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Traumfabrik #17

Konzept und Programm als PDF (ca. 1,2 MB).

Filmseminar des ZAK

Ergänzend zum Filmprogramm bietet das ZAK ab dem 30.04.2019 folgendes Seminar an:


FILM x MUSIK. Aspekte einer intermedialen Beziehung in ausgewählten Filmen

Filmseminar der AWWK

Ergänzend zum Filmprogramm bietet die Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Karlsruhe (AWWK) ab 28.06.2019 folgendes Weiterbildungs-Filmseminar an:

FILM x MUSIK. Vom Stummfilm zu Soundscapes

Uni im Kino

Seit Juni 2014 stellt das Karlsruher Filmtheater Schauburg einen Raum für KIT-Seminare des ZAK und der AWWK bereit.
Weitere Informationen

Filmreihe: Traumfabrik

Traumfabrik #17/2019


FILM x MUSIK: Ein vielschichtiges Wechselspiel

Filmmusik lässt sich längst in Konzertsälen hören: Viele Filmkompositionen können auch in den Tempeln der Hochkultur für sich allein bestehen. Doch unwillkürlich erscheinen dabei vor dem geistigen Auge der Zuhörer Bilder und Situationen aus Filmen. Tatsächlich geht es in Filmen um ein vielschichtiges Zusammenspiel von Tonspur und Bildfolgen, eine Aesthetik mit psychologischen Folgen, die Kognitionen und Emotionen hervorruft. Dabei ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile.

Der Filmton kann Stimmungen erzeugen (z.B. Suspense bei Hitchcock), Eindrücke verstärken, Aufmerksamkeit steuern, die Orientierung des Zuschauers erleichtern (z.B. durch Leitmotive), Bedeutungen vermitteln und Sinnzusammenhänge herstellen (wie in Kubricks „2001“). Was spielt sich alles auf der Tonspur des Films ab: neben Musik stehen Sprache und Geräusche, O-Töne und Soundeffekte. Aber auch Schweigen kann beredt sein, und Stille ist manchmal unheimlich spannend. In dem an Kriegen, Krisen und Stilrichtungen reichen 20. Jahrhundert entstand schon in der Stummfilmzeit eine eigene Filmmusikkultur; mit dem Tonfilm eröffneten sich weitere Möglichkeiten, bis hin zur Durchmischung von komponierter Musik und Soundeffekten zu filmischen Soundscapes. Heute stehen Musikstile aller Art, Klassik, Neue Musik und Elektronik, Rock, Pop und Weltmusik gleichberechtigt nebeneinander.

Aus dem reichen Repertoire des medialen Zusammenspiels von Film und Musik haben wir für die 17. Auflage der Traumfabrik solche Beispiele ausgewählt, die mediengeschichtlich besonders bedeutend sind und sich als nachhaltig erwiesen haben – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Berücksichtigt wurden verschiedene Filmgenres – z.B. Musical, Agententhriller, Melodrama, Western, Komödie, Science Fiction, Avantgarde, Konzert- und Dokumentarfilm.

Zu jedem Film gibt es eine Mikroeinführung von Wolfgang Petroll (ZAK-Dozent für Film und Medienaesthetik) sowie ein Kinogespräch, in dem erste Eindrücke und Fragen zur Sprache kommen können.

Zugleich feiern wir 90 Jahre Schauburg: seit 1929 ist das traditionsreiche Karlsruher Filmtheater Ort kultureller Begegnungen und Dialoge. Zur Eröffnung der 17. Traumfabrik begegnen sich Avantgardefilme der 1920er Jahre - „Entr’acte“ (René Clair, Francis Picabia 1924) und „Un Chien andalou“ (Luis Buñuel, Salvador Dalí 1929) - und musikalische Innovation von heute, mit einer Neuvertonung der Filme Live durch das Kammerflimmer Kollektief. Hingewiesen sei auch auf das überregional beachtete Technicolor-Festival der Schauburg, an dem sich die Traumfabrik auch diesmal wieder beteiligt, sowie auf eine rare Aufführung von Disneys „Fantasia“ (1940): Animation trifft Klassik; dabei tritt auch der personifizierte Soundtrack auf.

Eine Zusammenarbeit von: Filmtheater Schauburg Karlsruhe, ZAK und AWWK – Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Karlsruhe. Mit freundlicher Unterstützung der Georg-Fricker-Stiftung.

 

Programm

ERÖFFNUNGSGALA
So 5. Mai - 15 Uhr

90 Jahre Schauburg 1929-2019. Nachhaltige Avantgarde-Experimente der 20er Jahre

René Clair/Francis Picabia: Entr’acte (1924) + Luis Buñuel/Salvador Dalí: Un Chien andalou (1929)

LIVE-Vertonung: Kammerflimmer Kollektief

 

ENTR’ACTE Regie: René Clair; Konzept/Scenario: Francis Picabia; Produktion: Rolf de Maré, Ballets Suédois; Kamera: Jimmy Berliet. Mit Jean Börlin, Inge Frïss, Francis Picabia, Erik Satie, Marcel Duchamp, Man Ray, Kiki de Montparnasse, Darius Milhaud, Georges Auric. 22 Min.

Die internationale Dada-Bewegung richtete sich gegen die Irrationalität einer Zivilisation, die in den Ersten Weltkrieg geführt hatte. Ihren künstlerischen Höhepunkt hatte sie 1924 in Paris mit der Aufführung des Ballets „Relâche“, zu dem René Clair, auf der Suche nach der reinen Poesie des Kinos, seinen Film beisteuerte.

 

UN CHIEN ANDALOU Regie, Schnitt: Luis Buñuel; Scenario: Luis Buñuel, Salvador Dalí; Produktion: Pierre Braunberger; Kamera: Albert Duverger, Jimmy Berliet. Mit Pierre Batcheff, Simone Mareuil, Luis Buñuel, Salvador Dalí. 21 Min.

Der Surrealismus, entstanden aus Dada, betonte den Wert von Träumen als Eigenbewegung des Geistes ohne rationalistische Verfälschung. 1929 komponierten Buñuel und Dalí aus Traumbildern den ersten Film, der die Billigung der Pariser Surrealisten fand.

So 12. Mai - 15 Uhr

Fritz Lang: Metropolis (1927). Restaurierte Fassung 2010, 148 Min. Musik: Gottfried Huppertz

Regie: Fritz Lang; Produktion: Erich Pommer; Drehbuch: Thea von Harbou; Kamera: Karl Freund, Günther Rittau. Mit Alfred Abel, Brigitte Helm, Gustav Fröhlich, Rudolf Klein-Rogge.

 

Der angeblich teuerste Monumentalfilm der Weimarer Republik – später, im US-Exil sprach der Regisseur ironisch von seinen „Schinken“. Fasziniert war er von Wolkenkratzern, von Maschinen - und Maschinenmenschen. Jenseits von Handlung und Kitsch – Lösung sozialer Konflikte „unter Umgehung der Tarifverhandlungen“ (Arnheim) – zeigt sich der Inhalt im Bild: „welch mitreißende Symphonie von Bewegungen… eine nie gesehene Poesie für unsere Augen“ (Buñuel). Was beweist: Niemand beherrschte die Zeichensysteme des Kinos so virtuos wie Fritz Lang. UNESCO Memory of the World Register, in seiner letzten Restauration der „heilige Gral der Filmfunde“.

So 19. Mai - 15 Uhr

Charlie Chaplin: Modern Times (1936). 87 Min. Musik: Charlie Chaplin, Alfred Newman

Regie, Drehbuch, Produktion: Charlie Chaplin; Kamera: Rollie Totheroh, Ira Morgan; Mit Charlie Chaplin, Paulette Goddard, Henry Bergman, „Tiny“ Sandford, Chester Conklin, Al Garcia.

 

Chaplins kleiner Tramp gehörte zu den Globalisierungskritikern, ehe das Wort in Mode kam. In der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre war seine kämpferische Figur so aktuell wie eh und je.

Mit dem Tonfilm ging Chaplin sehr souverän um: seine perfekt stilisierte Körpersprache brauchte keine Worte. Für seinen „Nonsense“-Song erfand Chaplin eine eigene Variante von „Esperanto“; ein anderes musikalisches Thema wurde später zum Pop-Hit „Smile“. Maßstäbe setzte er mit virtuosen Toneffekten, zugleich Anwendung und Kritik der Tonmedien. Mit seinem letzten Auftritt als Tramp bewies er noch einmal: Chaplin ist Film in einer Person - Regisseur, Produzent, Schauspieler, Komponist…

So 26. Mai - 15 Uhr

Stanley Donen: Singin‘ in the Rain (1952, OmU). 103 Min.

Musik: Nacio Herb Brown, Lennie Hayton.

Regie: Stanley Donen, Gene Kelly; Drehbuch: Betty Comden, Adolph Green; Produzent, Songtexte: Arthur Freed; Choreographie: Gene Kelly; Kamera: Harold Rosson. Mit Gene Kelly, Donald O’Connor, Debbie Reynolds, Jean Hagen.

Die technische Innovation des Tonfilms bedeutete das Ende mancher Stummfilmkarriere. Doch mit dem Musical entstand aus der Verbindung von Musik, Gesang und Tanz ein neues Filmgenre. Stanley Donens Film erzählt die Geschichte der Tonfilmrevolution der 30er Jahre, während Gene Kellys Choreographie die Schwerelosigkeit des Mediums feiert. Nie war (Studio-)Regen schöner.

So 2. Juni - 15 Uhr

Walt Disney‘s Fantasia (1940). 126 Min.

Musik: Johann Sebastian Bach, Pjotr I. Tschaikowsky, Paul Dukas, Igor Strawinsky, Ludwig van Beethoven, Amilcare Ponchielli, Modest Mussorgsky, Franz Schubert.

Musikalische Gesamtleitung: Leopold Stokowski; Stimme Mickey Mouse: Walt Disney.

 

Ein neues Filmgenre wollte Walt Disney begründen, den animierten Konzertfilm. Dazu tat er sich mit Stardirigent Leopold Stokowski zusammen und scheute keine Kosten: in den Farben von Technicolor entstand der erste abendfüllende Film im Mehrkanal-Stereo „Fantasound“. Oskar Fischinger, Pionier der Visualisierung von Musik und der abstrakten Animation, entwarf das Konzept zur absoluten Musik von Bach. Der Kunsthistoriker Erwin Panofsky sah hingegen im schwerelosen Nilpferd-Ballett das klarste Beispiel für die eigenständige Gestaltung von Raum und Zeit im Film. Mickey Mouse versucht sich als Zauberlehrling, Und der personifizierte Soundtrack tritt als Ehrengast auf.

So 9. Juni - 15 Uhr

Alfred Hitchcock: The Man Who Knew Too Much (1956). 120 Min.

Musik: Bernard Herrmann; Arthur Benjamin; Jay Livingston & Ray Evans.

Regie, Produktion: Alfred Hitchcock; Drehbuch: John Michael Hayes, nach Charles Bennett, D. B. Wyndham-Lewis; Kamera: Robert Burks. Mit James Stewart, Doris Day, Brenda de Banzie, Bernard Miles, Reggie Nalder.

Musik als Beihilfe zum politischen Mord – Hitchcock, mit Vorliebe für das Absurde und viel schwarzem Humor, konditioniert Zuschauer und Täter auf den berüchtigten Beckenschlag und macht damit alle zu Mittätern. Dabei tritt Komponist Bernard Herrmann in der Albert Hall als Dirigent der „Storm Cloud Cantata“ seines australischen Kollegen Arthur Benjamin auf. Und „Que sera, sera“, gesungen von Doris Day (Oscar bester Originalsong), wird im Film zum musikalischen Ariadnefaden.

So 16. Juni - 15 Uhr

Sergio Leone: Spiel mir das Lied vom Tod (1968). 165 Min. Musik: Ennio Morricone

Regie: Sergio Leone; Drehbuch: Sergio Donati, Sergio Leone, Dario Argento, Bernardo Bertolucci; Kamera: Tonino Delli Colli. Mit Claudia Cardinale, Henry Fonda, Jason Robards, Charles Bronson, Gabriele Ferzetti, Woody Strode, Jack Elam.

Anfang des 20. Jhs. hatten die italienischen Futuristen den musikalischen Wert von Geräuschen entdeckt. In Sergio Leones Italowestern vereinen sich das Quietschen eines Windrads, das Pfeifen einer Lokomotive, das Zirpen von Grillen, Flattern von Vögeln und natürlich Schüsse mit der Musik von Ennio Morricone und ihren Leitmotiven in unkonventioneller Instrumentierung (E-Gitarre, Banjo, Cembalo, verstimmtes Klavier, Vokalisen). Am Ende wird die Mundharmonika als Instrument des Sadismus und der Rache enthüllt – Zivilisationsgeschichte als Totentanz. Erst Morricones Musik machte den Italowestern zur Horse Opera.

So 23. Juni - 15 Uhr

Stanley Kubrick: 2001 – A Space Odyssey (1968). 142 Min.

Musik: Richard Strauss, György Ligeti, Johann Strauß jr.

Regie, Produktion: Stanley Kubrick; Drehbuch: Arthur C. Clarke, Stanley Kubrick; Kamera: Geoffrey Unsworth.Mit Keir Dullea, Gary Lockwood, William Sylvester, Daniel Richter.

Auf der Odyssee vom Affenmenschen Australopithecus zum „Übermenschen“ gilt es zunächst, Technologie und Technokratie zu meistern. „Also sprach Zarathustra“ wird zum Leitmotiv der Entwicklung – will der Mensch seinen eigenen Fortschritt überleben, muß er sich selbst weiterentwickeln. In einer Zivilisationsgeschichte, die auf Gewalt und Informationsmonopolen beruht, schützt auch künstliche Intelligenz nicht vor Unfehlbarkeit und Irrtum. Man fliegt im Walzertakt zum Mond, und Ligetis Neue Musik wird zum musikalischen Symbol ungewohnter ästhetischer Erfahrungen. Kubricks Film belebte das Science Fiction Genre neu.

Fr 28.Juni

17:30 - 19 Uhr

Beginn AWWK-Filmseminar in der Schauburg. Anmeldung und Infos: www.awwk-karlsruhe.de

FILM x MUSIK. Vom Stummfilm zu Soundscapes

6 Filmanalysen an 6 Terminen: 28.6. / 5.7. / 12.7. / 19.7. / 26.7. / 2.8.

jeweils Freitag 17:30-19 Uhr

So 30. Juni - 15 Uhr

Michael Wadleigh: Woodstock (1970). 185 Min. Musik: Crosby, Stills & Nash, Canned Heat, Richie Havens, Joan Baez, The Who, Sha-Na-Na, Joe Cocker and the Grease Band, Country Joe McDonald, Arlo Guthrie, Ten Years After, Santana, Sly and the Family Stone, Jimi Hendrix.

Regie: Michael Wadleigh; Produktion: Bob Maurice; Schnitt: Michael Wadleigh, Martin Scorsese, Thelma Schoonmaker u.a.

 

Woodstock, im August 1969, war die Mutter aller Open Air Konzerte, einschließlich Karlsruhes „Das Fest“. Der Konzertfilm, mit innovativer Schnitttechnik, dokumentiert das Musikereignis seiner Epoche: Folk, Rock, Blues, Soul, Latin, Psychedelic - Gegenkultur, noch nicht voll kommerzialisiert. Und die als Bürgerschreck gefürchteten „Hippies“ erweisen sich als die wahren Söhne der Pioniere. OSCAR Bester Dokumentarfilm.

So 7. Juli - 15 Uhr

Godfrey Reggio: Koyaanisqatsi – Life out of Balance (1982). 85 Min.

Musik: Philip Glass

Regie: Godfrey Reggio; Drehbuch: Ron Fricke, Michael Hoenig; Kamera: Ron Fricke.

Koyaanisqatsi bedeutet in der Hopi-Sprache „Leben aus dem Gleichgewicht“ – ein Film ohne Worte, der Mensch und Natur, Zivilisation und Zerstörung gegenüberstellt: Höhlenmalerei und Monument Valley, Atombombentests und Kraftwerke, Wall Street und Bronx. Reggios dokumentarischer Querschnittsfilm zu Minimal Music von Philip Glass zeigt die Kritik der 80er Jahre an blinder Fortschrittsgläubigkeit – heute nicht minder aktuell als damals.

So 14. Juli- 15 Uhr

David Lynch: Lost Highway (1997). 134 Min. Musik: Angelo Badalamenti, Trent Reznor, Barry Adamson, David Bowie, Marilyn Manson, Rammstein

Regie, Soundeffekte: David Lynch; Drehbuch: David Lynch, Barry Gifford; Produktion: Mary Sweeney; Kamera: Peter Deming. Mit Bill Pullman, Patricia Arquette, Balthazar Getty, Robert Blake, Natasha Gregson Wagner, Robert Loggia.

Im ersten seiner drei rätselhaften, „nicht-linearen“ Spielfilmen nach „Twin Peaks“ lässt David Lynch systematisch Raum, Zeit, Identität und Kontinuität aus den Fugen geraten. Dabei spielt der Ton eine wichtige Rolle. Nicht nur die komponierte Musik von Angelo Badalamenti und eingearbeitete Songs (z.B. von Rammstein): auch Geräusche und Stille lassen (innere) Klanglandschaften zum Erlebnis werden. Für das Sounddesign zeichnet Lynch selbst verantwortlich.

So 21. Juli - 15 Uhr

Joel & Ethan Coen: Inside Llewyn Davis (2013). 105 Min.

Musik: Dave Van Ronk, Bob Dylan, T Bone Burnett, Oscar Isaac u.a.

Regie, Drehbuch, Schnitt: Joel & Ethan Coen; Produktion: Scott Rudin; Kamera: Bruno Delbonnel. Mit Oscar Isaac, Carey Mulligan, John Goodman, F. Murray Abraham, Justin Timberlake.

Während das klassische Kino Musikerbiographien oft als geistige Heldengeschichten inszenierte, bürsten die Coens das Genre lustvoll gegen den Strich. Im Winter 1961, bevor Folk-Musik zur Mode wurde, irrt ihr Held, ein glückloser Sänger und Songwriter, mit seiner Gitarre durch Greenwich Village. Er trifft auf einen grantigen Jazzer (John Goodman), auf einen Poeten der Beat Generation und eine eigenwillige Katze (bzw. einen Kater). Drei Fassungen von „Fare Thee Well“ begleiten das Spiel des Zufalls.

 

Änderungen sind nicht beabsichtigt, müssen wir uns jedoch ausdrücklich vorbehalten! Laufzeiten der Filme können abweichen; OmU = Originalfassung mit dt. Untertiteln

ZEIT:                     Sonntags, 15 Uhr (wenn nicht anders angegeben)

ORT:                      Filmtheater Schauburg, Karlsruhe, Marienstr. 16

EINTRITT:              9 Euro- / ermäßigt 7,50 Euro / SeminarteilnehmerInnen 6 Euro

 

Filmreihe kuratiert von Wolfgang Petroll und Herbert Born. Alle Filme mit Mikro-Einführung von Wolfgang Petroll (ZAK) und Kinogespräch. Mit freundlicher Unterstützung der Georg-Fricker-Stiftung

 

Vergangene Traumfabrik-Reihen

Traumfabrik #16: CHINA im Kino. Interkulturelle Annäherungen, zwischen Tradition und Globalisierung
(Wintersemester 2018/19)

Die chinesische Filmkultur verbindet Bildhaftigkeit mit Abstraktion und spiegelt die Entwicklungen und den raschen Wandel der Gesellschaft wider. Unter wechselnden Rahmenbedingungen, zwischen Zensur, Konformitätsdruck und Kritik, suchen Filmkünstler ihre Freiräume. Die 16. Traumfabrik stellte den „Neuen Chinesischen Film“ und die „Neuen Wellen“ seit den 1970er-Jahren in den Mittelpunkt. Auf dem Programm der Filmreihe standen Filme verschiedener Genres der letzten fünf Jahrzehnte aus der Volksrepublik China, Hongkong, Taiwan; unter anderen von international renommierten Regisseuren wie Zhang Yimou, Ang Lee oder Wong Kar-Wai. Einige US-amerikanische und europäische Filme sollten zudem die westlichen Blicke auf die chinesische Kultur und Geschichte veranschaulichen. Darüber fand im Dezember 2019 das Filmexploratorium „Ai Weiwei – Bildkünstler und Filmemacher. Medien, Kunst, Politik und Transkulturalität“ mit zahlreichen Film- und Videoausschnitten statt.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF ca. 1,8MB).

 

Traumfabrik #15: Lasst 1000 Blumen blühen! Filmträume der 68er, heute
(Sommersemester 2018)

Gesellschaftskritik, Ablehnung autoritären Verhaltens, Friedensbewegung, Demokratisierung der Gesellschaft, Alternativkultur, sexuelle Revolution – das stand in den 1968er Jahren auf der Tagesordnung. Die politische, soziale und kulturelle Aufbruchsstimmung, aber auch das Scheitern politischer Hoffnungen spiegelt sich in den Filmen jener Zeit. Die Filmjahrgänge um das Jahr 1968 waren außerordentlich reichhaltig. Interkulturell brachten die Neuen Wellen einen Generationenwechsel und filmische Experimente - manche erscheinen noch heute avantgardistisch, andere haben den Kanon der Filmsprache nachhaltig erweitert; Filmgenres wandelten sich. Einige der Autoren standen inhaltlich bereits damals an der Schwelle zur filmischen Postmoderne. Die Traumfabrik zeigte in ihrer 15. Auflage einen Querschnitt aus Filmen unterschiedlicher Themen und Genres, aus rund zehn Jahren seit 1964. Von frühen Filmen innovativer Regisseure wie Jean-Luc Godard, Alexander Kluge, Michelangelo Antonioni, Woody Allen oder Rainer Werner Fassbinder bis zum Spätwerk eines Altmeisters wie Luis Buñuel, von „Abschied von gestern“ bis zu „Easy Rider“ und „Woodstock“. Wie nachhaltig haben diese Filme unsere Seherfahrungen verändert?

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF ca. 850KB).

 

Traumfabrik #14: BIG BROTHER: Surveillance Cinema
Pluralistische Freiheit oder totale Kontrolle? (Wintersemester 2017/18)

Der Überwachungsstaat ist Wirklichkeit geworden, nicht nur in totalitären Diktaturen: Massenüberwachung und „Vorratsdatenspeicherung“ durch Geheimdienste, Ausforschung von Online-Kundendaten durch Internetdienstleister - neue Informationstechnik hat „Otto Normalverbraucher“ zum „gläsernen Bürger“ werden lassen. Doch was, wenn die Kontrolleure unkontrollierbar werden? Was geschieht, wenn der „Big Brother Staat“ schrankenlose Eingriffe in die Privatsphäre und Abkehr von Werten wie Menschenrechten zugunsten vorgeblich „übergeordneter“ Ziele legitimiert? Was wird aus der Vision einer offenen, freien, pluralistischen Gesellschaft? Wie kann sich der Bürger vor Missbrauch durch Staat, Wirtschaftsgiganten, Bürokratie schützen?

Filme aus den 1930er Jahren bis in die Gegenwart, zeigen unterschiedliche Aspekte von Überwachung und Kontrolle. Eröffnet wurde die Reihe mit dem Film „Citizenfour“ und einer Diskussionsrunde. Den Abschluss der Reihe bildete der Film „The Circle“, ebenfalls mit einer Podiumsdiskussion.

„Zu den Bildern der Diskussion „Watching. You.““

„Zu den Bildern der Diskussion „Who Watches the Watchmen?“

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 5MB).

 

Traumfabrik #13, WESTERN: Der Wilde Westen und wir – Goodbye, American Dream (Sommersemester 2017)

Jeder kennt die Namen wie Buffallo Bill oder Jesse James, denn bis heute hat der Mythos um die Revolverhelden nichts von seinem Zauber verloren. Bereits im 19. Jahrhundert inszenierten Novellen den westlichen Cowboy als einfachen, aber freiheitsliebenden Mann, der durch seinen Mut und seine Rechtschaffenheit genügend Tugenden verkörperte, um zum Mythos der Vereinigten Staaten aufzusteigen. So lieferten die konstruierten Legenden berühmter Cowboys den perfekten Stoff für die US-amerikanische Filmindustrie. Dabei wird deutlich, dass die Hochphase des Western-Films mit dem Aufkommen des American Dreams zusammenfällt. Auch in den moderneren Filmen ist das Thema des Cowboys noch nicht ausgeschöpft. Allerdings lässt sich hierbei zunehmend eine Verlagerung des Schwerpunkts feststellen, indem eine Dekonstruktion der Stereotype stattfindet. Inwiefern dies geschieht, welche Typen uns im Western begegnen und wie der American Dream mit der Geschichte des Films zusammenfällt, bilden Anhaltspunkte, die in der 13. Auflage der Traumfabrik zur Debatte standen.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 1,3MB)

 

Young Mr. Hitchcock – Kino pur // Understatement, britischer Humor, Love & Thrills (Wintersemester 2016/17)

Alfred Hitchcock (1899-1980) machte schon in seinen ersten Filmen deutlich, dass er in der Filmkunst keine Kompromisse eingehen wollte. Er wurde der erste Regisseur, dessen Silhouette zum Markenzeichen wurde und dessen Name bekannter war als der mancher Filmstars. Hitchcock brachte das klassische Hollywoodkino zur Vollendung, war Vorbild für Autorenfilmer folgender Generationen und Vorläufer des postmodernen Kinos: seine Filme markieren einen Höhepunkt der Kinofilmgeschichte. Understatement erhob er zum Erzählprinzip; jeder Film wurde ein Genre-Mix, suspensiv und vorzugsweise mit schwarzem Humor. Hitchcocks frühe Filme können jetzt im Kino ganz neu gesehen werden: Die aufwendige Neurestaurierung durch das British Film Institute bietet endlich Gelegenheit dazu.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 2MB).

 

Auftragskiller - ein Dienstleistungsberuf im Kinofilm, zwischen Krimi und makabrer Komödie. (Sommersemester 2016)

Filme über Contract Killer, Auftragsmörder, gibt es in verschiedenen Filmgenres: natürlich Krimis, speziell Gangsterfilme (z.B. Wim Wenders „Der amerikanische Freund“), Samuraifilme (Kurosawas „Yojimbo“), Western (Sergio Leones Dollar-Trilogie mit Clint Eastwood) und Komödien („I Hired a Contract Killer“ von Aki Kaurismäki). Seit den 1980er-Jahren, seit soziales Verhalten global von wirtschaftlichem Denken dominiert wird, scheinen sich diese Filme wachsender Beliebtheit zu erfreuen: Man denke etwa an „Léon der Profi“ von Luc Besson oder an „Ghost Dog“ von Jim Jarmusch. Während soziologische Untersuchungen über den Auftragsmord eher die Banalität des „Bösen“ zeigen (viele reale Auftragskiller sind schlecht bezahlt oder handeln aus Gefälligkeit), werden Contract Killers im Film dagegen zu mythischen Figuren oder gar zu Sympathieträgern von tragischer Dimension, die versuchen, sich in einem sozialen Milieu durchzusetzen. Sind Auftragskiller die neuen „Helden der Arbeit“ im Zeitalter der Globalisierung? Sind sie ein Mittel, das Unbehagen am gesellschaftlichen Wandel im Phantasiespiel der Traumfabrik des Kinofilms auszugleichen?

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 2MB).

 

TARANTINO UNCHAINED
Retrospektive Quentin Tarantino 1992-2016
(Wintersemester 2015/2016)

Man konstruiere einen nicht allzu einfachen Handlungsverlauf, lasse die Personen darin sich frei entfalten und mische das Ganze mit dem Bestand einer gut sortierten Videothek – so könnte das Rezept zu einem typischen Tarantino-Film lauten. Jeder seiner Filme trägt Erinnerungen an Dutzende anderer in sich und hat dennoch seine eigene ganz typische Handschrift – ein Stil, der Fans begeistert, und manchen Kritikern zu blutig erscheint. Seit seinem ersten Film „Reservoir Dogs“, spätestens aber seit der Goldenen Palme 1994 für „Pulp Fiction“, hat Quentin Tarantino Kultstatus als Regisseur, Drehbuchautor (2 Oscars, 3 Nominierungen) und Schauspieler. Die bevorstehende Premiere seines neuen Films „The Hateful 8“ (am So 31. Januar 2016 in der Schauburg) bietet eine willkommene Gelegenheit, dem Ausnahmetalent unsere 10. Traumfabrik zu widmen. In einer umfassenden Retrospektive wird sein filmisches Gesamtwerk vorgestellt. Dazu gehören auch Filme, an denen er als Drehbuchautor mitwirkte – für Oliver Stone („Natural Born Killers“) oder Robert Rodriguez („From Dusk Till Dawn“).

Tarantinos Filme zeichnen sich aus durch intime Kenntnis filmgeschichtlicher Traditionen, nicht nur des Mainstream oder der Filmkunst, sondern auch des Exploitation-Kinos („Jackie Brown“, „Death Proof“). Seine Perspektive ist transkulturell; sie umfasst nicht nur Hollywood, sondern auch europäische und fernöstliche Kulturen („Kill Bill“), sie stellt Subkulturen neben Hochkultur und Pop. Sprachwitz steht gleichberechtigt neben Action, Szenen unbeschönigter Gewalt verbinden sich mit Sarkasmus und schwarzem Humor. Dabei hat er neue Erzählformen entwickelt, aber auch die Auseinandersetzung mit politischen Tabuthemen wie Holocaust oder Sklaverei nicht gescheut („Inglourious Basterds“, „Django Unchained“). In seinen Filmen, die verdrängte Gewalt explizit machen, dringt immer wieder das Alltägliche und Absurde ein.

Alle Filme mit Mikroeinführung von Wolfgang Petroll (Dozent für Film und Medienästhetik, Lehrbeauftragter am ZAK) sowie anschließendem Kinogespräch. 

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (PDF, ca. 1 MB).

Filmexploratorium: 'Tarantinos surreales Theater der Grausamkeit als postmoderne Popkultur' auf YouTube

 

100 Jahre BLOCKBUSTER – Kinomythen aus der Traumfabrik Hollywood, 1915 bis 2015
(Sommersemester 2015)

Vor genau 100 Jahren veränderte ein überaus erfolgreicher Film die Kinolandschaft: „The Birth of a Nation“ von D.W. Griffith. „Vom Winde verweht“ ist bis heute der Film mit den höchsten Zuschauerzahlen. Und seit Spielbergs „Der weiße Hai“ und „Star Wars“ von George Lucas sind Blockbuster zum Erfolgsmotor der Traumfabrik Hollywood geworden. Doch was genau fasziniert uns und andere an Filmen wie „Die zehn Gebote“, „Doktor Schiwago“ oder „Terminator“? Was macht Filme eigentlich zum massenhaften Erfolg beim Publikum – die Orientierung an uralten Mythologien oder Aktualität, besondere Erzählstrategien oder wirksame „Tiefenthemen“, Genreklischees des „Konfektionsfilms“, zeitgeschichtliche Befindlichkeiten oder einfach raffinierte Marketingstrategie? Jeder Film gibt darauf eine eigene Antwort. Fest steht: In jedem Kitsch, und in jedem Kommerz steckt immer ein Fünkchen Wahrheit. Aber worin liegt es? Die Filmreihe ließ 100 Jahre Filmgeschichte, von 1915 bis heute, Revue passieren und warf dabei einen Blick auf die unterschiedlichsten Genres und Themen, die sehr viele Menschen einst und jetzt fasziniert haben: Filmepos, Historienfilm, Melodram, Thriller, Bibelfilm, Musical, Comicverfilmung, Science Fiction ...

Zu jedem Film gab es eine Mikroeinführung und ein anschließendes Kinogespräch. Begleitend zur Filmreihe wurden ein KIT-Seminar am ZAK, sowie ein öffentliches Seminar der AWWK in der Schauburg angeboten.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1,4MB).

 

Kubrick Space. Retrospektive Stanley Kubrick
(Wintersemester 2014/2015)

Die Traumfabrik zeigte im Wintersemester 2014/2015 in einer umfassenden Retrospektive Werke des Ausnahmeregisseurs Stanley Kubrick.

Stanley Kubrick ist längst zum Klassiker für nachfolgende Generationen geworden. Seine Filme wie Dr. Strangelove (politische Satire), 2001: A Space Odyssey und Clockwork Orange (Science-Fiction), Shining (Horror), Full Metal Jacket (Anti-Kriegsfilm) oder Eyes Wide Shut (Literaturverfilmung) sind Referenzwerke ihrer jeweiligen Genres. Kubrick war bekannt für seine Vielschichtigkeit und die ästhetische Perfektion. In allen seinen Filmen zeigt sich sein Interesse an der Beobachtung menschlichen Verhaltens in genau abgegrenzten, extremen Situationen.

Am Sonntag, 9. November 2014 begann im Filmtheater Schauburg die Filmreihe Traumfabrik mit einem umfassenden Rückblick auf die Werke des Kult-Regisseurs. Dazu gehören auch seine weniger bekannten, nicht weniger sehenswerten frühen Filme. Zwischen klassischem Hollywood und Postmoderne, längst selbst zu Klassikern für nachfolgende Generationen geworden, bestehen die Filme von Stanley Kubrick auch heute noch jeden Frischetest. Als besonderen Gast erwartete die Traumfabrik Kubricks Schwager Jan Harlan, der am Sonntag, 14. Dezember 2014 in der Schauburg seinen Dokumentarfilm über den Regisseur vorstellte. Hören Sie hier die Berichterstattung des SWR.

"Jan Harlan im Gespräch" auf YouTube ansehen

"Flusser in Kubrick Space. Ein Filmexploratorium" auf YouTube ansehen

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1MB).

 

Helden und Anti-Helden
(Sommersemester 2014)

Clint EastwoodWelche Rolle spielen moralische Wertvorstellungen und politische Ideologien im Film? Und was macht einen Anti-Helden aus? Der erste Teil der TRAUMFABRIK zeigt, 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs, wie die Erfahrungen des Krieges in verschiedenen Ländern, zu verschiedenen Epochen der Filmgeschichte und aus verschiedenen Perspektiven dargestellt und verarbeitet wurden. Illusion, Trauma, Desillusionierung und Reflexion des Krieges werden am Beispiel von klassischen Kinofilmen über den 1. Weltkrieg deutlich.

Im zweiten Teil widmete sich die Traumfabrik dem Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood, der den Typus des Anti-Helden seit Sergio Leones „Für eine Handvoll Dollar“ neu definiert hat. Seine viel beachteten Filmwerke wie „Erbarmungslos“ oder „Gran Torino“ zeigen, dass sein unverwechselbarer Schauspielstil auch seinen Regiestil geprägt hat. Auch mit 83 Jahren ist Eastwood noch aktiv: seinen neuesten Film "Jersey Boys" stellten wir in einer Vorpremiere am 27. Juli 2014 vor.

Einen ausführlicheren Überblick zu allen Filmen finden Sie unter folgendem Link (pdf, ca. 1MB).

 

Themenabend: Wissenschaftliche Forschung und chemische Kriegsführung

Am 9. Juli 2014 veranstaltete der Akademische Filmkreis Karlsruhe e.V. (AFK – Das Kino an der Uni) gemeinsam mit dem ZAK einen THEMENABEND: Wissenschaftliche Forschung und chemische Kriegsführung: Der Nobelpreisträger Fritz Haber im 1. Weltkrieg. Mit Kurzfilm „Haber. The Father of Chemical Warfare“ von Daniel Ragussis, USA 2008.

Einführung von Wolfgang Petroll, Kinogespräch mit Dr. Klaus Nippert, Leiter KIT Archiv und Prof. em. Dr. Ulrich Schindewolf, Institut für Physikalische Chemie, KIT. Moderiert wurde der Abend von Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha.

Weitere Informationen

 

Wir sind Lebowski.
Retrospektive Joel & Ethan Coen 1984 – 2014
(Wintersemester 2013/2014)

Bild der Coen BrüderMit 16 Spielfilmen seit 1984 gehören die Brüder Joel und Ethan Coen zu den herausragenden Filmemachern unserer Zeit. Die mehrfachen Oscar-Gewinner und Schöpfer des Kultfilms „The Big Lebowski“ gelten als außergewöhnliche Drehbuchautoren, Regisseure und Produzenten. Ihr Filmwerk umfasst Komödien („O Brother,Where Art Thou?“), Kriminalgrotesken („Fargo“), Neo-Noir-Filme („Blood Simple“), Spionagesatiren („Burn After Reading“), Western („True Grit“) oder existentialistische Alltagsdramen („The Man Who Wasn’t There“) – oft auch als Mischung der Genres. Die Traumfabrik lädt im Wintersemester 2013/2014 alle Filmfans ein, den Kosmos der Brüder zu erkunden und deren Bestandsaufnahme amerikanischer Subkulturen unter die Lupe zu nehmen. Höhepunkte der Reihe sind die Karlsruher Premiere des neuen Films der Coen-Brüder „Inside Llewyn Davis“, der 2013 beim Filmfestival in Cannes mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde, sowie das Filmexploratorium „Wittgenstein in Coen Country“ im ZKM.

 

 

117 Jahre deutsch-französische Filmbeziehungen
(Sommersemester 2013)

Dass die deutsch-französischen Kulturbeziehungen auf dem Gebiet des Films so alt sind wie das Medium selbst, thematisiert die „Traumfabrik“ im Sommersemester 2013. In der Filmreihe zeigt die Schauburg in Kooperation mit dem ZAK, dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, dem Akademischen Filmkreis Karlsruhe e.V. und der Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung e.V. vor allem solche Filme, deren Geschichten oder Entstehungszusammenhänge Aspekte deutsch-französischer Filmbeziehungen verdeutlichen. Zwischen Mai und Juli 2013 stehen dabei neben Filmklassikern aus verschiedenen Epochen wie Jean Renoirs „La Grande Illusion“ (F 1937) und Max Ophüls ́ „Lola Montez“ (D 1955) unter anderem auch das Filmexploratorium „DADA Paris – Berlin“ mit Peter Weibel, Vorstand des ZKM, und Wolfgang Petroll, Lehrbeauftragtem des ZAK, auf dem Programm.

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Zur Videoaufzeichnung Dada: Paris - Berlin

 

Klassische Kinofilme
(Wintersemester 2011/2012)

Die Traumfabrik gibt dieses Mal Einblicke in drei große Bereiche des klassischen Kinofilms. Die ersten sechs Filme, darunter Kubricks „Dr. Seltsam“ und „Matrix“ aus der Feder der Wachowski-Brüder, werfen die Frage nach Zukunftsbildern und Befürchtungen auf. Der nächste Block der Reihe beschäftigt sich mit Filmautoren, die ihre Theorien in Form von Filmen formulierten. Von Sergej Eisensteins einflussreicher Montagetheorie über Jean-Luc Godards Ansatz der Nouvelle Vague bis hin zur Dogma-95-Bewegung kann hier Filmtheorie erlebt werden. Abschließend wendet sich die Traumfabrik dem Phänomen der Kultfilme zu und gibt Beispiele aus verschiedenen Genres. Als würdiger Abschluss erweist sich hier Michael Curtiz` „Casablanca“.

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Kreative Filmästhetik und Nachhaltigkeit im Film
(Wintersemester 2010/2011)

Kinofilme sind keine Wegwerfprodukte, gerade durch sie wird kulturelle Nachhaltigkeit gefördert. Einen Beitrag dazu leistet auch die Schauburg in Zusammenarbeit mit dem ZAK. Der erste Teil der Reihe „In Bildern denken – kreative Filmästhetik“ geht der Frage nach, wie seit mehr als hundert Jahren unsere Kreativität durch Filme angeregt wird. Transkulturelle Einflüsse, etwa bei Quentin Tarantino („Four Rooms“), Jean-Luc Godard („Le mépris“) oder Akira Kurosawa („Träume“), spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Entwicklung eines technoimaginären Medienbewusstseins in Filmen von Fritz Lang („M“), Stanley Kubrick („Shining“) oder David Lynch („Inland Empire“). Im Mittelpunkt des zweiten Teils „Weitere nachhaltige Bewegungen“ stehen Filme, die sich in Debatten und Filmzitaten, bei Experten und Publikum als kulturell nachhaltig erwiesen haben.

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Bannerbild: Schauburg Filmtheater Karlsruhe

Bild "Watching you": Semmick Photo / bigstock.com