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Reich der Mitte – Quo vadis?
China zwischen Megaentwicklungen und Stagnation

Colloquium Fundamentale im Wintersemester 2015/16

Chinas grandioser wirtschaftlicher Aufstieg mit zeitweise zweistelligen Wachstumsraten machte das Land in wenigen Jahrzehnten zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Diese neue wirtschaftliche Stärke bleibt nicht ohne Folgen für die internationale Gemeinschaft. Jede Entwicklung und Entscheidung in China hat heute starke Auswirkungen auf den Rest der Welt. Wo die einen mit der Erstarkung einer neuen Weltmacht neben den USA eine Chance auf eine multipolare und gerechtere Weltordnung sehen, befürchten andere die Vormachtstellung eines undemokratischen Staates, der die Weltbalance ökonomisch, ökologisch und politisch in Schwierigkeiten bringt. Wie auch immer das Pendel ausschlagen mag; es bleibt unbestritten, dass ohne die Mitwirkung Chinas kaum eine globale Frage mehr gelöst werden kann.

Themen wie Chinas Ein-Kind-Politik, der Anstieg der Rohstoffpreise auf Grund von Chinas wachsender Nachfrage, die großen Umweltbelastungen, die das Land mit den höchsten CO2-Emmissionen verursacht sowie die konsequente Zurückstellung der kritischen Auseinandersetzung mit Menschenrechtsfragen, der Meinungsfreiheit oder Minderheitenpolitik hinter die Verbesserung des Wohlstands und der Lebensqualität werden behandelt. Ist in Zukunft mit einer Zunahme von sozialen Unruhen in China zu rechnen angesichts der sich stetig weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich? Und welche globalpolitische Rolle wird das Land in Zukunft einnehmen? Diesen und weiteren Fragen möchte sich die Vortragsreihe im Wintersemester widmen und einen vielfältigen Überblick über die Entwicklungen Chinas und deren globale Auswirkungen geben, die sowohl die Probleme als auch die möglichen Chancen, die mit der neuen Weltmacht China einhergehen zur Diskussion stellen.

 

Konzept und wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin des ZAK

Organisatorin:
Dipl.-Angl. Christine Melcher

 

Das Colloquium Fundamentale wird durch die Karlsruher Universitätsgesellschaft e.V. gefördert.

Veranstaltungsübersicht

Eröffnungsvortrag: Neue Weltmacht China

19.11.2015 – 18.00 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Dr. Volker Stanzel
Foto: Jörg Carstensen dpa/lbn
Dr. Volker Stanzel

Ehem. deutscher Botschafter in China

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Wenn China erwacht, wird die Erde beben, soll Napoleon gesagt haben. Ist es soweit? Weltmacht China: das kann noch engere Wirtschaftsbeziehungen bedeuten, größeren Wohlstand für Chinesen und Chinas Partner, und eine gefestigtere Weltordnung. Das kann auch schärfere Konkurrenz und Konflikte bedeuten, risikoreiche Konsequenzen haben, auch für die Chinesen selbst, die unter politischer Unterdrückung und der Zerstörung ihrer Umwelt leiden. Deutschland, wichtigster Wirtschaftspartner Chinas in Europa, und die EU werden sich strategisch richtig aufstellen müssen. Dr. Volker Stanzel, Mitglied des European Council on Foreign Relations, frühere Politische Direktor des Auswärtigen Amts und deutsche Botschafter in Peking, versucht eine Abwägung von Chancen und Risiken von Chinas neuer Rolle, und der unweigerlichen Folgen auch für uns Europäer.

 

Die Menschenrechtssituation in China und ihre Wahrnehmung

03.12.2015 – 18.00 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Viele Fragen im Zusammenhang mit der Menschenrechtssituation in der Volksrepublik China bleiben kontrovers. Wie ist die aktuelle Situation und wie die weitere Entwicklung zu bewerten? Sollte das Ausland Einfluss auf die Situation nehmen und, falls ja, wie? Zur Kontroverse trägt bei, dass diese Debatte nicht frei von Vorurteilen ist, was vereinfachte Analysen und Bewertungen komplexer Situationen und Entwicklungen befördert. Eine Reflexion unserer Wahrnehmung der Volksrepublik China ist daher geboten. Die Veranstaltung gibt einen Überblick der aktuellen Lage insbesondere auch über die Bewusstseinsbildung der Bürger, dass jedem Menschen Rechte zustehen.

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Interview Radio KIT (mp3-Format ca. 44 MB)

Prof. Dr. Dirk Pleiter Prof. Dr. Dirk Pleiter

Sprecher der China-Ländergruppe von Amnesty International

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Shi Ming

Shi Ming
Freier Journalist und Publizist

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(Aus urheberrechtlichen Gründen ist von diesem Vortrag kein Videomaterial verfügbar)

 

 

 

Chinas Herausforderung des (grünen) Wachstums

10.12.2015 – 18.00 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Als Reaktion auf die globale Finanzkrise, die gravierenden Umweltprobleme in China und die Grenzen des bisherigen Wachstumsmodells setzt die chinesische Regierung seit einigen Jahren vermehrt auf "grünes Wachstum". Angesichts der starken gesundheitlichen Probleme für sowohl die eigene Bevölkerung als auch die globalen Auswirkungen von Chinas Umweltverschmutzung ist ein drastischer „grüner“ Umschwung dringend nötig. Ist ein Umdenken von Chinas bisheriger Prämisse „Wachstum um jeden Preis“ in Sicht?

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Prof. Dr. Peter Heck

Prof. Dr. Peter Heck
Geschäftsführender Direktor des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS), Hochschule Trier, Standort Umwelt-Campus Birkenfeld

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Prof. Dr. Doris Fischer

Prof. Dr. Doris Fischer
Lehrstuhlinhaberin China Business and Economics, Universität Würzburg

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Podiumsdiskussion: Quo vadis China?

21.01.2016 – 18.00 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

In der Podiumsdiskussion des Colloquium Fundamentale werden die Auswirkungen der Politik Xi Jinpings thematisiert werden. Vier ausgesprochene Kenner der Volksrepublik China, mit langjährigen praktischen Erfahrungen im und mit dem Land, werden unter der Moderation von Gisela Mahlmann die aktuellen Ereignisse beleuchten. Welche politischen, wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen sind in den letzten Jahren zu verzeichnen? Welche Vergleiche lassen sich von der Situation im Land vor und nach 1989 ziehen? Wie ist die Politik der Öffnung und gleichzeitigen Kontrolle zu bewerten? Diese und weitere Fragen sowie ein Ausblick auf die kommenden Entwicklungen Chinas werden diskutiert.

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Moderation:

Gisela Mahlmann Gisela Mahlmann

Journalistin, ehem. ZDF-Chinakorrespondentin

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Podiumsgäste:

 

Dr. Sabine Stricker-Kellerer
Foto: Freshfields Bruckhaus Deringer

Dr. Sabine Stricker-Kellerer

Senior China Counsel bei Freshfields Bruckhaus Deringer LLP

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Auf Grund einer kurzfristigen Terminschwierigkeit musste Dr. Sabine Stricker-Kellerer leider absagen.

Traudel Schlenker

Traudel Schlenker
Verwaltungsleiterin a. D. des Goethe-Institut in Peking

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Matthias Stepan Matthias Stepan

Stellv. Leiter des Forschungsbereichs Politik, Gesellschaft, Medien am Mercator Institute for China Studies (MERICS), Berlin

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Martin Claus

Martin Claus
Direktor International Marketing bei Sinoma Technology & Equipment Group

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Chinas politisches System und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

28.01.2016 – 18.00 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

 

Prof. Dr. Thomas Heberer Prof. Dr. Thomas Heberer

Seniorprofessur für Politik und Gesellschaft Chinas, Universität Duisburg-Essen

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Nach mehreren Jahrzehnten wirtschaftlichen Wachstums und politischer Öffnung steht China vor der Herausforderung einer Neuausrichtung seines Wachstumsmodells, was weitreichende politische und gesellschaftliche Folgen haben wird. Eine wichtige Ressource für die Stabilität des politischen Systems war und ist die positive ökonomische Entwicklung. Diese ist jedoch nicht alleinige Grundlage der Anpassungsfähigkeit und relativen Stabilität des Einparteienstaates. In seinem Vortrag diskutiert Thomas Heberer Steuerungsmöglichkeiten und Hintergründe staatlichen Handelns in der VR China. Was sind die Mechanismen, die die Umsetzung nationaler Politik bis auf die lokale Ebene in China garantieren? Sind dem ökonomischen Erfolg als Quelle der Legitimation Grenzen gesetzt? Und wohin entwickelt sich China?