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Prof. Roberson-von Trotha
Konzept und wissenschaftliche Leitung
Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha
Direktorin des ZAK
Christine Melcher
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Dipl.-Angl. Christine Melcher
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Mensch und Meer: Zwischen Nutzen und Ausbeutung

Colloquium Fundamentale im Sommersemester 2016


Das Meer fasziniert die Menschheit seit jeher. Als Ursprung des Lebens und als Lebensraum unzähliger Tiere und Pflanzen, ist es ein wesentlicher Bestandteil des Ökosystems der Erde. Obwohl über 70 Prozent der Erde von Ozeanen und Meeren bedeckt ist, sind davon fast 90 Prozent weitgehend unerforscht – vor allem die Tiefsee. Dies verwundert insofern, da die Weltmeere in vielfacher Hinsicht für die Menschen von enormer Bedeutung sind: Sei es als Nahrungsquelle, Wirtschaftsraum oder Beeinflusser des Weltklimas. Trotzdem achtet die Menschheit nur ungenügend auf deren Schutz und Erhalt. Anlässlich des Wissenschaftsjahres 2016*2017 „Meere und Ozeane“ wird im Sommersemester der Fokus auf die Forschung rund um diesen Lebensraum gelegt, um einen aktuellen Einblick in die damit verbundenen Wissenschaftszweige zu geben. Drei große Themenfelder stehen im Mittelpunkt des Wissenschaftsjahres, an die auch das Colloquium anknüpfen möchte: Entdecken. Nutzen. Schützen. Wie kann die Meeresforschung dazu beitragen, gesicherte Daten zu erhalten, um zu helfen, den Lebensraum Ozean besser verstehen zu lernen, besser nutzen zu können und dabei aber vor allem auch besser schützen zu können?

 

Konzept und wissenschaftliche Leitung:

Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin des ZAK

 

Organisatorin:

Dipl.-Angl. Christine Melcher

 

Das Colloquium Fundamentale wird durch die Karlsruher Universitätsgesellschaft e.V. gefördert.

 

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Veranstaltungsübersicht

Eröffnungsvortrag: Welterbe Ozean

12.05.2016 – 18:30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Prof. Dr. Reinhold Leinfelder Prof. Dr. Reinhold Leinfelder

Freie Universität Berlin sowie Direktor des Haus der Zukunft

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Seit Urzeiten bedeuten die Meere für den Menschen Gefahr und Herausforderung gleichermaßen, in der Romantik kam die Lust am Ozean noch dazu. Auch heute nutzen wir die Ozeane als Quelle für Nahrung, Energie und andere Ressourcen wie auch als Senke für Abwässer, Müll, Klimagase und Schadstoffe. Im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen, wurden die Ozeane dadurch zum Patienten – die Verschmutzung der Weltmeere beispielsweise durch Plastik, die zunehmende Überfischung vieler beliebter Speisefische, der Meeresspiegelanstieg oder die Versauerung der Ozeane und die Auswirkungen auf kalkbildende Organismen sind nur einige der Probleme, mit denen die Ozeane heute zu kämpfen haben. Doch was bedeutet dies für uns Menschen? Sind wir den Auswirkungen hilflos ausgeliefert oder haben wir es selbst in der Hand, die Entwicklung umzukehren und die Nutzung des Ozeans nachhaltiger zu gestalten? Ein „Welterbe Ozean“ kann als leitende Vision dienen, um soziale, kulturelle, wissenschaftliche, technologische und politische Lösungsansätze systemisch zu integrieren.

 

Wem gehören die Meere?

02.06.2016 – 18:30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Ehlers Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Ehlers

Präsident des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie a. D., Hamburg

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Die Befugnis, die Meere und ihre Ressourcen zu nutzen, unterscheidet sich in den verschiedenen Meereszonen. Die Hoheitsgewässer werden von der Souveränität des Küstenstaates erfasst, der auch in der Ausschließlichen Wirtschaftszone und dem Festlandsockel Nutzungsrechte hat. Auf der Hohen See steht die Nutzung als Ausdruck der Freiheit der Meere allen Staaten zu. Bei den mineralischen Ressourcen der Tiefsee handelt es sich um ein gemeinsames Erbe der Menschheit, über deren Nutzung die Internationale Meeresbodenbehörde entscheidet. Korrespondierend zu den Nutzungsbefugnissen bestehen Verpflichtungen, insbesondere die Pflicht zum Schutz der Meere. Um Nutzung und Schutz in Balance zu bringen, bedarf es einer effektiven „Ocean Governance“. Hierzu hat der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen wichtige Empfehlungen erarbeitet. Der Vortrag wird sich mit diesen Themenfeldern befassen.

Der Vortrag findet im Rahmen der Nachhaltigkeitstage am KIT vom 30. Mai bis 4. Juni 2016 statt

 


 

 

Terminausfall:

Der Termin vom 9. Juni mit Prof. Visbeck, der auf unseren Flyern und Plakaten angekündigt wurde, findet leider nicht statt! Stattdessen findet am 14. Juli ein Ersatztermin mit Dr. Mark Lenz statt (siehe unten).

 

 

 

 

Wertewandel zur See? Perspektiven auf die Ressourcen der Meere im 20. Jahrhundert

23.06.2016 – 18:30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

PD Dr. Jens Ruppenthal PD Dr. Jens Ruppenthal

Wissenschaftlicher Koordinator im Ausstellungsbereich Schifffahrt und Umwelt, Deutsches Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven

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Das Wissen über das Meer und seine biologischen wie geologischen Ressourcen nahm im Laufe des 20. Jahrhunderts erheblich zu. Doch entscheidende Fragen können nach wie vor nicht zuverlässig beantwortet werden: Das Rohstoffpotenzial der Weltmeere lässt sich bestenfalls schätzen; um auf das Problem der Überfischung adäquat zu reagieren, stehen keine Daten zur langfristigen Planung zur Verfügung; zudem zeichnete sich ab etwa 1970 immer deutlicher ab, dass die politische und rechtliche Organisation der Nutzung mariner Ressourcen eine mindestens ebenso große Herausforderung darstellt wie deren wissenschaftliche Erforschung. Dieser Vortrag geht von der These aus, dass das Jahr 1970 eine Wendemarke in der Wertschätzung des Meeres markiert. Drei Fragen gilt es dabei zu erörtern: Welchen Stellenwert besaß das Interesse an der Erhaltung insbesondere der biologischen Ressourcen der Meere in den Überlegungen zur rationellen Ausbeutung? Welche Rolle spielte das wachsende ökonomische Interesse an den geologischen Ressourcen der Tiefsee und die technologische Diskussion um ihre Gewinnung? Welchen Einfluss hatte die internationale Debatte um die Verankerung der Gemeinwohlorientierung im Seerecht bezüglich der Nutzung mariner Ressourcen?

 

Müllkippe Meer: Wie gefährlich ist Plastikabfall für Meeresorganismen?

14.07.2016 – 18:30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Dr. Mark Lenz Dr. Mark Lenz

Forschungsbereich Marine Ökologie am GEOMAR, Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

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Plastik wird im Meer kaum abgebaut und reichert sich daher bereits seit Jahrzehnten in den Ozeanen an. Während dieses globale Müllproblem kontinuierlich weiterwächst, sind noch längst nicht alle seiner Facetten wissenschaftlich untersucht. So ist nicht genau bekannt wie viel Plastik jährlich ins Meer gelangt, wie es sich dort verteilt und was es anrichtet. Vor allem die Auswirkungen von Mikroplastikpartikeln (Fragmente kleiner 5 mm), die aus dem Zerfall großer Plastikfragmente entstehen, auf Organismen und Ökosysteme sind bislang noch wenig untersucht worden. Dieser Vortrag gibt einen Überblick zum Stand der Forschung und zeigt auf, welches Gefahrenpotential von der wachsenden Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll ausgehen kann und welche Gegenmaßnahmen uns zur Verfügung stehen.

 

Arktis: Frühwarnsystem des Klimawandels

21.07.2016 – 18:30 Uhr, NTI-Hörsaal, KIT Campus Süd, Geb. 30.10, Engesserstr. 5, EG

Prof. Dr. Dr. h.c. Karin Lochte Prof. Dr. Dr. h.c. Karin Lochte

Direktorin des Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven

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In der Arktis werden Temperaturerhöhungen beobachtet, die mehr als doppelt so hoch sind wie der globale Mittelwert. Der Effekt ist deutlich sichtbar in der Abnahme des Meereises auf dem Arktischen Ozean. Die Konsequenzen reichen von Änderungen im Wetter bis zur Biologie im Arktischen Ozean und zur Nutzung der Ressourcen. Die Temperaturerhöhungen beeinflussen auch die Permafrostregionen. Es werden starke Küstenerosionen beobachtet und große Mengen bisher gefrorener organischer Substanzen werden freigesetzt. Ein langsamer, dafür aber langfristiger und weitreichender Prozess ist das Abtauen der Gletschermassen auf Grönland und in der Antarktis. Er trägt zur Erhöhung des globalen Meeresspiegels bei und hat damit weltweite Auswirkungen. Die Polarregionen sind für uns weit entfernt, aber die Änderungen dort werden auch uns direkt betreffen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Zusammenhänge und die aktuelle Forschung in diesem Bereich.