Home | English | Impressum | Sitemap | KIT
ZAK Logo
Jesús Muñoz Morcillo
Ansprechpartner
Dr. Jesús Muñoz Morcillo
Koordination Öffentliche Wissenschaft und Neue Medien

jesus munozmorcilloVop4∂kit edu
Tel.: 0721 608‐48933

Genealogie der Populärwissenschaft

Von der Ekphrasis zur Virtuellen Realität. Internationale Fachtagung, 15.-16. Juni 2018, KIT Campus Süd, Karlsruhe
Raffaelo Sanzio da Urbino (1509)
Die gesellschaftliche Relevanz und die mediale Diversität der Populärwissenschaft sind politischen, ästhetischen und soziokulturellen Bedingungen geschuldet. Aufgrund dieser vielschichtigen Realität wird die Erforschung der Populärwissenschaft von keiner Fachdisziplin vollständig abgedeckt. In fachübergreifenden Disziplinen wie der Wissenschaftsforschung, der Wissenschaftssoziologie oder der Science and Technology Studies (STS) scheint die Annäherung zum Phänomen „Populärwissenschaft“ mit den Problemen der Gegenwart rückgekoppelt zu sein. Hier fehlt es beispielsweise an historischen Ansätzen. Der Wissenschaftsgeschichte fehlt es hingegen an methodologischen Werkzeugen zur Erläuterung der polymedialen Dimension der Populärwissenschaft. Und die vor diesem Hintergrund vielversprechenden sprach- und bildwissenschaftlichen Disziplinen wie die Klassische Philologie oder die Kunstwissenschaft werden grundsätzlich nicht in die Erforschung der Wissensvermittlung als Kulturtechnik einbezogen.

 

Ziel der geplanten Fachtagung ist, eine fachübergreifende, genealogisch reflektierte Auseinandersetzung mit der Populärwissenschaft als Kulturtechnik im Laufe der Zeit zu initiieren. Die Kategorie Populärwissenschaft soll interdisziplinär und diachron beleuchtet werden. Im Vordergrund stehen sowohl die sozialanthropologische Dimension der Kulturtechnik Populärwissenschaft als auch jene formalen und funktionalen Techniken, welche die Wissensvermittlung in Produktions- wie in Rezeptionskontexten prägen. Hierfür sind insbesondere sprach- und bildwissenschaftliche Forschungsansätze vonnöten. Die perspektivenreiche Auseinandersetzung mit der Kulturtechnik Populärwissenschaft soll ein bislang kaum untersuchtes Forschungsfeld beleuchten.

Es ist geplant, die während der Tagung gehaltenen Vorträge in einem Sammelband zur „Genealogie der Populärwissenschaft“ zu publizieren.

 

Welche Beiträge werden erwartet?

Mögliche Themen könnten folgende oder ähnliche sein:

  • Antike: antike Rhetorik, Progymnasmata, Ekphrasis, technische Ekphrasis, Lehrgedicht, Satire und Wissenschaft, Protreptik und exoterische Texte, das Publikum der Geschichtsschreibung, Poikilographie als Wissensvermittlung, Kunst und Sophía, Verbreitung von Mythen und Geschichte in der griechischen Keramik, Ästhetik der Erziehung, Orte des Wissens und der Performanz, Darstellungen von Philosophen und „Wissenschaftlern“ in der Antike
  • Mittelalter: Prediger als Medienmenschen, Vulgärlatein und Weltanschauung, Weltgeschichte in Volkssprache, enzyklopädisches Erzählen, Ursprung der Studia Generalia, Tradition der Goliarden, sakrale Kunst und Weltanschauung, das Publikum der illuminierten Handschriften, Reformation und Wissenspopularisierung.
  • Renaissance: Emigration byzantinischer Gelehrten in den Westen, Auswirkungen des Buchdrucks auf die Verbreitung von Wissen, Ekphrasis und Malerei, öffentliche Vorlesungen, das Theatrum Anatomicum, neue Wissenschaft ex suppositione und Aberglaube, das Publikum der Wunderkammern, Einfluss des paragone delle arti auf die Verbreitung von Wissen, populäre Erfindungen und Entdeckungen.
  • Aufklärung: die ersten “modernen Wissenschaftskommunikatoren“, wissenschaftliche Experimente als öffentliche Spektakel, die Figur des Experimentators in den Künsten, Darstellung der Wissenschaft in Satire und Modezeitschriften, die Beziehung zwischen Erfindung und Dekoration (e.g. Newtons Kugelstoßpendel), Legitimationsdiskurse der Naturwissenschaften, neuartige Darstellungen von Wissenschaftler/innen, Dichtung und Wissenschaft in der Romantik, populärwissenschaftliche Bestseller.
  • Gegenwart: Geschichte der modernen Wissenschaftskommunikation, Ursprünge und Mittel des öffentlichen Verständnisses von Wissenschaft sowie von Scientific Literacy oder Public Engagement, das goldene Zeitalter der Wissenschaftspublizisten in den Massenmedien (Carl Sagan, Attenborough, Kenneth Clark etc.), Kunst als Wissenschaftsvermittlerin, Darstellung von Wissenschaftlerinnen in Populärmedien, neue Medien und alte Techniken von Wissenschaftskommunikation, virtuelle Realität als Vermittlung- und Kognitionsinstrument.
  • Epochenübergreifende Themen: politische Funktion der Wissenschaftskommunikation, Gender-Fragen, Kontinuität und/oder Wiederkehr von bestimmten Kommunikationsformaten, diachrone Diskursanalyse, Darstellung von Wissenschaftlerinnen und Publikum im Laufe der Zeit.

 

Wer kann teilnehmen?

An der Fachtagung werden renommierte Forscher/innen aus verschiedenen Disziplinen sowie Masterstudierende, Promovierende und Nachwuchswissenschaftler/innen teilnehmen.

Forschende aus Deutschland und dem Ausland sind eingeladen, sich mit einschlägigen Beiträgen an der Spurensicherung und Deutung von zeit- und kulturübergreifenden Formen der Populärwissenschaft zu beteiligen. Der Einbezug bisher STS-ungewohnter Disziplinen und kultureller Blickwinkel ist dabei ein wichtiger Faktor, um unseren Wissenshorizont zu erweitern. Wir begrüßen die Teilnahme jener Expert/innen, die sich mit rhetorischen Fragestellungen und alten wie neuen sprach- und bildbasierten Medien – wie z.B. Papyren, Tafeln, Inschriften, Manuskripten, Skulpturen, Miniaturen, Fresken, Gemälden oder Zeichnungen aber auch Fotos, Filmen, E-Books, digitalen Bildern, Medienkunst-Installationen oder VR-Applikationen – auseinandersetzen. Wir laden sie dazu ein, ihr Wissen und ihre Methoden zur Förderung neuer sprach- und bildwissenschaftlichen Studien über die Populärwissenschaft einzusetzen. STS-Forscher mit aktuellen Themen, etwa mit Fokus auf neue Medien, wie z.B. Webvideos, Social Media und Microblogging, sind ebenso notwendige Partner der Diskussion und werden ausdrücklich aufgefordert, sich an dem Forschungskolloquium mit eigenen Beiträgen zu beteiligen.

Bitte senden Sie bis spätestens Mittwoch, den 31. Januar 2018 um Mitternacht, Ihren Vorschlag mit bis zu 500 Wörtern (in englischer oder deutscher Sprache) entweder für einen 30-minütigen Vortrag oder für eine Work-in-Progress-Präsentation (15 Minuten) an jesus morcilloCov5∂kit edu. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Die Veröffentlichung der Beiträge in einem Sammelband ist vorgesehen. Siehe detaillierte Informationen weiter unten.

 

Anweisungen für die Einreichung von Proposals

Forscher aus dem In- und Ausland sind eingeladen, bis Mittwoch, den 31. Januar 2018 um Mitternacht ein Abstract (bis zu 500 Wörter in deutscher oder englischer Sprache) und einen kurzen Lebenslauf an Dr. Jesús Muñoz Morcillo (jesus.morcillo@kit.edu) zu senden. Die Redezeit für Vorträge beträgt 30 Minuten, für Work-in-Progress-Präsentationen 15 Minuten. Bitte folgen Sie den untenstehenden Anweisungen.

  • Sprache: Deutsch oder Englisch
  • Angabe des Formats: Vortrag (30 Min.) oder Work-in-Progress-Präsentation (15 Min.)
    Vortrag: einschlägiger Beitrag zur Forschung
    Work-in-Progress-Talk: vorläufige Ergebnisse
  • Angabe über die Teilnahme an der Publikation (ja/nein)
  • Titellänge: max. 150 Zeichen
  • Textkörper: 500 Wörter (Arial 12px; 1,5 Punkte Zeilenabstand)
  • Bibliographie: zitierte Texte und weiterführende Literatur
  • Kurzbiographie
  • Kontaktdaten: Name, Vorname, E-Mail, Institution, ggf. Tel.

 

Anweisungen für die Einreichung von Papers

Ausgewählte Beiträge werden in einem Sammelband veröffentlicht. Die Sprache des Buches wird Englisch sein. Falls Sie eine Zusage für Ihren Vortrag/Präsentation bekommen, erwarten wir, dass Sie an der Veröffentlichung des Sammelbandes teilnehmen. Bitte folgen Sie den untenstehenden Anweisungen für die Vorbereitung Ihres Manuskriptes. Einsendeschluss für die Einreichung der Beiträge ist Donnerstag, den 31. Mai 2018 um Mitternacht.

  • Sprache: Englisch
  • Titellänge: max. 150 Zeichen
  • Abstract: max. 150 Wörter
  • Schlüsselwörter: max. 6
  • Schriftart und -größe: Arial 12px
  • Zeilenabstand: 1,5 Punkte
  • Long Paper (Vortrag): 9.000 Wörter, zzgl. Bibliographie
  • Short Paper (Work-in-Progress-Talk): 4.500 Wörter, zzgl. Bibliographie
  • Bibliografische Referenzen nach APA 6th Style Referencing (https://library.sydney.edu.au/subjects/downloads/citation/APA%20Complete_2012.pdf)
  • Bildunterschriften mit Quellenangabe

 

Peer Review

Es wird ein Peer-Review-Verfahren geben, um die besten Einreichungen auszuwählen. Die Auswahlkommission wird aus renommierten Expert/innen bestehen.

 

Termine

Bis zum 28. Februar 2018 werden wir Sie über die Zu-/Absage Ihres Vorschlags informieren. Wenn Sie sich an der Veröffentlichung beteiligen, beachten Sie bitte, dass die Frist für die Einreichung der Beiträge am Donnerstag, den 31. Mai 2018 um Mitternacht endet.

  • Einreichung von Proposals: Mittwoch, den 31. Januar 2018 um Mitternacht
  • Benachrichtigung der Autor/innen: Mittwoch, den 28. Februar 2018
  • Einreichung von Papers: Donnerstag, den 31. Mai 2018 um Mitternacht
  • Fachtagung: Freitag, den 15. Juni 2018 (16-20 Uhr) und Samstag, den 16. Juni 2018 (9-18 Uhr)

 

Austragungsort
Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Campus Süd, Karlsruhe.
Genauer Ort wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

 

Wissenschaftliche Leitung
Dr. Jesús Muñoz Morcillo, jesus morcilloBks1∂kit edu, Tel. +49(0)721 48933
Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin des
ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft
und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Rüppurrer Str. 1a, Haus B, 5. OG
76137 Karlsruhe

 

Organisatoren und Ansprechpartner/innen
Dr. Jesús Muñoz Morcillo, jesus morcilloKxn2∂kit edu, Tel. +49(0)721 48933
Stephanie Rothe, stephanie rothe9Xbk7∂kit edu, Tel. +49(0)721 48933
Klemens Czurda, klemens czurdaFaq2∂kit edu, Tel. +49(0)721 48933
ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft
und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Rüppurrer Str. 1a, Haus B, 5. OG
76137 Karlsruhe

 

Wisssenschaftliche Kooperationspartner

Institut für Kunst- und Baugeschichte am Karlsruher Institut für Technologie,
Fachgebiet Kunstgeschichte, Prof. Dr. Oliver Jehle, Dr. Alexandra Axtmann
Institut für Germanistik am Karlsruher Institut für Technologie,
Abteilung Mediävistik und Frühneuzeitforschung, Prof. Dr. Mathias Herweg

 

Förderer

Die Fachtagung „Genealogie der Populärwissenschaft“ wird von der Schleicher-Stiftung in Kooperation mit der KIT-Stiftung gefördert. Wir danken der Schleicher-Stiftung, der Commerzbank sowie der KIT-Stiftung für die große Unterstützung, durch die das Projekt realisiert werden kann.

Die KIT-Stiftung fördert seit ihrer Gründung vor 5 Jahren Forschung, Lehre, Innovation und Akademisches Leben am KIT. Als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts finanziert die KIT-Stiftung ihre Aufgaben fast ausschließlich über Zuwendungen von Freunden/innen und Förderern/innen. Weitere Informationen über die KIT-Stiftung erhalten Sie bei der Geschäftsstelle der KIT-Stiftung oder unter www.stiftung.kit.edu.

 

 

Banner: Ausschnitt von La scuola di Atene, Raphael (1509-1511) / Wikipedia