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Karlsruher Gespräche 2011

Ins Netz gegangen? Google-Kulturen global

Mina Al-Lami

Referentin

 

Mina Al Lami

Mina Al Lami ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Royal Holloway College der Universität London. Sie hat einen Master in Internationaler Entwicklung: Armut, Konflikte und Wiederaufbau, den sie 2007 am Institut für Entwicklungspolitik und Management an der Fakultät für Umwelt und Entwicklung der Universität Manchester erwarb. Seit 2009 ist sie im Fachbereich Medien und Kommunikation des LSE als Scholars-at-Risk-Stipendiatin tätig. Al Lami beschäftigt sich mit folgenden Themen, auch aufbauend auf vorangegangene Forschungsgegenstände: radikal-islamistische Gruppen, insbesondere solche, die von Al Qaida motiviert oder an Al Qaida angeschlossen sind und deren Einsatz von Technologie zur Verbreitung ihrer Ideologien, dem ‚Medien-Dschihad‘, der Online-Radikalisierung, Maßnahmen gegen den Extremismus und den Übergang vom Online- zum Offline-Dschihadismus. Ihre gegenwärtige Forschung – und ihr Stipendium – dient der Publikation und der akademischen Zusammenarbeit. Dazu gehört auch ihre Teilnahme an einer Reihe von Vorlesungen und Seminaren inner- und außerhalb des LSE.

Des Weiteren arbeitet sie als unbezahlte Beraterin für Iraq Body Count (IBC). IBC ist eine karitative Organisation, die durch Gewalt verursachte Todesfälle in der irakischen Zivilbevölkerung im Zusammenhang mit der militärischen Intervention des Jahres 2003 registriert. Als einziges Mitglied mit arabischen Sprachkenntnissen, sowie umfassenden Kenntnissen über den Irak und persönlichen Erfahrungen im Land selbst besteht ihre Verantwortung hauptsächlich darin, in Fragen zum Land und besonders zu kulturellen Eigenheiten sowie bei Übersetzungen beratend zur Seite zu stehen; außerdem liegt ihre Verantwortung in Bezug auf die Arabisierung der Webseite und deren teilweise Übergabe in irakische Hände in der Kontaktaufnahme mit Gleichgesinnten und potentiellen Partnern im Irak.

Im Jahre 2010 arbeitete sie als Hauptwissenschaftlerin an einem neuen experimentellen arabischen Fernsehprogramm der BBC, bei dem durch soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter eine Verbindung mit den Zuschauern hergestellt wurde.

Sie hielt zahlreiche Vorträge und Vorlesungen zu den beiden Themen Online-Dschihad-Gruppen und (Online-)Bemühungen gegen den Terrorismus, sowie freie Meinungsäußerung im Irak nach 2003.

Das ZAK bat Mina Al-Lami folgende Fragen zu beantworten:

1.    Kann das Internet tatsächlich zu verstärkter Partizipation der Bürger beitragen oder sind die Visionen einer neuen Demokratie im Netz bloße Illusionen?

Die beispiellosen Ereignisse, die sich in der arabischen Welt im Allgemeinen und in Ägypten im Besondern zutragen und bei denen soziale Netzwerke im Internet eine zentrale Rolle zur Mobilisierung der Massen spielen, lassen kaum Zweifel über das Potential des Internets bei der Stärkung der Bürgerpartizipation zu. Die Sperre von Webseiten sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter in mehreren arabischen Ländern, beispielsweise in Tunesien, Ägypten und Syrien, zeugt vor allem von dem starken Potential, das diese Plattformen bei der Weitergabe von Informationen  – die so auch die staatliche Zensur umgehen – und der Mobilisierung von Menschen sowie der Organisation von Veranstaltungen ausüben können. Mehrere auf Facebook gegründete Seiten riefen die Ägypter gegen Ende Januar dazu auf, die landesweiten Demonstrationen zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Orten zu überstützen. Das Internet ist für viele junge Menschen, die im Nahen Osten unter autokratischen Regimen leben, das einzige Ventil für ihre Frustration und das einzige Mittel, mit dem ihre Stimmen auch die Außenwelt erreichen können.