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Karlsruher Gespräche 2009

Rechts außen: Rechtsextremismus in Europa heute

Prof. Dr. Jean-Yves Camus

Referent 

 

Prof. Dr. Jean-Yves Camus ist Jahrgang 1958 und ein französischer Politologe und Experte für Rechtsextremismus. Er ist Absolvent des l’Institut d’Études Politiques in Paris, darüber hinaus hat er einen Abschluss in Politikwissenschaft von der Universität Paris-Sorbonne sowie in zeitgenössischer Geschichte von der l’École des Hautes Études en Sciences Sociales (EHESS). Er war Forschungsleiter am Centre Européen de Recherches et d’Études sur le Racisme et l‘Antisémitisme (CERA) und hat an einigen französischen Fachzeitschriften mitgewirkt, beispielsweise an der wöchentlichen Kulturzeitschrift L’Evénement du Jeudi. Heute forscht Camus am Institut De Relations Internationales Et Strategiques (IRIS) in Paris, einem Institut für strategische und internationale Beziehungen. Er ist Mitglied des European Consortium on Political Research und der Task Force on Antisemitism, European Jewish Congress. Unter anderem setzt sich Camus mit der französischen rechtsextremistischen Partei Front National auseinander, die bei den Kommunalwahlen 2008 eine politische Niederlage erlitten hat. In einem Interview mit dem Internetportal „Mut gegen rechte Gewalt“ beschreibt Camus die typischen Wähler der Front National als überwiegend männlich und rassistisch, wobei er zwischen zwei Wählerschaften unterscheidet. Während die eine Wählerschaft bürgerlich ist und der nationalen Rechten entstammt, ist die andere unter Arbeitern zu suchen, die sozial benachteiligt sind. Im gleichen Interview vergleicht er den Umgang mit Rechtsextremismus in Deutschland und Frankreich folgendermaßen: „In Deutschland ist der Wille, den politischen Extremismus zu überwachen – der übrigens in Deutschland eine politische Kategorie ist, jedoch nicht in Frankreich – auf die Geschichte zurückzuführen. … In Frankreich haben wir nicht dieselbe Erfahrung der Geschichte. Man denkt, man ist immunisiert.“ Camus hat einige Bücher und Artikel zum Thema Rechtsextremismus geschrieben. 2004 erschien „Le Front National: état des forces en perspective“ und 2006 „Extrêmismes en France : faut-il en avoir peur?“



Das ZAK hat Herrn Prof. Dr. Jean-Yves Camus gebeten, folgende Frage zu beantworten:

Was können Bürgerinnen und Bürger gegen den Rechtsextremismus beitragen?
"Der Aufstieg rechter Parteien in Westeuropa ist das Ergebnis der Unzufriedenheit vieler Wähler mit der Reserviertheit der politischen Elite und den Handlungen der bestehenden Parteien. Infolgedessen gehen diese Bürger gar nicht mehr zur Wahl oder aber stimmen für die populistischen Bewegungen, die besser abschneiden, wenn die Wahlbeteiligung niedrig ist. Um dem Rechtsextremismus entgegenzuwirken ist es deshalb vielleicht am effektivsten, zur Wahl zu gehen und an kommunalen Veranstaltungen teilzunehmen."