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Karlsruher Gespräche 2015

Globale Zivilgesellschaft: Eine neue Form der Bürgerschaft im globalen Zeitalter

Prof. Dr. Martin Albrow

Referent

Prof. Dr. Martin Albrow ist Professor emeritus der University of Wales in Cardiff, wo er bis 1987 den Lehrstuhl für Soziologische Theorie innehatte. Es folgten u.a. die Eric-Voegelin-Professur in München sowie Gastprofessuren an der London School of Economics and Political Science, an der State University of New York, an der Stony Brook University und an der Fremdsprachenuniversität Peking. Darüber hinaus erhielt Albrow Fellowships vom Woodrow Wilson International Center for Scholars in Washington DC und dem geisteswissenschaftlichen Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“ in Bonn, wo er derzeit Senior Fellow ist. Er war Gründer und Herausgeber der Zeitschrift International Sociology der International Sociological Association und ist Ehrenvizepräsident der British Sociological Association. Er lebt zusammen mit seiner Ehefrau in London. Seine Publikationen umfassen u.a.: Bureaucracy. Key Concepts in Political Science (1970), Max Weber’s Construction of Social Theory (1990), Globalization, Knowledge and Society (1990, hrsg. mit Elizabeth King) und The Global Age (1996, 2. Aufl. = Das Globale Zeitalter, 2007). Des Weiteren ist Albrow Mitherausgeber von Global Civil Society (2006/7, 2007/8 und 2011).

 

Statements

 

1. Welchen Beitrag zur Lebensqualität und Lebendigkeit einer Stadt kann die Zivilgesellschaft durch aktive Partizipation der Bürgerinnen und Bürger leisten?

Die Zivilgesellschaft kann aktiv nach gemeinsamen Zielen und Werten suchen. Sie kann die unterschiedlichen Interessen und Kulturen der verschiedenen Bewohner einer Stadt – die andernfalls keinerlei Berührungspunkte hätten – zusammenführen.

 

2. Welche Verantwortung trägt die Stadt für das Zusammenleben der Kulturen und die Herausbildung einer kollektiven Identität?

Städte ziehen Diversität geradezu an und tragen ihr einzigartiges Bild in die Welt. Auf diese Art signalisieren sie, dass es stets möglich ist, eine neue Einheit zu schaffen. Die Förderung von Harmonie und kommunaler Zusammenarbeit vor Ort stärkt das Image der Stadt und verleiht ihm weltweit eine neue Integrität.

 

3. „Wenn Bürgermeister die Welt regierten“ (Benjamin R. Barber) … Wie könnten sie Probleme nationalstaatlicher Blockaden internationaler Politik lösen oder relativieren und neue Formen interkultureller Verständigung auf den Weg bringen?

Die verantwortlichen Regierenden einer Stadt müssen einerseits über viel Weltoffenheit verfügen, um die Identität der Stadt in anderen Städten und über nationale Grenzen hinweg sichtbar zu machen. Andererseits müssen sie aber auch ihre eigenen Gemeinden von der Notwendigkeit überzeugen, sich mit der Vielfalt ihrer Kulturen auseinanderzusetzen und einander zuzuhören. Auf diese Weise können Bürgermeister auf nationaler Ebene als Vorbild für Politiker dienen.