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World Science Café

Seit dem Wintersemester 2016/17 richtet das ZAK in Kooperation mit dem International Scholars and Welcome Office (IScO) des KIT die Veranstaltungsreihe World Science Café aus, in dem Geflüchtete über ihre wissenschaftliche Arbeit berichten. Die Vortragenden sind Forschende, die in Deutschland Schutz suchen, weil Krieg oder Verfolgung sie in ihren Herkunftsländern bedrohen oder ihre Forschungsfreiheit eingeschränkt ist. Das Wissen, die Expertise und die neuen Sichtweisen, die sie in die akademische Welt und in die deutsche Gesellschaft einbringen, sollen in diesem neuen Format sichtbar und einem interessierten Publikum bekannt gemacht werden. Im Anschluss an eine Kurzdarstellung findet, ganz im Sinne des titelgebenden Cafés, ein Gespräch statt, in dem gemeinsam mit einem landeskundigen Gesprächspartner die akademische Lage im Herkunftsland des Referierenden erörtert wird. Wie sieht bzw. sah der Forschungsalltag in Syrien, Usbekistan oder in der Türkei aus? Was bedeutet ein freies akademisches Klima für Forschung? Und welche Implikationen hat es für eine Gesellschaft, wenn ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht mehr im eigenen Land forschen können?

Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und ermöglicht Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland die Verleihung von Stipendien für Forschungsaufenthalte an gefährdete Forscherinnen und Forscher. Finanziert wird diese Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator.

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

Programm

Refugees and Migrants – Social and Economic Integration
Mittwoch, 07. Februar 2018, 18:00 Uhr
Afaf Rahim
Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW)

 

Die Veranstaltungen finden auf Englisch statt!

 

Refugees and Migrants – Social and Economic Integration

Mittwoch, 07.02.2018, 18:00 Uhr, Ort: Foyer des Präsidiumsgebäudes (Adolf-Würth-Gebäude, Geb. 11.30), im Ehrenhof, Engelbert-Arnold-Str. 2, KIT-Campus Süd - Lageplan (PDF ca.1 MB)

"Die Arbeitsmarkteingliederung ist das übergeordnete Ziel der Integration von Einwanderern, insbesondere im Fall von Flüchtlingen und Familienmigranten. Die gesellschaftliche Integration verfolgt ein gleichrangiges Interesse, besonders angesichts der Tatsache, dass Sorgen und Anliegen der einheimischen Bevölkerung oftmals mit nicht-wirtschaftlichen Faktoren in Verbindung gebracht werden. Der kausale Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Integration konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden. Zwei widerstreitende Theorien zur Verbindung zwischen Arbeitsmarktfolgen für Einwanderer und gesellschaftlicher Integration stehen sich gegenüber. Die erste geht davon aus, dass eine bessere Integration in die Gesellschaft mit höheren Erfolgschancen auf dem Arbeitsmarkt assoziiert wird, während die zweite Theorie argumentiert, dass durch wirtschaftliche Chancenungleichheit und strukturelle Einschränkungen – die Einwanderer vom Arbeitsmarkt abschrecken – auch deren Ansporn und Motivation, sich an Normen und Kultur der Aufnahmegesellschaft anzupassen, vermindert werden. In diesem Vortrag werde ich einen Blick auf das Zusammenspiel wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Integration von Drittstaatsangehörigen (Flüchtlinge und Migranten) werfen. Mein besonderes Augenmerk lege ich dabei auf Barrieren bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen sowie auf zwei wichtige politische Fragestellungen: 1) Könnte eine Politik ausgerichtet darauf, die Beschäftigung von Flüchtlingen und Migranten zu fördern, auch einen positiven Effekt auf die gesellschaftliche Integration haben? 2) Kommen zusätzliche Kosten auf Einwanderer in Arbeitslosigkeit zu (z. B. aufgrund gesellschaftlicher Desintegration)?"

            - Afaf Rahim

Afaf Rahim

Afaf Rahim

Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW)

Afaf Rahim ist Wissenschaftlerin am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Sie ist Teil eines Forschungsteams, das an MEDAM (Mercator Dialogue on Asylum and Migration) mitwirkt, einem Projekt mit dem Ziel, Herausforderungen und Handlungsstrategien zur europäischen Asyl- und Migrationspolitik aus primär wissenschaftlicher Sicht zu identifizieren und zu erarbeiten. Im Rahmen von MEDAM liegt Afaf Rahims Forschungsschwerpunkt auf der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Integration von Einwanderern. Afaf Rahim hat an der Universität Wageningen in der Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften promoviert. Zuvor war sie als Juniorprofessorin am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Universität Marburg und als Postdoc an der Universität Pretoria beschäftigt. Des Weiteren ist Afaf Rahim Referentin am African Economic Research Consortium (AERC). Ihre Forschungsinteressen in diesem Rahmen sind fächerübergreifend und reichen von Landwirtschaft und natürlicher Ressourcenbewirtschaftung über Armutsforschung bis hin zu sozialer Folgenabschätzung.

Weitere Informationen

 

Vergangene Veranstaltungen finden Sie im Archiv des World Science Cafés