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Karlsruher Gespräche 2011

Ins Netz gegangen? Google-Kulturen global

Reima Vesa Suomi

Referent

 

Hr. Suomi

Der 1960 in Finnland geborene Professor Reima Suomi ist seit 1994 Professor der Wirtschaftsinformatik an der finnischen Turku School of Economics and Business Administration. Er ist Dozent an den finnischen Universitäten Turku und Oulu. Gegenwärtig beschäftigt er sich hauptsächlich mit Themen rund ums Telekommunikationsmanagement, einschließlich Fragen wie Netzwerkmanagement, elektronischer und mobiler Handel, virtuelle Organisationen, Telearbeit und Wettbewerbsvorteile durch telekommunikationsbasierte Informationssysteme. Unterschiedliche Governance-Strukturen, die auf das Management von Informationssystemen angewandt und durch diese ermöglicht werden, gehören ebenso zu seinem Forschungsbereich, wie die Anwendung von Informationssystemen im Gesundheitswesen.

Das ZAK bat Prof. Dr. Reima Suomi, folgende Fragen zu beantworten:

1.    Die Zukunft unserer Wissensgesellschaft – ist das Internet die Quelle einer Informationsüberflutung oder bereitet es den Boden für eine neue Wissensgesellschaft?

Das Internet ist Quelle sowohl guter als auch schlechter Informationen. Derzeit scheint es, als befänden wir uns nicht mehr in einer Wissensgesellschaft, sondern eher in einer Interaktions- und Kommunikationsgesellschaft. Auf der anderen Seite dieses Phänomens leiden viele Menschen an Informations- und Kommunikationsüberflutung. Es besteht das Risiko, dass viele Menschen in einer Überflutungssituation Mitteilungen, Informationen und Nachrichten nicht mehr wahrnehmen können und die Gesellschaft zu einer Ignoranzgesellschaft wird.

2.    Kann das Internet tatsächlich zu verstärkter Partizipation der Bürger beitragen oder sind die Visionen einer neuen Demokratie im Netz bloße Illusionen?

Jedermann kann im Internet Inhalte veröffentlichen, was bei den traditionellen Medien nicht der Fall ist. Die Kommunikationslandschaft wird dadurch noch stärker fragmentiert. Das Problem entsteht auf der Seite des Zuhörens: Hört noch jemand den Botschaften von Einzelpersonen zu? Das führt uns genau genommen zu einer Aufmerksamkeitsgesellschaft, in der Aufmerksamkeit eine knappe Ressource ist. Eine Schlüsselfrage für die Entwicklung der Demokratie ist die, wie man den Botschaften aus dem Internet Gehör schenken kann.