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3. Karlsruher Gespräche: Utopia

4. – 7. Februar 1999

in Zusammenarbeit mit der Stadt Karlsruhe, dem Kulturzentrum Tollhaus e.V., dem ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie, dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe, dem Freundeskreis der Schauburg e.V., der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe und dem Badischen Staatstheater Karlsruhe

Konzeption:
Dr. Olaf Schwencke, Dr. Caroline Y. Robertson, Klaus Heid

Thema

LogoNach Jahren der Kritik am utopischen Denken ist nun der Zeitpunkt gekommen, sich wieder der Vielfalt der Zukunftsproblematiken bewusst zu werden und nicht länger zu ignorieren, dass die Aufgabe von "utopischer Funktion" (Ernst Bloch) in der Gesellschaft auch das Ende aller kritischen Auseinandersetzung bedeuten würde. Angesichts fundamentaler gesellschaftlicher Veränderungen wie Bedrohungen sei ein utopisches Denken, dass die Frage nach einem besseren Leben immer mitdenkt, unerlässlich - auch wenn es nicht mehr um die Aufstellung utopischer Systeme gehen kann. Die Frage, inwieweit eine "utopische Dimension" unser heutiges Handeln bestimmt, wurde von den unterschiedlichen Referenten der Karlsruher Gespräche höchst verschieden und beabsichtigt interdisziplinär beantwortet. Die utopische Funktion der Kunst, insbesondere der Neuen Medien, das "freie Spiel der Individuen" in einem Zustand, in dem äußere Zwänge aufgehoben sind und eine utopische Erfahrung sich eröffnet, waren ebenso Gegenstand, wie die sozialen und politischen Tendenzen einer zukünftigen Gesellschaftsentwicklung. Darüber hinaus wurde die Krise der derzeitigen Arbeitsgesellschaft, die eine weitere Trennung von arm und reich mit sich bringen wird und die Entwicklung neuerer Arbeitskonzepte notwendig macht, zur Diskussion gestellt und ins Globale erweitert. Ebenso wurden technische Realutopien anhand der Entwicklungen in der Robotik erörtert und schließlich eine Utopie des Weltraums ohne Nationalgrenzen vorgestellt.

Einen ganz anderen - technischen - Aspekt von UTOPIA präsentierte die Roboterperformance im Medientheater des ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie durch das weltweit zu den führenden Forschungseinrichtungen auf diesem Gebiet zählende Instituts für Robotik der Universität Karlsruhe (TH). In der langen Filmnacht wurden Filme von Luis Buñuel, Werner Herzog, Peter Weir und Wim Wenders gezeigt, die sich mit Utopien und Gegenutopien befasten und damit auf die Ambivalenz des Themas hinwiesen. Den Abschluss der Karlsruher Gespräche bildete wie schon in den Jahren zuvor wieder eine Matinee im Badischen Staatstheater, bei der Mitglieder des Schauspiel-Ensembles Texte zu Utopia - Träume vom besseren Leben lasen und sangen.

Referenten

Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Dillmann, Institut für Prozesstechnik, Automation und Robotik, Universität Karlsruhe (TH)
Prof. Dr. Hermann Glaser, Publizist, Nürnberg
Ingrid Greisenegger, Wien
Klaus Heid, Künstler, Karlsruhe
Prof. Dr. Larry Martinez, Department of Political Science, California State University, Long Beach, USA
Prof. Dr. Frieder Meyer-Kramer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung Karlsruhe (ISI)
Prof. Dr. Franz Josef Radermacher, Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW), Universität Ulm
Prof. Dr. Burkhart Schmid, Kunsthochschule Offenbach und Hochschule für Kunst und Gestaltung Wien
Prof. Peter Weibel, ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
Dr. Günther Zimmermann, Universität Karlsruhe (TH)