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Karlsruher Gespräche 2011

Ins Netz gegangen? Google-Kulturen global

Birgit Ellinghaus

Referentin

 

Birgit Ellinghaus

Birgit Ellinghaus studierte Sozialarbeit und Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik in Düsseldorf. Als Mitinitiatorin des sozio-kulturellen Zentrums „Die Börse“ in Wuppertal 1974/1975 ist sie u.a. verantwortlich für den Stadtteilkulturladen und das Kulturprogramm. Sie absolvierte einen mehrjährigen Auslandsaufenthalt in Frankreich, wo sie als Kuratorin für Kunstprojekte türkischer Exilkünstler arbeitete. 1990 gründete sie das Kulturmanagement-Büro „alba Kultur“ in Köln mit Spezialisierung auf internationale Kunst- und Kulturprojekte/Globale Musik und ist seitdem Direktorin dieser Einrichtung. Seit 1997 brachte sie zahlreiche Musikproduktionen ethnisch zeitgenössischer Musik für das von ihr gegründete Weltmusik-Label "Heaven and Earth" hervor und arbeitete als Musikverlegerin. Sie ist u.a. Mentorin für "International Arts Management" am Columbia College Chicago/US des Departments Arts, Entertainment, Media Management sowie Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik in Köln. Seit 2009 ist sie Mitglied des Beirats „Kontaktstelle Vielfalt kultureller Ausdrucksformen“ zum Fachausschuss für Kultur der Deutschen UNESCO Kommission.

Das ZAK bat Birgit Ellinghaus  folgende Fragen zu beantworten:

1.    Die Zukunft unserer Wissensgesellschaft – ist das Internet die Quelle einer Informationsüberflutung oder bereitet es den Boden für eine neue Wissensgesellschaft?

Da der Mensch nur über sehr begrenzte Zeit und Aufnahmefähigkeit für Informationen verfügt, ist es angesichts der durch das Internet immens gestiegenen Quantität von potentiell verfügbaren Informationen wichtig, dass im Rahmen von Bildung neue Strategien zur Selektion von Informationen, neue soziale und technologischen Formen des Lernens und neue Haltungen gegenüber Inhalten entwickelt werden, sodass daraus neues Wissen mit gesellschaftlichem Nutzen entstehen kann. Das Internet ist beides: Quelle von Informationsüberflutung und Möglichkeit für die Entstehung eine neuen Wissensgesellschaft!

2.    Kann das Internet tatsächlich zu verstärkter Partizipation der Bürger beitragen oder sind die Visionen einer neuen Demokratie im Netz bloße Illusionen?

Das Internet kann Möglichkeiten für verstärkte Partizipation von Bürgern und Demokratisierung von politischen Entscheidungsprozessen lokal und global bieten (z.B. Plattformen von kulturellen Monoritäten, Online-Petitionen, AVAAZ u.ä., Blogs, Plattformen des Social Web etc.). Allerdings ist das Internet gleichzeitig auch Mittel und Ausdruck von Macht. Es gibt Zensur und Sperrungen von Websites und Leitungen, Manipulation von Inhalten und Propaganda, Spionage, Einschüchterungen und Denunziation etc. Die Frage ist offen ....