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KunstStück Zukunft - Der perfekte Mensch

28. – 30. April 2000, Gesamtthema der EKT 2000: »KunstStück Zukunft«, in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Karlsruhe und dem ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie.

 

Leitung

Dr. Caroline Y. Robertson (IAK)
Prof. Dr. Erika Rödiger-Diruf (Städtische Galerie)
Prof. Peter Weibel (ZKM)

 

Inhalt

Das Symposion "KunstStück Zukunft" versuchte hochbrisante Fragestellungen der aktuellen Zukunftsdiskussion aufzugreifen, um sie in der Öffentlichkeit transdisziplinär zu erörtern. Es gliederte sich in drei Teile. Erstes Thema war "Der perfekte Mensch", betreut vom IAK. Daran schloss sich das von der Städtischen Galerie Karlsruhe begleitete Thema "Zur Nahrungskette heute" an. Mit der Ausstellung "Art & Language & Luhmann No 2" und einem Symposion zur Systemtheorie setzte das Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) in Zusammenarbeit mit dem Institut für soziale Gegenwartsfragen Freiburg und der Jackson Pollock Bar Freiburg die Veranstaltung fort. Am Eröffnungsabend gab der bekannte Molekularbiologe Jens Reich eine übergreifende Einführung in die gesamte Problematik. Das Symposion begann mit dem Thema "Der perfekte Mensch". Der uralte Traum vom perfekten Menschen scheint durch die Errungenschaften der Gentechnologie erneut an Aktualität gewonnen zu haben. Doch ist die Hoffnung auf den besseren Menschen wirklich eine Frage der Gene und nicht eher eine Frage der Moral? Durch die Sloterdijk-Debatte wurde die Öffentlichkeit erneut dafür sensibilisiert, dass die neuen medizinischen und biotechnologischen Möglichkeiten den bisher bestehenden juristischen und ethischen Rahmen bei weitem überschreiten und es angesichts ständiger "Horrormeldungen" aus den Genlabors immer wichtiger wird, sich endlich den aktuellen Fragen zu stellen und neue ethische Konzepte zu entwickeln. Unumstritten ist, dass wissenschaftliche und technische Innovationen für die Fortentwicklung der Welt unerlässlich und grundsätzlich als positiv zu bewerten sind. Doch bei der Frage nach der Freiheit der Wissenschaft bleibt ungeklärt, inwieweit die Forschung alles darf. Fest steht, dass es in der Geschichte noch niemals möglich war, Forschungsergebnisse der Praxis vorzuenthalten. Gleichzeitig herrscht die Angst vor, das heiße Eisen anzufassen, da man sich z.B. bei der Biotechnikdiskussion in die Gefahr begeben kann, in die Nähe von Rassentheoretikern und Menschenzüchtern gerückt zu werden. Deren Geschichte und der Traum vom "perfekten Menschen" führte bekanntlich zum Holocaust. Das Symposion "KunstStück Zukunft" nahm diese brisante Problematik auf und versuchte die Diskussion durch die Einbeziehung verschiedenster Wissenschaftsdisziplinen und der Öffentlichkeit voranzubringen.

 

Teilnehmer

Teilnehmer des Teil I - Der perfekte Mensch:
Prof. Dr. Wolfgang Benz, Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin
Prof. Dr. Ludger Honnefelder, Philosophisches Seminar der Universität Bonn
Prof. Dr. Regine Kollek, Biotechnologin, Universität Hamburg
Prof. Dr. Annemarie Pieper, Philosophisches Seminar der Universität Basel
Prof. Dr. Jens Reich, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin
Dr. Ludger Weß, Wissenschaftsjournalist, Hamburg