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Karlsruher Gespräche 2009

Rechts außen: Rechtsextremismus in Europa heute

Prof. Dr. Birgit Rommelspacher

Referentin  

 

Prof. Dr. Birgit Rommelspacher wurde 1945 in Rammingen bei Ulm geboren. Sie studierte Psychologie in Bonn, Münster, Cincinnati/Ohio USA und München sowie Philosophie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in München. 1980 promovierte sie an der Fakultät für Psychologie und Pädagogik der Ludwig-Maximilians-Universität München und habilitierte sich 1991 in der Technischen Universität Berlin. Rommelspacher war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München, am Deutschen Jugendinstitut München und an der Freien Universität Berlin. Von 1988 bis 1990 hatte sie an der Technischen Universität Berlin eine Gastprofessur im Fachbereich Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften inne. Seit 1990 ist sie Professorin für Psychologie mit dem Schwerpunkt Interkulturalität und Geschlechterstudien an der Alice Salomon Hochschule Berlin, wo sie von 2000 bis 2002 Prorektorin war. Seit Oktober 2007 ist sie emeritiert. Rommelspacher setzt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Rechtsextremismus und den Biografien von Aussteigern auseinander. An der Alice Salomon Hochschule Berlin beschäftigte sie sich mit der Evaluation von Projekten zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der in diesem Zusammenhang verübten Gewalttaten, besonders in den neuen Bundesländern. Zu den Themen Interkulturalität und Rechtsextremismus hat sie beispielsweise 2002 das Buch „Anerkennung und Ausgrenzung. Deutschland als multikulturelle Gesellschaft“ veröffentlicht. Im Jahr 2006 erschien ihr Buch „Der Hass hat uns geeint. Junge Rechtsextreme und ihr Ausstieg aus der Szene“ und 2007 ihr Artikel „Der Rechtsextremismus und die ‚Mitte‘ der Gesellschaft. Ein dominanztheoretischer Ansatz“ (in: Bündnis90/die Grünen (Hg): Rechtsextremismus in NRW. Herausforderungen für Gesellschaft und Politik). Darin formuliert Rommelspacher die These, „dass die Arbeit gegen Rechtsextremismus zum selbstverständlichen Bestandteil der politischen Kultur werden muss. Sie darf nicht auf Modelle und Sonderprojekte beschränkt werden, sondern muss Grundlage der Arbeit in allen Institutionen sein und in deren Leitbild integriert werden mit dem Ziel, eine offene und plurale Gesellschaft durchzusetzen, in der jeglichen Ungleichheitsideologien die Basis entzogen wird.“



Das ZAK hat Frau Prof. Dr. Birgit Rommelspacher gebeten, folgende Frage zu beantworten:

Was können Bürgerinnen und Bürger gegen Rechtsextremismus beitragen?
"Der Rechtsextremismus ist verführerisch, weil er gesellschaftliche Widersprüche auf einfache Weise aufzulösen vorgibt, so etwa in Bezug auf den Konflikt zwischen den Interessen der Alteingesessenen gegenüber den später Eingewanderten oder den Ansprüchen der Leistungsstarken gegenüber den sozial Schwachen und behinderten Menschen. Deshalb ist m.E. die wichtigste Strategie gegen Rechtsextremismus, sich die eigenen Ambivalenzen in Bezug auf diese Fragen bewusst zu machen und sich für eine möglichst gerechte, demokratische und menschliche Gesellschaft einzusetzen."