Bronnbacher Stipendium

Zeitgenössische Kunst ist oft ein Indikator für gesellschaftliche Entwicklungen, für deren Werte und Wandel. Für angehende Leistungsträger in Forschung und Wissenschaft und für zukünftige Führungskräfte sind Verantwortungsbereitschaft und ein geschultes gesellschaftlich-kulturelles Verständnis unabdingbar. Unter dem Leitgedanken „Kulturelle Kompetenz für künftige Führungskräfte“ bietet der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft mit seinem Arbeitskreis Kulturelle Bildung (AKB) in Kooperation mit dem KIT deshalb ab 2017 zehn ausgesuchten Studierenden und Doktoranden/innen die Chance, im Rahmen des Bronnbacher Stipendiums ein Jahr lang in Dialog mit renommierten Persönlichkeiten aus der Kunst- und Kulturszene zu treten und deren Arbeitsweisen kennenzulernen.

In bis zu zehn Abend- und Wochenendveranstaltungen erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Rahmen von Workshops, Vorträgen und Exkursionen einen Überblick über aktuelle Kunstproduktionen und kunstwissenschaftliche Ansätze. Dabei treffen sie auf Kunst­schaffende, auf Persönlichkeiten aus Kunstvermittlung und Kulturmanagement und lernen durch den direkten Austausch, eigenständig neue Denkansätze zu entwickeln und kreative Lösungswege zu beschreiten.

Das KIT ist seit 2016 Kooperationspartner des Bronnbacher Stipendiums, dessen Koordination dem ZAK obliegt. Das Förderprogramm wird vom KIT gemeinsam mit der Universität Mannheim jährlich im Herbst neu ausgeschrieben.

 

Bewerbungsschluss für den 19. Jahrgang WS 2021/22
15. Januar 2022

Auswahlgespräche 
N.N., voraussichtlich Ende Februar 2022

Programmdauer 19. Jahrgang
März 2022 bis Februar 2023

Auftaktwochenende
25. - 27. März 2022 | Musik, mit der Dirigentin Anna-Sophie Brüning | Kloster Bronnbach

(Termine weiterer früher Wochenenden werden ggf. im Laufe des Wintersemesters ergänzt; grundsätzlich erfolgt die Themen- und Terminplanung über das Jahr unter Einbeziehung des jeweils aktiven Jahrgangs)

Bronnbacher Winter 2021 am KIT
N.N. (Informationen werden bis Ende Oktober ergänzt)

Einen Überblick über vergangene Veranstaltungen des Bronnbacher Winters erhalten Sie im Archiv.

Kunst und Kultur gehören zu den Grundbedürfnissen einer Gesellschaft in Freiheit und Verantwortung. Kunst und Kultur sowie Wirtschaft und Wissenschaft basieren dabei auf denselben Voraussetzungen: Kreativität, Mut zum Aufbruch und Drang nach Erneuerung. Aus dieser Überzeugung heraus hat der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im Jahr 2004 das Bronnbacher Stipendium ins Leben gerufen, das in Zusammenarbeit mit dem KIT und mit der Universität Mannheim vorrangig Masterstudierenden und Promovierenden angeboten wird. Ziel ist es, bei den Stipendiatinnen und Stipendiaten Begeisterung für Kunst und Kultur zu wecken und diese dabei zu unterstützen, Verständnis für künstlerische Prozesse zu entwickeln. 

Künstler*innen reagieren sensibel auf Veränderung in ihrem Umfeld, setzen sich in ihrer Kunst damit auseinander und entwickeln Visionen – zeitgenössische Kunst ist oft ein Indikator für gesellschaftliche Entwicklungen. Der direkte Austausch mit Künstler*innen und Kulturschaffenden aus verschiedenen Bereichen birgt so das Potenzial, neue Denkansätze kennenzulernen und kreative Lösungswege zu beschreiten. Fähigkeiten wie Inspiration, Kreativität und Intuition sind in der heutigen Wirtschafts- und Wissenschaftswelt mehr und mehr erforderlich für ein verantwortliches und erfolgreiches Handeln und zum Beschreiten innovativer Wege. Diese Kompetenzen sind insbesondere durch die Berührung mit der Welt der Kunst und Kultur erleb- und erlernbar.

Seit der Ausschreibung 2016 wird das Bronnbacher Stipendium für Studierende und Doktoranden*innen der MINT-Studiengänge des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) angeboten (14. Jahrgang / 2017). Das Curriculum absolvieren die Teilnehmer*innen beider Universitäten gemeinsam unter der Leitung des Kurators Konstantin Adamopoulos, der als Ausstellungsmacher, Projektmanager und Kunstjournalist tätig ist.
Das Stipendium soll Begeisterung für Kunst und Kultur wecken und motivieren, sowohl privat als auch beruflich gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Auch nach dem einjährigen Programm lebt das Stipendium weiter: Das Netzwerk aus mittlerweile mehr als 250 Alumni und Alumnae sichert einen jahrgangsübergreifenden Kontakt während und nach dem Studium bzw. der Promotion.

Das zweisemestrige, speziell vom Kulturkreis entwickelte, interaktive Kultur-Curriculum umfasst ca. zehn thematische Blöcke, die größtenteils in Wochenendveranstaltungen organisiert werden und im Zeitraum des Stipendienjahres von März bis Februar des Folgejahres stattfinden. Jeder Wochenendblock ist dabei einer bestimmten Kunstrichtung gewidmet, aus der jeweils eine Künstlerin oder ein Künstler mit den Stipendiat*innen an den Wochenenden zusammenarbeitet. Themen sind u.a.: Tonen, Malerei, Oper, Theater, Tanz, Musik / Neue Musik, Architektur, Literatur, Film. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten an den Wochenenden nicht nur einen Überblick über die jeweilige Kunstform, sondern bekommen durch Gespräche und Diskussionen mit den Künstler*innen intensive Einblicke in die kreativen Prozesse und Produktionen. Dabei liegt ein Schwerpunkt des Bronnbacher Stipendiums darauf, dass die Stipendiat*innen auch selbst aktiv werden und sich in der jeweiligen Kunstform durch Anleitung und Input der Künstler*innen erproben, um die künstlerischen Prozesse besser nachvollziehen und selbst erleben zu können. Ein besonderer Fokus liegt ebenso auf dem Zusammenspiel von Kultur mit Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Durch die Themenwochenenden mit ihren Workshops, Seminaren und Exkursionen werden die Stipendiat*innen studien- oder promotionsbegleitend in das breite Spektrum der zeitgenössischen Kunst und Kultur eingeführt. 

Das Curriculum wird für jeden Jahrgang durch den Kurator des Bronnbacher Stipendiums Konstantin Adamopoulos neu zusammengestellt. In der Regel beginnt es im März mit einem Wochenende im namensgebenden Kloster Bronnbach, in dem neben einer Kunstrichtung vor allem das gegenseitige Kennenlernen und Zusammenwachsen als neuer Bronnbacher Stipendienjahrgang im Vordergrund stehen. Die weiteren Wochenenden verteilen sich über das Jahr so, dass in der Regel ein Bronnbacher Wochenende pro Monat stattfindet. Die Orte können dabei variieren: Neben dem Kloster Bronnbach findet meist ein Wochenende in Mannheim und eines in Karlsruhe statt. Darüber hinaus werden die Wochenenden bundesweit in verschiedenen Kulturinstitutionen und Orten organisiert, je nach Arbeits- und Lebensmittelpunkt der beteiligten Künstler*innen. So fanden in den Stipendienjahren seit 2017 Bronnbacher Wochenenden statt in Berlin, Frankfurt, Girsterklaus (Luxemburg), Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, Mannheim, Mühlheim an der Ruhr, Straßburg, Stuttgart u.a. Das Stipendienjahr endet mit einem feierlichen Abschlussabend, der gleichzeitig den Eröffnungsabend zu einem Alumniwochenende bildet, das vom jeweiligen Stipendienjahrgang organisiert wird. Am Eröffnungsabend können bereits die frisch ausgewählten Stipendiat*innen des neuen Jahrgangs teilnehmen – die Auswahlgespräche finden in der Regel am vorherigen Tag statt.

Die Themenwochenenden bilden das Herzstück des Bronnbacher Stipendiums, daher ist die Teilnahme an diesen obligatorisch. Von allen Stipendiat*innen wird erwartet, dass sie sich aktiv in die Gestaltung der Wochenenden einbringen: mitdiskutieren, Dinge hinterfragen, sich je nach Themenschwerpunkt schon im Vorfeld einlesen und vorbereiten. Ferne beteiligten sich alle Stipendiat*innen an der Organisation der Themenwochenenden. Hierbei geht es vorrangig um die Organisation der An- und Abreise, die Auswahl und Buchung von Unterkünften, Restaurants, speziellen Locations für bestimmten Kunstformate oder die Organisation spezieller Ausstattung und Materialien zur Durchführung der Wochenenden. Dies geschieht in Absprache mit Konstantin Adamopoulos, der als Kurator die Konzeption der Wochenenden und die inhaltlichen Absprachen mit den beteiligten Künstler*innen übernimmt, und mit Mareike Poppinga, der Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft.
Innerhalb des jeweiligen Jahrgangs werden zwei Projektteams für längerfristige Aufgaben gebildet: Dies ist zum einen die Gestaltung eines internen Jahrbuchs, zum anderen die Organisation des Alumniwochenendes zum Abschluss des Stipendienjahres. Die verschiedenen Themenwochenenden werden einzelnen Stipendiat*innen zugeteilt, die im Nachgang einen kurzen Bericht über das jeweilige Wochenende anfertigen. Diese Texte sind nicht für die breite Öffentlichkeit gedacht, sondern dienen den Stipendiat*innen als Erinnerung und als Beiträge für das Jahrbuch. 

Alle finanziellen Aufwendungen (auch Kosten für Unterkünfte, An- und Abreisen) werden durch das Stipendium abgedeckt.   
 

Zielgruppe
Das Programm richtet sich am Karlsruher Institut für Technologie hauptsächlich an engagierte und herausragende Masterstudierende, Doktorandinnen und Doktoranden des KIT sowie an KIT-Alumni/ae, deren Abschluss nicht länger drei Jahre zurückliegt. Bei hervorragender Qualifikation können auch Bachelorstudentinnen und -studenten zugelassen werden. Der Fokus liegt auf Bewerber*innen der MINT-Fächer (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Bewerben können sich jedoch alle Fachrichtungen, der Austausch zwischen den Disziplinen ist ausdrücklich erwünscht.
Bewerber*innen sollten sich idealerweise durch besondere Leistungen in fachlicher und persönlicher Hinsicht auszeichnen sowie den Willen erkennen lassen, gesellschaftliche Verantwortung als zukünftige Entscheidungsträger*innen zu übernehmen. Wichtig ist zudem eine offene Persönlichkeit, die bereit ist, sich auf künstlerische Prozesse einzulassen.
Es geht bei dem Stipendium nicht darum, die Teilnehmer*innen zu „Künstler*innen“ zu formen, sondern ihnen durch die Erschließung kultureller Prozesse und Techniken neue innovative Denkansätze für ihr späteres Kerngeschäft zu ermöglichen und Fähigkeiten zur Teamarbeit und Mitarbeiterführung weiterzuentwickeln. 
 
Auswahlverfahren
Die Zulassung zum Stipendium erfolgt über ein zweistufiges Auswahlverfahren. In der ersten Stufe erfolgt eine schriftliche Bewerbung mit Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen etc. Nach erfolgreicher Vorauswahl anhand der eingereichten Unterlagen (Wichtig: Motivationsschreiben!) werden bis zu 15 Bewerber*innen des KIT zu einem persönlichen Gespräch in Kleingruppen eingeladen, die sich aus Mannheimer und Karlsruher Bewerber*innen zusammensetzen. Die Auswahlgespräche werden von einem Komitee geführt, das sich wie folgt zusammensetzt: Vertreter*in der Geschäftsstelle des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft, Vertreter*innen der Universitäten, Vertreter*in des Arbeitskreises Kulturelle Bildung des Kulturkreises, Sponsoren und Förderer des Programms, der Kurator und eine Bronnbacher Alumna oder ein Alumnus. Es werden insgesamt maximal 18 Stipendienplätze pro Jahrgang vergeben.

Bewerbung
Aktuell können Sie sich für die neue Runde des Programms, den 18. Jahrgang des Bronnbacher Stipendiums mit Programmstart im März 2021 bewerben. Der Bewerbungsschluss ist am 17. Januar 2021 (Frist wurde verlängert!). Nach erfolgreicher Vorauswahl werden Sie zum Auswahlgespräch eingeladen. Die Auswahlgespräche für den 18. Jahrgang finden am Donnerstag, 25. Februar 2021 statt. Ob sie in Präsenz vor Ort in der Universität Mannheim oder online durchgeführt werden, steht zur Zeit noch nicht fest und wird je nach weiterem Verlauf der COVID-19-Pandemie und der jeweils dadurch bedingten geltenden Infektionsschutzmaßnahmen entschieden. Bitte halten Sie sich diesen Termin in jedem Fall frei.

Einzureichende Unterlagen:

  • Bewerbungsformular
  • Motivationsschreiben
  • Lebenslauf
  • Für Studierende: Aktueller Notenauszug
  • Für Doktoranden/innen: Nachweis Promotionsvereinbarung
  • Zeugnisse / Sonstige Nachweise

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist obligatorisch und Voraussetzung zur Aufnahme in das Bronnbacher Stipendium. Bitte prüfen Sie daher vor Ihrer Bewerbung, ob Sie den Termin zum Auswahlgespräch als auch das Auftaktwochenende im Kloster Bronnbach einrichten können. Da das Curriculum in deutscher Sprache durchgeführt wird, sind sehr gute Deutschkenntnisse erforderlich.

Das Bronnbacher Stipendium wurde 2004 ins Leben gerufen und erstmalig an der Universität Mannheim angeboten. Der Name des Stipendiums geht auf das Kloster Bronnbach (Stadt Wertheim, Baden-Württemberg) zurück. Maßgeblich beteiligt an der Gründung des ideellen Förderprogramms waren der damalige Rektor der Universität Mannheim, Prof. Dr. Hans-Wolfgang Arndt und der damalige Vorstand des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft, Dr. Jürgen Zech. Das KIT ist sein 2016 Kooperationspartner, sodass sich der 14. Jahrgang (Stipendienjahr 2017/18) des Bronnbacher Stipendiums erstmalig aus Stipendiat*innen beider Universitäten zusammensetzte. 

Mittlerweile gibt es über 300 Alumni und Alumnae des Bronnbacher Stipendiums, die sich mehrmals im Jahr zu gemeinsamen Veranstaltungen treffen, sich eigenständig engagieren für die Förderung und Vermittlung von zeitgenössischer Kunst engagieren und so ein überregionales und fächerübergreifendes Netzwerk bilden. Über die Zeit wurden an verschiedenen Standorten Regionalgruppen gebildet, die gemeinsame Aktivitäten organisieren, und es existieren übergeordnete Projektteams, in denen die Ehemaligen gemeinsame Projekte gezielt vorantreiben. Das jährliche Alumni-Treffen "Bronnbacher & Friends", das vom jeweils aktiven Stipendienjahrgang organisiert wird, findet traditionsgemäß am letzten Februar-Wochenende statt.

Seit 2019 verfügen die Alumni über eine eigene Webpräsenz, auf der alle Aktivitäten gebündelt werden. Über einen internen Bereich können Absolvent*innen des Bronnbacher Stipendiums untereinander Kontakt aufnehmen. 2020 wurde der Alumni und Freunde des Bronnbacher Stipendiums e. V. gegründet, in dem nun alle Aktivitäten zusammenlaufen.

Weitere Informationen zu den Bronnbacher Alumni unter: www.bronnbacher-alumni.de  
 

Podcast des Bronnbacher Alumnivereins "THE FUTURE IS NOW NOW": In diesem Podcast treten starke Persönlichkeiten aus Kunst und Wirtschaft in den Dialog, um eine Vision für die Zukunft zu entwickeln. Die Folgen können u.a. über Spotify, Anchor und das Campusradio Karlsruhe gehört werden.

 

Einblicke in das Programm und Stimmen zum Bronnbacher Stipendium liefern die folgenden Videobeiträge

https://www.youtube.com/watch?v=D2n10yssdSo

https://vimeo.com/31435466


Forschungsprojekt „Fördern Kunst und Kultur Führungskompetenzen?“ unter Einbindung des Bronnbacher Stipendiums

https://www.youtube.com/watch?v=oIAbno6ts1o 

Weitere Informationen zum Bronnbacher Stipendium, den ehemaligen Jahrgängen u.v.m. finden sich auf der offiziellen Webpräsenz zum Bronnbacher Stipendium des Arbeitskreises Kulturelle Bildung.

 

 

Das Bronnbacher Stipendium wird durch folgende Partner ermöglicht:

 

Hauptsponsor: BASF SE

Hauptförderer: Daimler AG und Karl Schlecht Stiftung

Förderer: Dieter Schwarz Stiftung, Peters-Beer-Stiftung und das Kloster Bronnbach