World Science Café

Seit dem Wintersemester 2016/17 richtet das ZAK in Kooperation mit dem International Scholars and Welcome Office (IScO) des KIT die Veranstaltungsreihe World Science Café aus, in der Geflüchtete über ihre wissenschaftliche Arbeit berichten. Die Vortragenden sind Forschende, die in Deutschland Schutz suchen, weil Krieg oder Verfolgung sie in ihren Herkunftsländern bedrohen oder ihre Forschungsfreiheit eingeschränkt ist. Das Wissen, die Expertise und die neuen Sichtweisen, die sie in die akademische Welt und in die deutsche Gesellschaft einbringen, sollen in diesem neuen Format sichtbar und einem interessierten Publikum bekannt gemacht werden. Im Anschluss an eine Kurzdarstellung findet, ganz im Sinne des titelgebenden Cafés, ein Gespräch statt, in dem gemeinsam mit einem landeskundigen Gesprächspartner die akademische Lage im Herkunftsland des Referierenden erörtert wird. Wie sieht bzw. sah der Forschungsalltag in Syrien, Usbekistan oder in der Türkei aus? Was bedeutet ein freies akademisches Klima für Forschung? Und welche Implikationen hat es für eine Gesellschaft, wenn ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht mehr im eigenen Land forschen können?

Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und ermöglicht Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland die Verleihung von Stipendien für Forschungsaufenthalte an gefährdete Forscherinnen und Forscher. Finanziert wird diese Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator.

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

 

Programm im Wintersemester 2019/2020

Migration & Human Trafficking in the Global South: Cameroon to the Arab Gulf States
Vortrag von Dr. Jonathan Ngeh (auf Englisch)

​Donnerstag, 13.02.2020, 18:00 Uhr im Foyer des Präsidiumsgebäudes (Adolf-Würth-Gebäude, Geb. 11.30), Engelbert-Arnold-Straße 2, KIT Campus Süd 

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Dr. Jonathan Ngeh
Global South Studies Center, University of Cologne

Menschenhandel ist ein eng mit Globalisierungs- und Migrationsprozessen verbundenes Phänomen. In seinem Vortrag fokussiert Dr. Jonathan Ngeh im Besonderen auf die Erfahrungen der Ausbeutung und des Missbrauchs von in die Arabischen Golfstaaten migrierten Kamerunerinnen und Kamerunern. Basis seiner Analyse sind in ethnographischen Feldforschungen in Dubai (im Jahr 2015) und Kamerun (im Jahr 2016) erhobene Daten. Dr. Jonathan Ngeh nimmt in seiner Analyse eine multiskalare Perspektive auf die Phänomene der Migration und des Menschenhandels ein, um diese so nicht nur bedingt durch, sondern auch eingebettet in gesellschaftsspezifische soziale und machtpolitische Transformationsprozesse untersuchen zu können.

Dr. Jonathan Ngeh erhielt seinen Master of Art and Science in Gesundheit und Gesellschaft (Health and Society) im Jahr 2004 an der Universität Linköping in Schweden. Im Jahr 2011 promovierte er in Soziologie an der Universität Umeå in Schweden. Nach seinen Forschungsstipendien an der Universität zu Köln (Februar bis April 2015), lehrte er an der Universität Bamenda in Kamerun (November 2016 bis Juli 2019). Seit August 2019 ist Dr. Jonathan Ngeh Gastwissenschaftler am Global South Studies Center (GSSC) an der Universität zu Köln. Sein Forschungsinteresse richtet sich auf die Analyse und das Verstehen der Dynamiken sozialer Ungleichheiten in einer globalisierten Welt. Dabei legt er seinen Forschungsfokus auf die Phänomene und Prozesse der Migration und des Menschenhandels. Dr. Jonathan Ngeh forschte zum Thema der Süd-Nord-Migration und fokussierte dabei im Besonderen auf die Integration somalischer und kamerunischer Migrantinnen und Migranten in Schweden. Inspiriert durch seine Teilnahme an dem durch das Global South Studies Center (GSSC) der Universität zu Köln initiierten Workshop „Migration within and to the Global South“ forscht Dr. Jonathan Ngeh seit 2014 insbesondere zu Süd-Süd-Migrationsprozessen sowie zu Migrationserfahrungen afrikanischer Migrantinnen und Migranten in die Arabischen Golfstaaten.