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Interkulturelle Stadterkundung

Interkulturelles Karlsruhe?
Eine Stadterkundung auf den Spuren von Menschenrechten und Chancengleichheit

Wie steht es um die Verwirklichung von Menschenrechten und Chancengleichheit in Bezug auf das interkulturelle Leben in Karlsruhe?
Mit dieser Frage befasste sich der Stadtrundgang „Interkulturelles Karlsruhe“, der am ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale der Universität Karlsruhe (TH) entwickelt wurde.

Projektbeschreibung

Interkulturelle Stadterkundung

Ziel des von der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderten Projekts war es, die europaweiten Herausforderungen von Menschenrechten und Chancengleichheit vor Ort erlebbar zu machen. Als Anlass dienten das 2007 von der EU-Kommission ausgerufene „Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle“ und das 60-jährige Bestehen der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ im Jahr 2008. Eine Gruppe von Studierenden erarbeitete gemeinsam mit externen Kooperationspartnern in einem 2-semestrigen Projektseminar die Auswahl der Themenschwerpunkte und war zuständig für die Recherche, das Verfassen der Texte und die Präsentation.
 

Die thematischen Schwerpunkte und szenischen Darbietungen wurden an drei Stationen präsentiert. Die ausgewählten Orte gaben in der 90-minütigen Tour collagenartige Einblicke in das interkulturelle Leben der Stadt. Ausgangspunkt der Stadterkundung war das Museum beim Markt. Nach der Präsentation des eigens entwickelten Kurzfilmes ‚Schnittstellen über die aktuelle Situation von Migrantinnen und Migranten‘ begann die Rückblende zur Stadtgründung 1715, das Jahr der Grundsteinlegung des Schlosses. In der Kleinen Kirche beleuchtete der Rundgang das Recht auf Religionsfreiheit. Zwei eingeladene Vertreterinnen von Minderheitenreligionen zeichneten an dieser Station ein Portrait von ihren Karlsruher Gemeinden.

Der Schwerpunkt der letzten Station auf dem Campus der Universität Karlsruhe (TH) war das Recht auf Bildung und die Frage, wie Bildungschancen in der gegenwärtigen Gesellschaft verteilt sind. Die Stadterkundung endete mit der Theaterinszenierung ‚Die Raupe und das Tor‘ – eine Fabel, die von den Hürden bei der Verwirklichung von Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem erzählt.
 

Logo EuropawocheDer Stadtrundgang war Teil des Programms der 12. Karlsruher Gespräche zum Thema „Mein Europa – Dein Europa: Innenansichten von Nicht-Europäern“ vom 15. bis 17. Februar 2008. In diesem Rahmen feierte die interkulturelle Stadterkundung ihre Premiere und wurde im Programm der Europawoche vom 2. bis 11. Mai 2008 an mehreren Terminen wiederholt.

Das Konzept der Stadterkundung zielte auf Wissensvermittlung, Begegnung und Dialog, denn neben bekannten Faktoren, wie etwa sprachliche Zugänge, zeigt sich, dass stereotypisierte Vorstellungen in der interkulturellen Gesellschaft häufig als Barrieren wirken. Mit dem Projekt wurde darüber hinaus das Format klassischer Stadtrundgänge weiterentwickelt. Abwechslungsreiche Darstellungsformen (Vortrag, Film, Theater, Interview und Diskussion) gaben Impulse für eine kognitive und affektive Auseinandersetzung mit dem Thema. Die große Resonanz auf den Stadtrundgang verdeutlicht, dass in der Stadt ein Bedarf nach der Auseinandersetzung mit den Themen Migration und Chancengleichheit existiert.

Audio-visueller Guide und Dokumentation

Um den Stadtrundgang möglichst vielen Interessierten zugänglich zu machen, entwickelte das interdisziplinäre Projektteam einen audio-visuellen Guide, der an dieser Stelle in Kürze abrufbar ist. Auf diese Weise wird zudem die Nachhaltigkeit des Projekts gesichert. Der Guide enthält alle Vorträge und Interviews (Audiospur), eine Vielzahl von Fotos sowie den Film und die Theaterproduktion (Videosequenzen). Die Produktion der Audioaufnahmen fand mit Unterstützung von RadioFri statt, dem Radio der Universität Karlsruhe (TH). Die Vorträge der Stadterkundung liegen außerdem in englischer Übersetzung vor.

Der ausführliche Projektbericht ermöglicht, an die Inhalte und die Erfahrungen aus der „Interkulturellen Stadterkundung“ anzuschließen.

Wir freuen uns über Ihre Anregungen zum Projekt und bedanken uns bei allen Mitwirkenden sehr herzlich für die inhaltliche Zusammenarbeit und bei der Landesstiftung Baden-Württemberg für die finanzielle Unterstützung.

Lesen sie hier den Projektbericht als PDF.
Translation Guided Tour

Weitere Informationen
Mitarbeiterinnen

Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha (Projektleitung)
Wiebke Gröschler M.A. (Projektkoordination)

Projektlaufzeit
1. April 2007 bis 31. März 2008

Kooperationspartner
Büro für Integration, Institut für Stadtgeschichte, Jugendmigrationsdienst Karlsruhe, Internationales Begegnungszentrum Karlsruhe, amnesty international Bezirk Karlsruhe und stattreisen Karlsruhe e.V.

Förderung
Die Stadterkundung wurde gefördert von der Landesstiftung Baden-Württemberg im Rahmen vom Programm „Neue Brücken bauen … zwischen Generationen, Kulturen und Institutionen", dem Programm der LANDESSTIFTUNG Baden-Württemberg.