Veranstaltung im Rahmen des vom BMBF geförderten Projektes CuLTURE China – The KIT Competence Network for Innovation in Cultural Learning and Training in a University and Research Environment. Weitere Informationen

Menschenrechte und Diktatur: Neues Sicherheitsgesetz in Hongkong und Chinas Umgang mit Minderheiten in Xinjiang

Datum: Montag 7. Dezember 2020, 18 Uhr; Zur Live-Stream-Aufzeichnung

 

Kurzvortrag von Prof. Dr. Dirk Pleiter (Amnesty International Deutschland e.V.)

Minderheiten in Xinjiang: Opfer einer totalitären Repression

Die Repressionen der chinesischen Behörden in der Autonomen Uigurischen Region Xinjiang haben ein in der jüngeren Vergangenheit unbekanntes Ausmaß erreicht. Betroffen sind verschiedene ethnische Minderheiten, insbesondere die überwiegend muslimischen Uiguren. Die Überwachung der in dieser Region lebenden Menschen hat teilweise totalitäre Züge angenommen. Schätzungsweise eine Million Menschen wurden in der Region in den letzten Jahren inhaftiert, die meisten in sogenannten Bildungs- und Transformationseinrichtungen. In diesem Vortrag werden wir sowohl auf die aktuellen Entwicklungen in der Region im Nordwesten der Volksrepublik China eingehen als auch die Vorgeschichte beleuchten. Als Menschenrechtsorganisation geht es uns aber nicht nur um eine Analyse der Situation sondern auch um Handlungsmöglichkeiten, wie diese verbessert werden kann. Dabei geht es insbesondere auch um die Frage der Einflussmöglichkeiten in einer Welt, wo eine regelbasierte internationale Ordnung von vielen Regierungen in Frage gestellt wird.

Prof. Dr. Dirk Pleiter koordiniert als ehrenamtlicher Mitarbeiter seit 1988 die Arbeit der deutschen Sektion von Amnesty International zur Volksrepublik China. Diese Arbeit umfasst die inhaltliche Unterstützung des Sekretariats der Sektion bei Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Organisation der Arbeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern im Rahmen von Kampagnen oder beim langfristigen Engagement für Einzelfälle. Beruflich arbeitet er seit 2011 als leitender Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich und lehrt an der Fakultät für Physik der Universität Regensburg.

 

Kurzvortrag von Anne Renzenbrink (Reporter ohne Grenzen e.V.)

Neues Sicherheitsgesetz in Hongkong

Am 30. Juni 2020 hat das chinesische Regime ein sogenanntes Sicherheitsgesetz verabschiedet, das es Peking erlaubt, direkt in die Sonderverwaltungszone Hongkong einzugreifen. Unter dem Anschein der Legalität kann das Regime alles unterdrücken, was es als „Terrorismus“, „Abspaltung“, „Untergrabung der Staatsgewalt“ und „ausländische Einmischung“ betrachtet. Diese vier Vergehen können in Festland-China mit der Todesstrafe geahndet werden und dienen dort oft als Vorwand, um Medienschaffende juristisch zu verfolgen. Welche Auswirkungen hat das Gesetz auf die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten in Hongkong und weltweit? Was bedeutet das für den Medienstandort Hongkong? Wie steht es um die Pressefreiheit vor Ort? Auf diese und weitere Fragen wird der Vortrag eingehen.

©Martin von den Driesch

Anne Renzenbrink arbeitet seit September 2016 als Pressereferentin bei Reporter ohne Grenzen e.V.. Davor berichtete sie als Journalistin in Deutschland und Asien für verschiedene Print- und Onlinemedien. Stationen waren unter anderem die kambodschanische Zeitung Phnom Penh Post und die Nepali Times in Kathmandu. Als Stipendiatin der Robert Bosch Stiftung war sie 2015 als Medienbotschafterin in China. Anne Renzenbrink studierte in Heidelberg Politikwissenschaft und Ethnologie sowie in Shanghai ein Semester Mandarin und absolvierte ihren Master in Journalismus an der Universität Hongkong.