VL: Literarische Gattungen

Inhalt

Die Vorlesung gibt einen Überblick über Funktionen und die historischen Leistungen der drei Hauptgattungen (Lyrik, Drama, Epik) in der deutschen Literatur vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Nach einer Rekonstruktion gattungspoetologischer Grundlegungen in der Antike und Frühen Neuzeit (im Mittelalter gibt es dergleichen nicht) wird die Rolle der drei Hauptgattungen und ihrer je historisch entstandenen Untergattungen ( = Genres) an ausgewählten kanonischen Texten erläutert. Neben diesen gattungsinternen Spezifikationen (Ballade, Komödie, Tragödie, Tragikomödie, Märchen, Novelle, Erzählung, Epos, Roman usw.) wird ein Augenmerk auf historische Varianten der Gattungsentgrenzung gelegt: in der Romantik um 1800 etwa in Gegenstellung zur klassizistisch orientierten Weimarer Klassik. In der literarischen Moderne seit 1890 setzen sich solche Ausdifferenzierungen in neuen Spielarten fort (Prosaskizze, Prosagedicht, Formen der Kurzprosa, Denkbild, Essay u.a.). Diese Entwicklungen erweitern die Formensprache im Gattungssystem, bis in der Gegenwart seit den 1980er Jahren eine weitere Transformationsstufe erreicht wird: u.a. im sog. postdramatischen Drama oder in ‚Romanen’, die kaum mehr etwas mit den damit verbundenen Gattungserwartungen (Erzählen einer Geschichte) zu tun haben. Auch heute noch geht also die Entwicklung weiter: nun etwa im Blick auf völlig neuartige digitale Live-Theater-Inszenierungen während der aktuellen Pandemielage, die soeben Ekkehard Knörer im Merkur beschrieben hat: Digitales Theater (Sebastian Hartmann). Über Medienverhältnisse in der Krise. In: Merkur 75 (August 2021), H. 867, S. 57-67.

Ein Vorlesungsplan steht in ILIAS bereit. 

Pandemiebedingt ist noch unklar, in welcher Form die Vorlesung genauer stattfinden kann. Nach dem aktuellen Stand (Ende August 2021) dürfen max. 35 Studierende in Präsenz nach Maßgabe der 3G-Regel zusammenkommen. Ich werde vor Beginn der Vorlesung über ILIAS eine Rundfrage starten, in welcher Form Sie an ihr teilnehmen wollen/können (zumal Sie u.U. gar nicht in Karlsruhe sind). Geplant ist ein hybrides Format, so dass eine digitale Teilnahme über MS-Teams erfolgen kann: http://connect.studium.kit.edu/teams/join/gOgF7rUOzL 

Die S t u d i e n l e i s t u n g besteht aus einer Klausur (90 Minuten) am letzten Termin der Vorlesung, die teils aus multiple-choice-, teils aus selbständig zu beantwortenden Fragen aus dem Stoff der VL (50%) und aus dem Fragenpool ‚Grundlagenwissen’ (Stand 2020) des Instituts für Germanistik besteht. Dieser Fragenpool kann eingesehen werden unter http://www.geistsoz.kit.edu/germanistik/downloads/Fragenpool_Grundlagenwissen_Februar 2020.pdf

Eine P r ü f u n g s l e i s t u n g zum Stoff der VL kann erbracht werden als Hausarbeit in den Modulen NdL I und LKSM I, als mündliche Prüfung in den Modulen NdL II und LKSM II. 

Bitte achten Sie auf die korrekte An- und Abmeldung zu den Studien- und Prüfungsleistungen im Campus Management System (CMS): Ohne Anmeldung kann eine Eintragung nicht erfolgen. Nachträgliche Eintragungen sind nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Konsultieren Sie bitte das Modulhandbuch (veröffentlicht auf der Website der Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften) für Ihre Studienplanung und beachten Sie die dort angezeigten ‚modellierten Voraussetzungen’ zu den Teilleistungen.

VortragsspracheDeutsch
Literaturhinweise

zur Erstinformation:

- Klaus W. Hempfer: Gattung
- Wilhelm Voßkamp: Gattungsgeschichte
- Dieter Lamping: Gattungstheorie,
alle in: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte, gemeinsam mit Harald Fricke, Klaus Grubmüller und Jan-Dirk Müller hrsg. v. Klaus Weimar, Bd. 1: A-G, Berlin/New York 1997, S. 651-661.

zur Vertiefung

- Dieter Lamping (Hrsg.): Handbuch der literarischen Gattungen, Stuttgart 2009

- Rüdiger Zymner (Hrsg.): Handbuch Gattungstheorie, Stuttgart/Weimar 2010.