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Swenja Zaremba M.A.
Interkulturelle Projekte, Koordination des deutschen Netzwerks der Anna Lindh Stiftung

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Judith Milz
Interkulturalität und Globalisierung

Tel.: 0721-60841820
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World Science Café

In der Veranstaltungsreihe World Science Café geben geflüchtete und gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in ihr Forschungsfeld.

Seit dem Wintersemester 2016/17 richtet das ZAK in Kooperation mit dem International Scholars and Welcome Office (IScO) des KIT ein neues Veranstaltungsformat aus, in dem Geflüchtete über ihre wissenschaftliche Arbeit berichten. Die Vortragenden sind Forschende, die in Deutschland Schutz suchen, weil Krieg oder Verfolgung sie in ihren Herkunftsländern bedrohen oder ihre Forschungsfreiheit eingeschränkt ist. Das Wissen, die Expertise und die neuen Sichtweisen, die sie in die akademische Welt und in die deutsche Gesellschaft einbringen, sollen in diesem neuen Format sichtbar und einem interessierten Publikum bekannt gemacht werden. Im Anschluss an eine Kurzdarstellung findet, ganz im Sinne des titelgebenden Cafés, ein Gespräch statt, in dem gemeinsam mit einem landeskundigen Gesprächspartner die akademische Lage im Herkunftsland des Referierenden erörtert wird. Wie sieht bzw. sah der Forschungsalltag in Syrien, Usbekistan oder in der Türkei aus? Was bedeutet ein freies akademisches Klima für Forschung? Und welche Implikationen hat es für eine Gesellschaft, wenn ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht mehr im eigenen Land forschen können?

Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und ermöglicht Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland die Verleihung von Stipendien für Forschungsaufenthalte an gefährdete Forscherinnen und Forscher. Finanziert wird diese Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator.

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

 

Programm

Dienstag, 12. Dezember 2017, 18:00 Uhr
Dr. Anan Alsheikh Haidar
Institute for International Peace and Security Law and Department of Oriental Studies, Universität zu Köln

Dr. Housamedden Darwish
Institute for International Peace and Security Law and Department of Oriental Studies, Universität zu Köln

Mittwoch, 07. Februar 2018, 18:00 Uhr
Afaf Rahim
Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW)

 

Die Veranstaltungen finden auf Englisch statt!

 

Vergangene Veranstaltungen finden Sie im Archiv des World Science Cafés

 

The Syrian Crisis – A Philosophical and Legal Overview

Dienstag, 12.12.2017, 18:00 Uhr, Ort: Foyer des Präsidiumsgebäudes (Adolf-Würth-Gebäude, Geb. 11.30), im Ehrenhof, Engelbert-Arnold-Str. 2, KIT-Campus Süd - Lageplan (PDF ca.1 MB)

 

"Im März 2011 wurde in Syrien ein friedlicher Aufstand gegen die Regierung durch syrische Sicherheitsmänner und Truppen unter Präsident Bashar al-Assad schnell und gewaltsam niedergeschlagen. Die brutale Unterdrückung der friedlichen Demonstranten führte zum weiteren Ausufern von Gewalt und resultierte in einem landesweiten Konflikt, der eine der schlimmsten humanitären Krisen des 21. Jahrhunderts hervorbrachte. Eine halbe Million Menschen wurde getötet; 11 Millionen – also fast die Hälfte der syrischen Bevölkerung – flohen aus ihrer Heimat und mehr als 13 Millionen benötigen aktuell dringend Hilfe. Die Gewalt in Syrien dauert an: Sie ist geprägt von unzähligen Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mit verschiedenen Begriffen versucht man, dem Ausmaß der Syrienkrise einen Namen zu geben, darunter zum Beispiel solche wie Bürger- oder Stellvertreterkrieg und Revolution. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welcher Name bzw. welche Namen dem Geschehen in Syrien am besten Ausdruck verleihen. Die Syrienkrise – ungeachtet ihrer Bezeichnung – wirft noch eine weitere wichtige Frage auf: Welche Möglichkeiten gibt es, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die Verbrechen in Syrien begangen haben?
Um diese Fragen zu beantworten, wird sich dieser Vortrag zuerst mit der Diskussion um die Bezeichnung der syrischen Revolution befassen und versuchen, diese Krise in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Anschließend wird es um die Möglichkeiten gehen, die internationale Strafgerichtsbarkeit im Falle Syriens anzuwenden." 

             - Dr. Anan Alsheikh Haidar & Dr. Housamedden Darwish

Dr. Housamedden Darwish

Dr. Anan Alsheikh Haidar
Institute for International Peace and Security Law and Department of Oriental Studies, Universität zu Köln

Dr. Anan Alsheikh Haidar, geboren 1977, studierte an der Law School der Universität Damaskus in Syrien und erhielt ihr Diplom in Jura im Jahr 2000. 2005 schloss sie im selben Fachgebiet als Chevening-Stipendiatin ihren Master of Laws (LL.M.) an der Law School der britischen Universität Reading ab. Dem folgte 2010 die Promotion in Jura mit den Hauptfächern Internationales Strafrecht und Internationale Menschenrechte, Forschungsmethodik und Internationale Sicherheitsstudien. Von 2010 bis 2014 war Dr. Haidar Dozentin an der Law School der Universität Damaskus und an der Syrian Virtual University. Sie hat Publikationen zum Thema Internationales Recht veröffentlicht und an Vorträgen in aller Welt teilgenommen, die sich zuletzt mit dem Syrienkonflikt und dem Internationalen Strafrecht befassten. Seit 2016 ist sie Forschungsstipendiatin am Institute of International Peace and Security Law der Universität Köln.

Dr. Housamedden Darwish
Institute for International Peace and Security Law and Department of Oriental Studies, Universität zu Köln

Dr. Housamedden Darwish, geboren 1971, studierte Philosophie an der Tischrin-Universität im syrischen Latakia sowie an den Universitäten von Damaskus und Aleppo. Er erhielt seinen Masterabschluss in Philosophie an der Universität Bordeaux und promovierte dort 2010 mit einer Doktorarbeit über den französischen Philosophen Paul Ricœur. Darüber hinaus beschäftigte sich Dr. Darwish als freiberuflicher Wissenschaftler, Gastdozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter mit den Themen Östliche Philosophie und Arabischer Aufstand sowie mit transkulturellen Konzepten, dem Islam und der politischen Moderne. Dr. Darwish nahm an Vorträgen und Podiumsdiskussionen weltweit teil und legte seinen Fokus dabei auf den syrischen Philosophen, Professor und Menschenrechtsaktivisten Sadiq Jalal al-Azm. Zudem hat er zahlreiche Publikationen zur Lage in Syrien und dessen entwurzelter Nation sowie zum arabischen Seelenzustand in diversen Magazinen veröffentlicht. Des Weiteren publizierte er einige Bücher über den französischen Philosophen Paul Ricœur sowie seine ‘Kritischen Texte zum arabischen politischen Denken, der syrischen Revolution und dem Asyl’. Aktuell gehört Dr. Darwish als Permanent Fellow dauerhaft dem Volkswagenstiftung-Projekt ‘Eine Untersuchung der Erklärungskraft - A Study in Explanatory Power’ an. Zudem ist er Assistenzprofessor am Orientalischen Seminar der Universität Köln und am Institut für Philosophie der Universität Duisburg-Essen.

 

Refugees and Migrants – Social and Economic Integration

Mittwoch, 07.02.2017, 18:00 Uhr, Ort: Foyer des Präsidiumsgebäudes (Adolf-Würth-Gebäude, Geb. 11.30), im Ehrenhof, Engelbert-Arnold-Str. 2, KIT-Campus Süd - Lageplan (PDF ca.1 MB)

Afaf Rahim

Afaf Rahim

Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW)

"Die Arbeitsmarkteingliederung ist das übergeordnete Ziel der Integration von Einwanderern, insbesondere im Fall von Flüchtlingen und Familienmigranten. Die gesellschaftliche Integration verfolgt ein gleichrangiges Interesse, besonders angesichts der Tatsache, dass Sorgen und Anliegen der einheimischen Bevölkerung oftmals mit nicht-wirtschaftlichen Faktoren in Verbindung gebracht werden. Der kausale Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Integration konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden. Zwei widerstreitende Theorien zur Verbindung zwischen Arbeitsmarktfolgen für Einwanderer und gesellschaftlicher Integration stehen sich gegenüber. Die erste geht davon aus, dass eine bessere Integration in die Gesellschaft mit höheren Erfolgschancen auf dem Arbeitsmarkt assoziiert wird, während die zweite Theorie argumentiert, dass durch wirtschaftliche Chancenungleichheit und strukturelle Einschränkungen – die Einwanderer vom Arbeitsmarkt abschrecken – auch deren Ansporn und Motivation, sich an Normen und Kultur der Aufnahmegesellschaft anzupassen, vermindert werden. In diesem Vortrag werde ich einen Blick auf das Zusammenspiel wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Integration von Drittstaatsangehörigen (Flüchtlinge und Migranten) werfen. Mein besonderes Augenmerk lege ich dabei auf Barrieren bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen sowie auf zwei wichtige politische Fragestellungen: 1) Könnte eine Politik ausgerichtet darauf, die Beschäftigung von Flüchtlingen und Migranten zu fördern, auch einen positiven Effekt auf die gesellschaftliche Integration haben? 2) Kommen zusätzliche Kosten auf Einwanderer in Arbeitslosigkeit zu (z. B. aufgrund gesellschaftlicher Desintegration)?"

            - Afaf Rahim

Afaf Rahim ist Wissenschaftlerin am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Sie ist Teil eines Forschungsteams, das an MEDAM (Mercator Dialogue on Asylum and Migration) mitwirkt, einem Projekt mit dem Ziel, Herausforderungen und Handlungsstrategien zur europäischen Asyl- und Migrationspolitik aus primär wissenschaftlicher Sicht zu identifizieren und zu erarbeiten. Im Rahmen von MEDAM liegt Afaf Rahims Forschungsschwerpunkt auf der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Integration von Einwanderern. Afaf Rahim hat an der Universität Wageningen in der Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften promoviert. Zuvor war sie als Juniorprofessorin am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Universität Marburg und als Postdoc an der Universität Pretoria beschäftigt. Des Weiteren ist Afaf Rahim Referentin am African Economic Research Consortium (AERC). Ihre Forschungsinteressen in diesem Rahmen sind fächerübergreifend und reichen von Landwirtschaft und natürlicher Ressourcenbewirtschaftung über Armutsforschung bis hin zu sozialer Folgenabschätzung.

Weitere Informationen

 

Vergangene Veranstaltungen finden Sie im Archiv des World Science Cafés