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Computertechnik und Sterbekultur

Anschubprojekt im Rahmen des KIT Kompetenzbereichs „Technik, Kultur und Gesellschaft“ und des KIT-Schwerpunkts „Mensch und Technik“

Laufzeit: 2010

Mit „Sterbekultur“ wird ein komplexes Themenfeld bezeichnet, zu dem nicht nur Lebensverlängerung und Sterben, sondern auch kulturell geprägte Formen der Bestattung, der „Trauerarbeit“, des Trostes, der Erinnerung an Verstorbene, Jenseits- und Unsterblichkeitsvorstellungen gehören - und nicht zuletzt auch Einsatz und Verwendung von Medizin- und Medientechnik in diesen Zusammenhängen. Mit der zunehmenden (doppelten) Technisierung und Hybridisierung menschlicher Existenz werden die Definition des Sterbens als Vollzugmoment des Lebens und die Definition des Weiterlebens nach dem Tod fortschreitend und tiefgreifend an den Einsatz von Techniken, zunehmend von Computertechniken, gebunden.

Während das Themenfeld „Sterbekultur und Moderne“ von vielen Wissenschaften bereits behandelt wird, ist das spezifische Veränderungspotenzial, das sich mit der Computertechnik abzeichnet, bisher kaum – oder nur in Einzelaspekten – untersucht worden. In dem Projekt wird der Zusammenhang der Einzelphänomene (von Sensor-Aktor-Netzen über Grabsteine mit Internetanschluss und Trauernetzwerken bis zur Vorstellung der Überwindung des Todes durch die Fortschritte von Neuro- und Computerwissenschaft) herausgearbeitet und damit der Nachweis einer signifikanten gesellschaftlichen Veränderung der Sterbekultur durch Computertechnik erbracht, wobei die Frage durchaus offen ist, ob bekannte Tendenzen der Moderne nur verstärkt (oder kompensiert) werden, oder ob gut begründet von einem qualitativen Wandel zu sprechen ist.

Ein zweitägiger Workshop am 29. und 30. November 2010 hat verschiedene wissenschaftliche Zugänge zum Thema sichtbar gemacht. Er bot den Rahmen zum Austausch unter denjenigen, die sich am KIT für dieses Thema interessieren, und den Rahmen zum Austausch mit Experten, die zum Thema Computertechnik und Sterbekultur bereits forschen. Die Ergebnisse des Workshops werden dokumentiert und publiziert.

Projektpartner

Institut für Technikfolgenabschätzung (ITAS), KIT-Campus Nord, Dipl.Soz. Knud Böhle M.A. und Dipl.-Sozialwiss. Constanze Scherz;  Institut für Philosophie, KIT-Campus Süd, Prof. Dr. Dr. Mathias Gutmann; ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, Dr. Jochen Berendes

Das Projekt fördert insbesondere die Vernetzung innerhalb des Kompetenzbereichs "Technik, Kultur und Gesellschaft", den Aufbau des KIT-Schwerpunktes "Mensch und Technik" sowie die Kooperation mit den Technikwissenschaften am KIT.


Publikationen

Böhle, Knud; Berendes, Jochen; Gutmann, Mathias; Robertson-von Trotha, Caroline Y.; Scherz, Constanze (Hg.): Computertechnik und Sterbekultur (= Hermeneutik und Anthropologie, Bd. 5), Berlin 2014

 

 

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