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Christine Mielke
Ansprechpartnerin
Dr. Christine Mielke
Öffentliche Wissenschaft, Koordination Begleitstudium Angewandte Kulturwissenschaft

christine mielkeMxn0∂kit edu
Tel.: 0721-608-46920

"Lasst euch nicht verhärten!" - ein Zwischenruf

Die Projektgruppe „Haus der Begegnung: Religionen und Kulturen am KIT“ hat einen offenen Brief verfasst zur gesellschaftlichen Polarisierung und steigender Gewaltbereitschaft im Rahmen der aktuellen Vorkommnisse religiös motivierter Anschläge.

Brief als PDF

Mit freundlicher Unterstützung von:
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Interreligiöser Campusdialog

Projektgruppe Haus der Begegnung: Religionen und Kulturen am KIT

Die Projektgruppe „Haus der Begegnung: Religionen und Kulturen am KIT“ gründete sich 2011 und ist eine Initiative der Evangelischen Studierendengemeinde, des Dachverbands muslimischer Vereine in Karlsruhe, der Katholischen Hochschulgemeinde, des Muslimischen Studentenvereins sowie des ZAK. Sie will den religiösen und (welt-)ethischen Diskurs am KIT etablieren.

Gegenwärtig findet einmal pro Semester eine interreligiöse Dialogveranstaltung statt. Im Sommersemester stehen die „Schätze“ und Gemeinsamkeiten der Religionen und Kulturen im Vordergrund während im Wintersemester konfliktreiche Themen im religiösen Kontext diskutiert werden.

Pro und kontra Religion

Interreligiöser Dialog am Campus im Wintersemester 2016/2017

Montag, 5. Dezember 2016, 18.30 Uhr, Hertz-Hörsaal (Geb. 10.11. Kaiserstr.12, KIT Campus Süd)

Die Projektgruppe „Haus der Begegnung: Religionen und Kulturen am KIT“ fragt ob Religionen das gesellschaftliche Miteinander gefährden oder stützen.

Der Interreligiöse Campusdialog greift im Wintersemester 2016/17 die aktuelle Diskussion um das Gefahrenpotential von religiös motiviertem Fanatismus auf, in der zum Teil auch die Tragweite der staatlichen Toleranz kritisiert wird. In einem aufgeheizten gesellschaftlichen Klima, in dem oftmals unsachliche und polarisierende mediale Berichterstattung betrieben wird, möchte die Projektgruppe in differenzierter Form die Frage nach dem Beitrag der Religionen zu sozialer Stabilität untersuchen. Ebenfalls werden die Tendenzen zur Radikalisierung sowie zur steigenden Intoleranz sowohl von christlichen wie muslimischen Gruppen gegenüber „Nicht-Gläubigen“ diskutiert. In einem Podiumsgespräch mit Expertinnen und Experten der Theologie und weiterer Disziplinen soll erörtert werden, ob auch in erklärt säkularen Staaten wie Deutschland die nach wie vor große gesellschaftliche Relevanz z.B. durch sozial-caritative Aufgaben wünschenswert ist. Oder ob Positionen eines aufgeklärten Humanismus, Atheismus sowie freigeistige Einstellungen mehr zu einem guten Klima des gesellschaftlichen Miteinanders beitragen.  

 

 

Referenten

Wolfgang Eßbach

Wolfgang Eßbach

Wolfgang Eßbach ist emeritierter Professor für Soziologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau und hat unter anderem den Schwerpunkt Religionssoziologie. 2014 erschien Band 1 seiner mehrbändigen Religionssoziologie: 'Glaubenskrieg und Revolution als Wiege neuer Religionen'.

Ausführlicher Lebenslauf

Sowie weitere Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Praxis

Vergebung – konstruktive Kraft der Konfliktlösung?

Interreligiöser Dialog am Campus im Sommersemester 2016

Montag, 27. Juni 2016, um 19.00 Uhr, Foyer des Center for Functional Nanostructures (CFN), Geb. 30.25, Wolfgang-Gaede-Straße 1a, KIT Campus Süd

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Interview mit ClicKIT

Welche Rolle spielt Vergebung bei der Bewältigung von Konflikten? Kann Vergebung eine bewusste Strategie sein, um geschehenes Unrecht aufzuarbeiten und aus einer Verletzung resultierende Nachfolgekonflikte für die Zukunft zu verhindern?

Konfliktsituationen ereignen sich mitten im Alltag und führen häufig zu persönlichen Kränkungen der Beteiligten. Die leidvolle Erfahrung von zugefügter Ungerechtigkeit und das Gefühl, dem Täter dabei schutzlos ausgeliefert zu sein, kann beim Opfer Züge eines Traumas annehmen. Bleiben schwerwiegende seelische Erschütterung unaufgearbeitet, können sie die Persönlichkeit des Betroffenen, seinen Umgang mit Anderen sowie seinen weiteren Lebensweg nachhaltig belasten und unter Umständen noch transgenerativ nachwirken. Die Spirale der Gewalt schraubt sich indessen weiter, wenn der innere Schmerz des Opfers sich in Form von aggressiver Reaktion gegen seine Mitmenschen wendet und ihn wiederum zum Täter werden lässt.

Dem individuellen und kollektiven Akt der ‚Vergebung‘ als einem wichtigen Schritt auf dem Weg zur Entspannung von Konflikten wird nicht nur von Seiten der Religionen traditionell eine zentrale Bedeutung beigemessen. Zunehmend erfährt das Konzept der Vergebung im medizinisch-therapeutischen Kontext sowie in der Friedens- und Konfliktforschung eine wachsende Beachtung. Darüber möchten ExpertInnen aus Religion und Wissenschaft mit dem Publikum am Montag, 27. Juni 2016, 19.00 Uhr im Foyer des CFN, Geb. 30.25, Wolfgang-Gaede-Straße 1a, KIT Campus Süd diskutieren.

Wegbeschreibung als PDF (ca. 400KB)

 

 Podiumsgäste:

Prof. Dr. Annette Kämmerer

war als Akademische Direktorin am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg bis 2014 tätig. Sie studierte Psychologie, Philosophie und Soziologie in Gießen und Heidelberg. Zwischen 2007 und 2013 leitete Professorin Kämmerer das internationale Doktorandenkolleg “Interkulturelle Ätiologie- und Psychotherapieforschung am Beispiel der Depression“. Zu ihren wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkten, zu denen sie zahlreiche Publikationen veröffentlich hatte, zählt die Analyse moralischer Gefühle wie Scham, Schuld, Dankbarkeit, Vergebung sowie die emotionsfokussierte Psychotherapie. Darüber hinaus konzentrierte sie sich in ihrer Forschung auf Themen wie die Psychotherapie und Würde, Geschlechterrollen und ihr spezifisches Verhältnis zu Psychopathologien. Im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im Marsilius-Kolleg der Universität Heidelberg bearbeitete Professorin Annette Kämmerer das Forschungsprojekt „Gewalt und Altruismus“. Als approbierte Psychotherapeutin im Bereich der Einzel- und Gruppentherapie ist sie nach wie vor in der Ausbildung angehender PsychotherapeutInnen engagiert. Seit 2014 ist sie mit eigener Praxis als Verhaltenstherapeutin in Heidelberg tätig.

Aaroun Abdurrahim Schabel, M.Sc.

ist erster Vorsitzender der Islamischen Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe (IASE e.V.) und angehender psychologischer Psychotherapeut. Er studierte an der Technischen Universität Darmstadt Psychologie mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie sowie Wirtschafts- und Personalpsychologie. Seine Ausbildung zum Psychotherapeuten absolviert Herr Schabel an der Wiesbadener Akademie für Psychotherapie (WIAP). Parallel dazu praktiziert er bereits unter Supervision in Rüsselsheim. Sein Interesse gilt den psychodynamischen Therapieverfahren, im Besonderen der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie (TfP). Als Sohn eines deutsch-afghanischen Ehepaares, das sich bereits seit 30 Jahren in der Öffentlichkeit für die Belange der interreligiösen und interkulturellen Verständigung engagiert, ist Aaroun Abdurrahim Schabel bereits sehr früh mit den betreffenden Fragestellungen in Berührung gekommen. Aus seiner Erfahrung mit muslimisch geprägten Patienten weiß Herr Schabel um die besondere Bedeutung, die Religion für die personale Identität eines Individuums haben kann. Er wirbt daher für eine angemessene Berücksichtigung dieses Aspektes in der Psychotherapie, in der Religion häufig eine eher vernachlässigte Rolle spielt.

Dr. Wolfgang Heinrich

war beruflich über 30 Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit vor allem für deutsche und skandinavische kirchliche Entwicklungsorganisationen tätig. Gleich zu Beginn geriet er in den Kontext gewaltsam ausgetragener innergesellschaftlicher Konflikte und befasst sich seitdem mit Fragen der Gewaltprävention und der Konflikttransformation in der Entwicklungszusammenarbeit. Seine regionalen Schwerpunkte sind das Horn von Afrika und Länder in Südasien. Dort berät und begleitet er lokale zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich darum bemühen, Gewalt zu de-eskalieren und gerechte und friedensfähige Gesellschaft aufzubauen. Dr. Heinrich war bis Ende 2015 Referent für Konfliktbearbeitung und Friedensförderung in der Abteilung Politik von Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst. Er ist Ethnologe (Studium an der Georg-August Universität Göttingen und der University of California at Berkley) und hat zum Thema ethnische Identität und Staatsbildung in Afrika promoviert.


 Moderation:

Andrea Legge

ist Pastoralreferentin und Supervisorin der Erzdiözese Freiburg und stellvertretende Leiterin der Katholischen Hochschulgemeinde Karlsruhe. Sie studierte Katholische Theologie und Mathematik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Spiritualität, Theologische Bildung, Beratung/Begleitung und interreligiöser Dialog. Frau Legge ist Mitglied der Projektgruppe "Haus der Begegnung - Kulturen und Religionen am KIT". Für Studierende und Mitarbeitende der Hochschulen bietet sie u.a. geistliche Begleitung, Berufungscoaching und Supervision an. Nebenberuflich moderiert sie Zukunftsprozesse von Kirchengemeinden und gibt Seminare zur Visionsentwicklung von Teams und Einzelpersonen.

 

 

 

(Bild Hände vorm Gesich)  inkje / photocase.de

(Bild Stacheldraht mit Blumen [Teaser_IRCD_Vergebung] SS 2016)  Midgard Designer / photocase.de