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Karlsruher Gespräche 2011

Ins Netz gegangen? Google-Kulturen global

Catarina Katzer

Referentin

 

Catarina Katzer

Dr. Catarina Katzer absolvierte ein Studium der Volkswirtschaft, Soziologie und Sozialpsychologie an der Universität Köln, wo sie am Institut für Wirtschafts- und Sozialpsychologie promovierte. Dr. Catarina Katzers Schwerpunktthemen sind „Cyberpsychologie, Medien- und Jugendforschung“. Sie geht der Frage nach, welche Bedeutung die verschiedenen Kommunikations- und Interaktionsmöglichkeiten des Internets insbesondere für Kinder und Jugendliche haben und welche Nutzen, aber auch Gefahren, von diesen ausgehen können. Neben gesellschaftlichen Veränderungen durch die neuen Kommunikationstechnologien Internet, Handy und Co., gilt ihr besonderes Interesse neuen Formen von Aggression und Gewalt in der virtuellen Internetwelt.
Catarina Katzer zählt zu den führenden Forschern Europas auf dem Gebiet „Cyberbullying und sexuelle Viktimisierung in den interaktiven Medien bei Kindern und Jugendlichen“. Sie hat zu dieser Thematik die ersten Studien im deutschsprachigen Raum durchgeführt und publiziert. Ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen zum Thema „Aggressionsforschung in der Internet-Kommunikation“ brachte sie auf zahlreichen Fachkongressen als Referentin ein. Aktuell leitet sie deutsche und internationale Forschungsprojekte und Lehrveranstaltungen, entwickelt Workshops und Fortbildungsseminare und ist als Reviewer für Fachzeitschriften, z. B. das Journal of Psychology, tätig. An der Hochschule der Deutschen Polizei in Münster referiert sie zum Schwerpunkt „Gewalt und sexuelle Viktimisierung in den neuen Medien“. Auf EU-Ebene ist sie für Deutschland im Management Committee der COST-Aktion IS0801 (Coopération Europènne dans le domain de la recherche scientifique et technique) zur Thematik: “Cyberbullying: coping with negative and enhancing positive uses of new technologies, in relationships in educational settings” (Chair Prof. Dr. Peter Smith, London) tätig. Des Weiteren wirkt sie als Beraterin des Comittee on Culture, Science, Education & Media des Europarates in Straßburg. Sie ist Beraterin des deutschlandweiten Anti-Gewalt und Anti Mobbing-Projektes für Schulen „Fit in Fairplay“ 2010/2011 und arbeitet bei der Planung und Organisation eines Präventionsmanagement-Konzeptes gegen Gewalt und Mobbing im Netz sowie zur Förderung der Medienkompetenz mit, welches sich an Schüler, Lehrer und Eltern richtet. Außerdem ist sie Beraterin des Nationalrates Schweiz im Bereich „Cyberbullying− Prävention und Forschung“.

Vorstandsvorsitzende Bündnis gegen Cybermobbing e.V. und Beraterin des Committee on Culture, Science, Education & Media des Council of Europe, Straßburg.

Das ZAK bat Dr. Catarina Katzer folgende Fragen zu beantworten:

1.    Die Zukunft unseres Wissens - ist das Internet Quelle einer Informationsüberflutung oder bereitet es den Boden für eine neue Wissensgesellschaft?

Informationsüberflutung oder Wissensgesellschaft – was das Internet darstellt, ist letztendlich das Ergebnis der Nutzung durch die User selbst: Wer gelernt hat kompetent durch die globale Datenautobahn zu navigieren, wird Teil der Wissensgesellschaft. Wer keine intelligenten Wege, keine Mind Maps durch den  Datendschungel entwickeln kann, wird in ihm untergehen. Die Sozialisationsmechanismen unserer Gesellschaft müssen sich anpassen, an das Leben und Lernen „in“ der Netzwelt.

2.    Kann das Internet tatsächlich zu verstärkter Partizipation der Bürger beitragen oder sind die Visionen einer neuen Demokratie im Netz bloße Illusionen?

Das Internet von WikiLeaks, Facebook und Flash-Mobs, ein weltweit zur Verfügung stehendes Medium der Meinungsäußerung und Aktivierung von Gleichgesinnten – im positiven wie im negativen Sinn: Was für Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten gilt, ist auch für Terroristen, Rechtsradikale, Pädophile und Kriminelle möglich – die Organisation in Netzwerken. Naive Illusionen bezüglich einer Netzdemokratie haben keinen Platz, Chancen und Risiken sind gleich verteilt.