Home | English | Impressum | Sitemap | KIT
ZAK Logo

Karlsruher Gespräche 2009

Rechts außen: Rechtsextremismus in Europa heute

Prof. Dr. Marc Swyngedouw

Referent 

 

Prof. Dr. Marc Swyngedouw wurde 1956 geboren. Er promovierte im Jahre 1989 in Sozialwissenschaften an der Universität Leuven/Belgien, wo er heute als Professor für Politische Soziologie und Methodik tätig ist. Er ist Vorsitzender des Zentrums für Soziologische Forschung (CESO) an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Direktor des Instituts für Soziale und Politische Meinungsforschung (ISPO) in Leuven. Im Jahre 1990 gründete er zusammen mit dem Institut für Politische Soziologie und Methodik (IPSoM) der Katholischen Universität Brüssel das Master Programm „Quantitative Analyse in den Sozialwissenschaften“. Darüber hinaus entwickelte er die analytischen Wählerbefragungen für die staatlichen und lokalen Wahlen in Flandern. Seine Forschungsfelder sind quantitative und qualitative Methodik, ethnische Minderheiten, politische Soziologie, die extreme Rechte und populistische Parteien, vergleichende Forschungsmethoden und die öffentliche Meinung. Seit 1991 ist Swyngedouw leitender Forscher für die nationalen Wahlstudien in Belgien. Er ist außerdem Mitglied der Comparative Study of Electoral Systems Gruppe (CSES) und beteiligt sich sowohl an den europäischen Wahlstudien als auch an verschiedenen europäischen vergleichenden Forschungsvorhaben zu ethnischen Minderheiten und europäischer Integration. Das Gallup Research Center an der Universität von Nebraska in Lincoln/USA, das Centre d’Étude de la Vie Politique Française in Paris sowie weitere Universitäten und Forschungszentren haben ihn als Gastprofessor und Forscher eingeladen. Er hat Artikel und Besprechungen in verschiedenen internationalen Zeitschriften veröffentlicht, wie etwa in Quantity and Quality, West-European Politics, Electoral Studies, Revue Internationale de Politique Comparée, Revue Française de Science Politique, Journal of Ethnic and Migration Studies, European Sociological Review, Ethnicities, und andere. Zudem hat Swyngedouw an einigen Büchern als Herausgeber mitgewirkt. Dazu zählen „Rechtsextremismus in populistischer Gestalt“ (2006), „The extreme right in Belgium“ (2007) und „Euroscepticism in Belgium“ (2007). Swyngedouw ist Mitglied der Redaktionsleitung der Zeitschrift Political Analysis, die von der Society for Political Methodology of the American Political Science Association herausgegeben wird.



Das ZAK hat Herrn Prof. Dr. Marc Swyngedouw gebeten, folgende Frage zu beantworten:

Was können Bürgerinnen und Bürger gegen Rechtsextremismus beitragen?
"Rechtsextremismus zu bekämpfen bedeutet, gegen die Ursachen dieses Verhaltens anzugehen. Die meisten von uns haben keine Exekutivgewalt und können keine grundlegenden Dinge in unserer Gesellschaft verändern. Ich bin jedoch der Überzeugung, dass wir alle auf die Ursachen des Rechtsextremismus auf verschiedene und bedeutende Weise, wenn auch im kleinen Maßstab, einwirken können. Auf der Grundlage dessen, was ich als Ursachen für Rechtsextremismus ansehe, gebe ich die folgenden 9 Vorschläge zur Bekämpfung desselben zur Diskussion.

1. Alltäglichen Rassismus nicht akzeptieren
2. Den Gedanken der „Kampf der Kulturen“ als allumfassende Konfliktlinie der heutigen Zeit bekämpfen
3. Ausdruck von Ethnozentrismus nicht akzeptieren
4. Sich autoritär geprägten Konzepten bei der Kindererziehung, Ausbildung und Regierungsführung erwehren. Eine kritische aber offene und positive Weltanschauung fördern
5. Das Sozialleben in den Wohngegenden beleben. So kann das Misstrauen Anderer vermindert werden
6. Alle möglichen Arten an Treffen zwischen ethnischen Minderheiten und Einheimischen organisieren
7. Benachteiligten Kindern helfen, in der Schule erfolgreich zu sein
8. Jungen Müttern und Vätern klarmachen, wie wichtig es ist, ihre Kinder in den Kindergarten zu schicken, damit sie die Landessprache (neben der Muttersprache) und die kleinen, aber wichtigen Dinge lernen, die ihnen beim Start in die Grundschule helfen
9. Nachbarschaftsschulen für Kleinkinder und Kinder so organisieren, dass es keine Schulen mehr gibt, an denen alle Kinder ethnischen Minderheiten angehören. "