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Dr. Jesús Muñoz Morcillo
Wissenschaftliche Leitung
Dr. Jesús Muñoz Morcillo
Koordination Öffentliche Wissenschaft und Neue Medien

jesus munozmorcilloQpm7∂kit edu

Tel.: 0721 608‐48933

Ansprechspartnerin

Elisabeth Loeser M.A.

Öffentliche Wissenschaft,

Veranstaltungs- organisation

elisabeth loeserWex7∂kit edu

Tel: 0721-608 45898

 

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Wissenschaftsjahr 2019

beornbjorn / www.photocase.de

Künstlich aber real – die stille Revolution der KI-Technologien

Colloquium Fundamentale im Sommersemester 2019

Künstliche Intelligenz (KI) ist heutzutage ein allgegenwärtiges, oft unbemerktes Phänomen. Selbstständig lernende Maschinen prägen bereits unseren Alltag und werden unsere Zukunft mitbestimmen. Wir tragen rund um die Uhr komplexe Sprach- und Bilderkennungssysteme in der Tasche: Unsere Smartphones sind erst dank KI-Algorithmen richtig smart. KI-basierte Verfahren verändern den Arbeitsmarkt und revolutionieren die Forschung: vom selbstfahrenden Auto zur Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, von der Suche nach neuer Physik zur KI-gestützten Jagd nach Exoplaneten. Selbst die Sprachforschung und die Bildwissenschaft profitieren von KI-Ansätzen im Bereich der Digital Humanities.

Über diese vielversprechende Zukunftsaussicht auf die Erweiterung unseres Wissenshorizonts werfen ethische Fragen, Unsicherheiten und Ängste auch einen Schatten. Ist eine KI-gesteuerte Gesellschaftsordnung Zukunftsmusik oder bereits Realität? Übernimmt die rasante Technologieentwicklung den Gesellschaftsdiskurs oder gibt es bereits Ansätze, um eine KI-geprägte Zukunft ethisch mitzugestalten. Und welche Anwendungsbereiche der KI existieren eigentlich schon, von denen wir kaum etwas wissen?

Anlässlich des Wissenschaftsjahres 2019 „Künstliche Intelligenz“ widmen sich im Colloquium Fundamentale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Publizistik und Politik diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Künstliche Intelligenz. Im Vordergrund stehen sowohl die Vorteile neuester technologischen Entwicklungen als auch die Argumente von KI-Gegnern sowie die Frage nach jenen KI-Technologien, die längst unseren Alltag in vielerlei Hinsicht mitgestalten.

 

Konzept und wissenschaftliche Leitung:
Dr. Jesús Muñoz Morcillo

Organisatorin:
Elisabeth Loeser M.A.

 

Das Colloquium Fundamentale wird durch die KIT-FÖRDERGESELLSCHAFT e.V gefördert.

Veranstaltungsübersicht

Schach dem Menschen.
Deep Blues Sieg und die Geschichte Künstlicher Intelligenz.

Donnerstag, 23. Mai 2019, 18.30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Prof. Dr. Martina Heßler / Professorin für Technikgeschichte an der Technischen Universität Darmstadt

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Radiobeitrag im „Campus-Report“ zum CF-Auftakt

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Der Schachcomputer Deep Blue besiegte im Jahr 1997 den langjährigen Schachweltmeister Garri Kasparov. Das Turnier war ein inszeniertes Spektakel, das ein immenses Medienecho auslöste. Das Event wurde als Meilenstein der KI-Forschung gefeiert und gleichzeitig als Sieg der Dummheit des rechnenden Computers abgewertet.

Im Vortrag wird in einem ersten Schritt der Wettkampf zwischen dem Schwachweltmeister und dem Schachcomputer in die Geschichte der Künstlichen Intelligenz bis zur Gegenwart eingeordnet. In einem zweiten Schritt wird es am Beispiel des Schachcomputers um den Umgang der Menschen mit Künstlicher Intelligenz gehen. Das inzwischen historische Beispiel eignet sich, um – mit einiger historischer Distanz – Grundfragen eines Mensch-KI-Umgangs zu diskutieren. Menschliche Reaktionen changierten zwischen Angst, Euphorie, Nutzung der KI und Abgrenzung. Der Blick zurück in die Geschichte bietet die Möglichkeit, auch heutige aktuelle Formen von KI im Hinblick auf das Mensch-Maschinen-Verhältnis zu betrachten.

 

 

Mobile maschinelle Wahrnehmung für Automatische Automobile
Wenn Autos besser fahren als wir Menschen...

Donnerstag, 6. Juni 2019, 18.30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Prof. Dr. Christoph Stiller / Leiter des Instituts für Mess- und Regelungstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

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Individuelle Mobilität ist für uns Menschen ein hohes Gut. Sie bildet die Basis des Wohlstands und trägt direkt zur Lebensqualität bei. Auf der Kehrseite fordert sie einen hohen Preis in Form von Verkehrsunfällen mit zahlreichen Verletzten und Getöteten, Umweltbelastung durch Lärm und Abgase, Ressourcenverbrauch durch Verkehrsträger sowie Produktiv- und Freizeitverluste durch Staus.

In dieser Situation eröffnen jüngste Entwicklungen im Automobilbereich attraktive Chancen. So entstehen derzeit in weltweiten Forschergruppen automatische Fahrzeuge. Diese generieren durch Sensorik und digitale Karten ein aktuelles Modell des Fahrzeugumfelds und können auf Basis dieser Information in zunehmend komplexen Situationen geeignete Fahrtrajektorien planen und umsetzen. Durch Verknüpfung dieser Technik mit funkbasierter Fahrzeugkommunikation entsteht eine völlig neuartige Form automatisiert kooperativen Verkehrs. Durch explizite Manöverabstimmung lassen sich Fahrtrajektorien selbst in sicherheitskritischen Situationen millisekundenschnell generieren und sicher ausführen, in denen Autofahrer aufgrund ihres eingeschränkten Kommunikations- und Reaktionsvermögens hierzu nicht mehr in der Lage wären. Verschiedene Fahrbeispiele werden aus der automatischen Bertha Benz Fahrt und Wettbewerben automatischer Automobile aufgezeigt.

Automatische Automobile werden einen erheblichen Beitrag zur Verringerung schwerer Verkehrsunfälle leisten, so dass ihre Einführung aus Sicht der Verkehrssicherheit sinnvoll ist. Gleichzeitig werden sie - nicht nur in der Einführungsphase - auch einige Unfälle erzeugen, die menschliche Fahrer nicht gemacht hätten. Insofern stellt sich die Frage nach der bestmöglichen Einführungsstrategie, die durch einen insgesamt möglichst hohen Sicherheitsgewinn in der Gesellschaft akzeptiert werden kann.

 

A.I. & Speech: A Silent Anthropomorphism?

Donnerstag, 27. Juni 2019, 18.30 Uhr, Festsaal des Studentischen Kulturzentrums am KIT, KIT Campus Süd, Geb. 01.12, Adenauerring 7

Univ.-Prof. mult. Dr. habil. Björn W. Schuller / Full Professor & Head of the Chair of Embedded Intelligence for Health Care and Wellbeing, University of Augsburg / Professor of Artificial Intelligence & Head of GLAM – Group on Language, Audio & Music, Imperial College London, U.K / Chief Scientific Officer (CSO) and Co-Founding CEO, audEERING GmbH, Gilching/Germany / Visiting Professor, School of Computer Science and Technology, Harbin Institute of Technology, Harbin, P.R. China

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While we moved from command and control to current speech assistants such as Alexa, Bixby, or Siri, these still feel far from fiction such as in Knight Rider, Iron Man, Her, or Ex Machina. Largely unnoticed, however, A.I. is quite further down the road when it comes to Artificial Emotional and Social Intelligence for Spoken Language Interfaces. This concerns in particular the rich already possible analysis of speaker states and traits such as hearing our age, personality, emotion, heart rate, or information on our health state. But “deep” neural networks also already learnt to speak, and to exploit such knowledge in their reaction in a dialogue, for example, to appear more charismatic or empathic. In this talk, we will discuss the silent transformation of spoken language interfaces towards increased anthropomorphism, and where one can soon expect them to move by upcoming reinforced learning interacting with millions of users at scale from Europe to China and beyond.

Bitte beachten Sie: Der Vortrag findet im Rahmen des CuLTURE China Milestone Meeting an einem anderen Ort (siehe oben) und in englischer Sprache statt.

Zum vollständigen Programm  (PDF) der Veranstaltung.

 


Veranstaltung im Rahmen des vom BMBF geförderten Projektes CuLTURE China – The KIT Competence Network for Innovation in Cultural Learning and Training in a University and Research Environment.

 

PROGNONETZ – Künstlich intelligente Prognose der Belastbarkeit des Stromnetzes

Donnerstag, 11. Juli 2019, 18.30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

 

Prof. Dr. rer. nat Wilhelm Stork / Leiter des Bereichs Mikrosystemtechnik am Institut für Technik der Informationsverarbeitung, Karlsruher Institut für Technologie

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Der starke Ausbau von erneuerbaren Energien (Windenergie im Norddeutschland und Photovoltaik im Süden) bringt zusammen mit dem gestiegenen internationalen Stromhandel die Stromübertragungsnetze bereits an ihre Grenzen. Um die Übertragungskapazität der Freileitungen zu erhöhen und somit die Abschaltung von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zu vermeiden, scheint ein erheblicher Ausbau der bestehenden Netzinfrastruktur als erforderlich. Dies bedarf jedoch langwieriger Genehmigungsverfahren und ist sehr kostenintensiv.

Die Entwicklung eines flächendeckenden, meteorologischen Netzwerks, welches hinreichend nah an die Freileitungen angeordnet ist und dort mittels intelligenter Sensorknoten die Witterungsbedingungen erfasst, soll diese Probleme lösen und eine zuverlässige Alternative zur heutigen Technik anbieten. Neu zu entwickelnde Algorithmen sollen dazu eine selbstlernende Funktion anbieten, welche zur automatisierten Erstellung von genaueren Strombelastbarkeitsprognosen auf Basis von den verteilt gemessenen Wetterdaten führt.

 

Überlegungen zu künstlicher Intelligenz und maschineller Moral

Donnerstag, 18. Juli 2019, 18.30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Prof. Dr. Oliver Bendel / Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik, Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)

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Die Künstliche Intelligenz hat zunächst die menschliche oder tierische Intelligenz als Referenz und versucht, sie in bestimmten Aspekten abzubilden. Sie kann zudem anstreben, von der menschlichen oder tierischen Intelligenz abzuweichen, etwa indem sie mit ihren Systemen die Probleme anders löst. Die Maschinenethik widmet sich der maschinellen Moral, bringt sie hervor und untersucht sie. Ob man die Begriffe und Methoden der Maschinenethik mag oder nicht – man muss anerkennen, dass neuartige autonome Maschinen entstehen, die in einem gewissen Sinne vollständiger als frühere erscheinen. Es verwundert fast, dass sich die künstliche Moral nicht viel früher zur künstlichen Intelligenz gesellt hat. Nun scheinen vor allem Maschinen, die menschliche Intelligenz und menschliche Moral für überschaubare Anwendungsbereiche simulieren, eine gute Idee zu sein. Aber was ist, wenn eine Superintelligenz mit einer Supermoral eine neue Art bildet, die der unseren überlegen ist? Das ist natürlich Science-Fiction. Aber auch etwas, das manche Wissenschaftler erreichen wollen. Der Informations- und Maschinenethiker Prof. Dr. Oliver Bendel aus Zürich stellt in seinem Vortrag gegenwärtige Entwicklungen und künftige Möglichkeiten vor und nimmt eine kritische Einordnung vor.