auch der Kulturbeutel in diesem Rahmen Erwähnung finden sollte.

 

 

16. November 2020, 16 Uhr

 

Aus Tabellen werden Bilder: Kultur- und Datenkompetenz in der Stadt- und Raumplanung
Jun.-Prof. Dr. Martin Berchtold (Professor für Digitalisierung, Visualisierung und Monitoring in der Raumplanung, TU Kaiserslautern)

 

Ein hoher Anteil von Daten hat direkten oder zumindest impliziten Raumbezug, wobei die Annahmen in Fachkreisen von 60 bis 100% reichen. Viele dieser Daten werden in Planungsprozessen verarbeitet, die viel mehr dafür verantwortlich sind, wie unsere alltägliche Umgebung aussieht, funktioniert und „sich anfühlt“, als allgemein wahrgenommen wird. Aber häufig wird das Potenzial von an sich bereits vorhandenen Daten für Planungs- und Gestaltungsprozesse gar nicht ausgeschöpft und deren Bedeutsamkeit für eine nachhaltige Stadt- und Raumplanung gar nicht erkannt. Der Vortrag zeichnet ein Bild der Datenverarbeitung und Daten- bzw. letztlich Kulturkompetenz aus Sicht der Stadt- und Raumplanung und diskutiert planerische Denkansätze und Arbeitsweisen: vom kreativen Finden, Lesen und Spielen, von „unsachgerechter Datenverarbeitung“ mit neuem Erkenntnisgewinn, vom „hybriden“ Entwerfen mit digital-analogen Prozessen bis hin zu Aspekten des Datenschutzes und einer notwendigen Visualisierungs- und Vermittlungsethik.

 

 

23. November 2020, 16 Uhr

 

Die Auswirkungen von Corona auf die Filmbranche
Dr. Oliver Langewitz (Geschäftsführender Vorstand Filmboard Karlsruhe und Kulturmanager)

 

Die Film- und Kinobranche in Deutschland und auch weltweit wurde durch COVID-19 stark getroffen. Welche Auswirkungen die letzten Monate auf das Filmsystem hatten und wie sich dieses dadurch auch nachhaltig verändern könnte, wird aus sozialer, kultureller und ökonomischer Perspektive erörtert.

 

30. November 2020, 16 Uhr

 

New Narratives for the 21st Century
Prof. Ludger Pfanz (Leiter Videostudio Hochschule für Gestaltung Karlsruhe)

 

Zwei Narrative bestimmen derzeit die Visionen für das 21. Jahrhundert: Das „Silicon-Valley-Narrativ“, in dem Superreiche sich in Superwesen verwandeln, die zum Mars oder unters Meer aufbrechen, um sich vor drohenden Katastrophen in Sicherheit zu bringen bzw. das asiatische „Expertokratie-Narrativ“, in dem Superstaaten mithilfe künstlicher Intelligenz totale Kontrolle entwickeln und damit den perfekten Staat entwerfen, in dem jeder Einzelne dem Gemeinwohl dient. Bei „Beyond Future Design“ versuchen wir neue Narrative für das 21. Jahrhundert zu entwerfen, die basierend auf europäischen Traditionen soziale Verantwortung und persönliche Freiheit zusammenbringen und fortentwickeln.

 

 

7. Dezember 2020, 16 Uhr

 

Ökologie und Kultur
Dr. Volkmar Baumgärtner (Regionalverband Mittlerer Oberrhein)

 

„Ökologie“, als ursprünglich rein naturwissenschaftlicher Forschungszweig, und "Kultur" haben auf den ersten Blick scheinbar wenig miteinander zu tun. In der Vorlesung werden interdisziplinäre Verknüpfungen in der Theorie und anhand vom Praxisbeispielen vorgestellt und im Blick auf das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung erörtert.

 

 

14. Dezember 2020, 16 Uhr

 

Austausch mit ‚Afrika‘ in Wissenschaft und Gesellschaft: Ein- und Ausblicke
Dr. Annika Hampel (Africa Centre for Transregional Research der Universität Freiburg / Arnold-Bergstraesser-Institut)

 

Die aktuellen Debatten um Black Live Matters, strukturellen Rassismus und die Restitution kolonial erworbener Kulturgüter und human remains müssen die Perspektiven afrikanischer Expert*innen miteinbeziehen. Ebenso benötigen die Diskurse über aktuelle globale Herausforderungen wie bspw. Klimawandel und Migration die Beteiligung afrikanischer Stimmen, um gesamtgesellschaftliche Lösungen zu finden und die globale Entwicklung voranzutreiben. Das 2020 eröffnete Afrika-Zentrum ist Gastgeber für afrikanische Forscher*innen und möchte ein differenziertes Bild afrikanischer Wirklichkeit in der breiten Öffentlichkeit etablieren.
Der Vortrag stellt die Arbeit des ACT sowie das Engagement von Baden-Württemberg und Deutschland vor und erläutert Herausforderungen und Potenziale in der Zusammenarbeit mit ‚Afrika‘.

 

 

21. Dezember 2020, 16 Uhr

 

Frieden durch Kulturarbeit. Die Rolle der UNESCO im System der vereinten Nationen
Prof. Dr. Hartwig Lüdtke (Direktor Technoseum Mannheim, Vizepräsident Deutsche UNESCO-Kommission)

 

Die UNESCO ist die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Sie wurde am 16. November 1945 gegründet. „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden“ lautet die in der UNESCO-Verfassung verankerte Leitidee. Die Motive, die zur Gründung der UNESCO und ihrer Welterbeprogramme nach den Erfahrungen im 2. Weltkrieg geführt haben, sind heute so aktuell und notwendig wie damals. In seinem Vortrag erläutert Hartwig Lüdtke Struktur und Aufgabenspektrum der UNESCO hinsichtlich der Kulturarbeit und stellt speziell die auf das historische Erbe gerichteten Programme anhand historischer und aktueller Beispiele vor

 

 

11. Januar 2021, 16 Uhr


 

Technischer Fortschritt und Kultur 
Prof. Dr. Armin Grunwald (Leiter Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, KIT)

 

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt ist Teil der Kultur und verändert sie gleichzeitig. Wenn man die zunehmende Prägung praktisch aller Bereiche in Kultur und Gesellschaft durch Technik als Technisierung bezeichnet, so zeigt sich eine dialektische Seite: Technisierungshoffnungen stehen neben oder gegen Technisierungsbefürchtungen, denn Technik ist Ermöglichung wie auch Eingrenzung zugleich. Technisierung als ein zentrales kulturelles Moment der Gegenwartsgesellschaft bedarf daher der kritischen Reflexion und der Gestaltung. Technikfolgenabschätzung ist ein Ansatz, um dies umzusetzen.

 

 

18. Januar 2021, 16 Uhr


 

Museum and beyond. Das Museum – eine bürgerliche Institution auf Abruf? Geschichte, Gegenwart, Zukunft
Dr. Annette Ludwig (Direktorin Gutenberg-Museum Mainz)

 

Ausgehend von den geistlichen Schatz- und den fürstlichen Kunst- und Wunderkammern soll die Entwicklung der Institution Museum skizziert und für ihre Vielfalt und historische Dimension, ihre klassischen Aufgaben, Funktionen und Indienstnahmen bis ins 21. Jahrhundert belegt werden. Die Grundlagen professioneller Museumsarbeit sowie die Berufsbilder rund um das Museum werden aus der Perspektive einer „Museumsmacherin“ vorgestellt und anhand praktischer Beispiele erläutert. Hierbei wird die Rolle des Museums für unser kulturelles Erbe und Gedächtnis ebenso thematisiert wie seine Bedeutung für die Etablierung gesellschaftlicher Strukturen und Narrative. Die Relevanz für Schulen, Kommunen und Wirtschaft ist aktueller denn je: Was wird aus der kulturellen Grundversorgung inmitten der Corona-Pandemie?

 

 

25. Januar 2021, 16 Uhr



 

Mit politischer Bildung klare Kante gegen Fake News zeigen
Bianca Braun, Daniel Henrich (Landeszentrale für politische Bildung)

 

Nicht erst seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie haben wir es mit einer Flut an Informationen zu tun, deren Wahrheitsgehalt oft fraglich und auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich wird. Sogenannte Fake News gilt es zu erkennen und einzuordnen, damit wir ihnen begegnen können. Die Referent*innen zeigen in diesem Vortrag, wie wir mithilfe politischer Bildung unser Bewusstsein und Urteilsvermögen schulen können und geben praktische Tipps, um zweifelhafte Nachrichten auf Zuverlässigkeit zu überprüfen.

 

 

1. Februar 2021, 16 Uhr

 
Natur geordnet und kultiviert - Geschichte und Bedeutungswandel botanischer Gärten
Prof. Dr. Michael Mönnich (Stellv. Leiter der KIT-Bibliothek, Honorarprofessur für Geschichte der Pharmazie in Tübingen)
 

Botanische Gärten entstanden im 16. Jh. aus mittelalterlichen Kräutergärten, um lebende Pflanzen in systematischer Ordnung zu zeigen. Ihre Zweckbestimmung war zunächst die Hochschuldidaktik, später bildeten sie die Grundlage für taxonomisch-botanische Studien. Zu den botanischen Gärten an Universitäten traten im Barock fürstliche Anlagen, die vor allem repräsentativen Zwecken dienten. In jüngster Zeit trat noch die Erhaltung der Biodiversität als weitere Funktion hinzu. Am Beispiel der botanischen Gärten in Karlsruhe lassen sich viele dieser Bedeutungswandlungen nachvollziehen.

 

 

8. Februar 2021, 16 Uhr

 
Stereotype und Diversity im Berufsalltag
Prof. Dr. Sara Köser (Professorin für Sozial- und Wirtschaftspsychologie, Hochschule Fresenius Heidelberg)
 

Frauenquote, Chancengleichheitsbeauftragte, Partnerschaftsbonusmonate, ...und noch immer gibt es bedeutsame Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Berufsleben. Doch warum ist das so? Neben den aktuellen Zahlen betrachten wir psychologische Erklärungsmodelle zu sozialen Gruppen sowie ausgewählte Studien zur Diskriminierung im Arbeitskontext. Gut vorbereitet können wir dann den Blick in die Zukunft und für andere Minoritäten wagen und diskutieren.

 

 

15. Februar 2021, 16 Uhr

 

Interkulturalität, Integration und kulturelle Identität
Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha (Gründungsdirektorin des ZAK, KIT)

 

Der Vortrag gibt einen ausführlichen Überblick über die kulturwissenschaftliche Perspektive auf Inter- bzw. Multikulturalität und behandelt grundsätzliche Fragestellungen wie: „Welche Kulturbegriffe gibt es? Was bedeutet kulturelle Identität und kulturelle Zugehörigkeit? Was ist kultureller Pluralismus? Ausführlich eingegangen wird auf die Entstehung von kulturellen Vorurteilen und Stereotypisierungen, auf Kulturdifferenzen wie Zeit, Raum, Kommunikation u. a. und auf das Thema Integration und Migration in Deutschland und in Europa und auf die Frage nach einer europäischen Identität.