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Begleitstudium "Angewandte Kulturwissenschaft" bis WS 2014/2015

Das Konzept

Das Studium der Angewandten Kulturwissenschaft ist ein überfachliches Begleitstudium und versteht sich als Ergänzung zum jeweiligen Fachstudium. Neben interdisziplinärem Grundlagenwissen werden an kulturwissenschaftlichem Denken orientierte Kompetenzen im Rahmen eines fachübergreifenden Orientierungswissens vermittelt, die für alle Berufe zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Das Konzept, Angewandte Kulturwissenschaft als Zusatzqualifikation anzubieten, ist nach wie vor bundesweit einzigartig. Es wurde bereits im Wintersemester 1990/91 eingeführt. Im internationalen Vergleich lehnt sich das Begleitstudium an das angloamerikanische Studium der Liberal Arts an.

 

Studieninhalte

Im Rahmen des Studiums der Angewandten Kulturwissenschaft erhalten Studierende einen fundierten Einblick in verschiedene kulturwissenschaftliche und interdisziplinäre Themenbereiche im Spannungsfeld von Kultur, Technik und Gesellschaft. Insgesamt 14 thematische Bausteine behandeln Bedingungen, Verfahren und Konzepte zur Analyse und Gestaltung grundlegender gesellschaftlicher Entwicklungsaufgaben.

Von besonderer Bedeutung ist dabei der Erwerb zusätzlicher praktischer und beruflicher Qualifikationen, z.B. für Führungsaufgaben, Tätigkeiten im internationalen Umfeld, Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und kulturorientierte Managementberufe. Lernformen in meist kleinen Seminargruppen vermitteln außerdem Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens, wie beispielsweise Recherche, wissenschaftliches Schreiben und die Präsentation von Arbeitsergebnissen. Im interdisziplinären Lernumfeld werden Teamarbeit, Argumentationstechnik und fachübergreifende Kommunikation geübt.

 

Zielgruppe

Das Begleitstudium steht den Studierenden aller Fakultäten des KIT offen. Auch Teilnehmende der Graduiertenkollegs sowie Doktorandinnen und Doktoranden können das Begleitstudium absolvieren. Dabei richtet es sich gleichermaßen an Studierende der Ingenieur-, Technik- und Naturwissenschaften wie auch der Geistes- und Sozialwissenschaften. Studierende der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) und der Staatlichen Hochschule für Musik (HfM) können ebenfalls am Begleitstudium teilnehmen. Hierdurch wird die interdisziplinäre Zusammensetzung des Lernumfeldes garantiert.  

Fächerverteilung Studierende im Begleitstudium in % Zeitraum: 2008-2013

Fächerverteilung Studierende im Begleitstudium in Prozent

Zeitraum: 2008-2013

 

 

 

Thinking outside the box

ZAK-Studierende über ihre Erfahrungen

Vor Nebenwirkungen wird gewarnt! Gelegentlich kann ein Begleitstudium am ZAK auch dazu führen, dass man die Lust am Hauptstudium verliert. Die Kulturwissenschaft steckt voller Überraschungen.

Beitrag von Julia Kölmel (studentische Mitarbeiterin Radio KIT)

Download der mp3-Datei | Weitere Audio Beiträge Radio KIT

Studienanforderungen

Das Begleitstudium umfasst insgesamt 12 SWS und ein zweiwöchiges Praktikum. Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss sind:

  • Teilnahme an der Ringvorlesung „Einführung in die Angewandte Kulturwissenschaft” (jeweils im WS)
  • Bearbeitung eines Seminarthemas (Vortrag und schriftliche Ausarbeitung) in 5 frei wählbaren Studienbausteinen
  • Nachweis eines Praktikums im Bereich Kultur, Soziales oder Medien (mind. 2 Wochen) Praktikumsstellen am ZAK
  • mündliche Abschlussprüfung von insgesamt 45 Minuten in zwei Studienbausteinen

Einzelheiten zu den Studienanforderungen sind in den Richtlinien des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zum Erwerb des Zertifikats „Begleitstudium Angewandte Kulturwissenschaft“ geregelt, die am ZAK erhältlich sind.

 

Studienabschluss

Nach erfolgreichem Abschluss des Begleitstudiums erhalten Studierende ein benotetes Zertifikat und ein Zeugnis des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

 

Anmeldung

Für eine Teilnahme am Begleitstudium ist eine schriftliche Anmeldung erforderlich. Das Anmeldeformular können Sie hier herunterladen, ausfüllen, abspeichern und an stg∂zak.kit.edu senden. Alternativ können Sie das ausgefüllte Formular auch im Sekretariat des ZAK abgeben. Die Anmeldung ist jederzeit möglich.

Anmeldeformular

 

Leitfaden für Seminararbeiten

Zur Anleitung und Unterstützung bei der Erstellung von Seminararbeiten steht ein Leitfaden zur Verfügung.

 

Die Bausteine im Überblick

BS 1 - Grundzüge moderner Kulturinstitutionen
Der Begriff Kulturinstitutionen umfasst ein breites Spektrum an kulturellen Einrichtungen, von Museen und Bibliotheken über Theater bis zu Kinos. In den Seminaren werden die historische Entwicklung verschiedener Kulturinstitutionen aufgezeigt sowie Probleme der Gegenwart und Zukunftsperspektiven erörtert. Die Entstehungsgeschichte und die Erscheinungsformen dieser kulturellen Einrichtungen zeigen die Anpassung an den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel. Dies wird auch durch das Selbstverständnis dokumentiert, mit dem sie heutzutage genutzt werden. Zur Veranschaulichung der Seminarthemen dienen Diskussionen mit Praktikern und Fachleuten „vor Ort“.

 

BS 2 - Historische Dimensionen der Kulturpraxis / Kulturelles Erbe
Jeder Gesellschaft liegt ein kulturelles Erbe zugrunde, das immer noch weite Teile unseres Denkens und Handelns bestimmt. Viele Institutionen der Kulturarbeit befassen sich daher mit der geschichtlichen Dimension und dem Erhalt von Kultur. Die mögliche Verbindung von materiellem und geistigem Kulturerbe in der Praxis ist Gegenstand der Diskussion. In den Seminaren wird zudem die Bedeutung der Vergangenheit für unsere Gegenwart praktisch veranschaulicht und die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit des kulturellen Erbes thematisiert. Darüber hinaus wird herausgearbeitet, wie man sie erkennt und präsentiert.

 

BS 3 - Medienkommunikation
Medienkompetenz zählt zu den wichtigsten Schlüsselqualifikationen einer demokratischen Gesellschaft. War der Umgang mit Medien traditionell durch die drei Pole Meinungsfreiheit, staatlicher Bildungsauftrag und strategische Wirkungsabsicht bestimmt, stellt dies heute keine hinreichende Beschreibung mehr dar. Als neue, wichtige Elemente der Medienkommunikation sind Wandel der technischen Grundlagen, Globalisierung, Deregulierung und Ökonomisierung hinzugekommen. In den Veranstaltungen wird die historische Entwicklung der Medien als politisches Handlungsfeld thematisiert. Daneben wird die Frage erörtert, welche Probleme, aber auch Chancen sich aus einer globalisierten Medienkommunikation ergeben. Stichworte wie Informationsflut, Auswahlkompetenz, Interpretationsfähigkeit und multimediale Lernsysteme werden unter Berücksichtigung kultureller, sozialer und politischer Dimensionen diskutiert.

 

BS 4 - Interkulturelle Kommunikation / Interkulturelles Lernen / Multikulturalität
Kultur ist stets ein Ergebnis von schöpferischer Auseinandersetzung, Assimilation und Integration anderer Kulturen. Probleme ergeben sich dadurch, dass gerade in einer multikulturell geprägten Gesellschaft das Verständnis fremder Kulturen immer schwerer fällt. Einerseits soll die Integration und Verständigung zwischen den Kulturen vorangetrieben werden, andererseits besteht das Recht auf eine eigene Entwicklung auf der Grundlage universeller Menschenrechte. Im Zeitalter von Globalisierung und weltweiter Migration gewinnen Fragen und Probleme von interkultureller Kommunikation und Zusammenleben immer mehr an Bedeutung. Das Miteinander der Kulturen, die Veränderung der Werte und Normen von Minderheit und Aufnahmegesellschaft sind Schwerpunktthemen, die in den Lehrveranstaltungen thematisiert werden. Zudem werden die Regelung von Konflikten und die Anpassung an den dynamischen Prozess des Kulturwandels diskutiert.

 

BS 5 - Wissenschaft und Kultur
Thematisiert wird das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Kultur. Diese zwei Faktoren bedingen sich insofern, als dass das Menschenbild und seine Sichtweisen sehr stark vom jeweiligen Entwicklungsstand der Wissenschaften und ihren vorherrschenden Paradigmen geprägt sind. Diese Prägung schlägt sich zum Beispiel in der Kunst, der Literatur oder der Musik nieder. Umgekehrt ist Wissenschaft selbst Teil und Ausdruck einer kulturellen Praxis. Im Rahmen der Veranstaltungen finden eine Analyse der Wissenschaft im kulturellen Kontext sowie ihre Einbettung in den größeren Rahmen der gesellschaftlichen Ordnung statt. Dabei wird die Wissenschaft von verschiedenen Seiten betrachtet, unter anderem auch in ihrer Form als Erkenntnisunternehmen und gesellschaftliche Einrichtung. Ebenso werden die Erscheinungsformen der neuzeitlichen Wissenschaft thematisiert, wie etwa die realisierte Wissenschaft der Technik, sowie die kommerzialisierte Wissenschaft der Industrie.

 

BS 6 - Wertewandel / Verantwortungsethik
Schwerpunkte sind die wichtigsten Positionen der Wertphilosophie, die Verantwortungsethik und die Entstehung und Entwicklung von Technik-, Wirtschafts- und Wissenschaftsethik. Unter anderem wird auf die Problematik der Wert- und Normenkonflikte eingegangen und verschiedene Arten von Verantwortung (z.B. die Verantwortung eines Unternehmens) herausgearbeitet. Die Analyse des Wertewandels in gesellschaftlichen Systemen der Technik, der Wirtschaft und der Wissenschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Seminare. Dabei wird der Rolle der Integration ethischer Verantwortung in diesen Bereichen und den Grenzen und Möglichkeiten von beruflicher Rollenpflicht und Moral nachgegangen.

 

BS 7 - Kulturpolitik
Aus dem Selbstverständnis, einer Kulturnation anzugehören, wurde die Kultur mit dem Entstehen der Nationalstaaten zum Handlungsfeld öffentlicher Politik. Auf Grund des Ideals künstlerischer Freiheit wurde zugleich aber auch der Zugriff der Politik auf die Kultur eingeschränkt. Thematisiert werden die Gegenstände der Kulturpolitik im Wandel technologischer, ökonomischer und sozialer Veränderungen. Es wird der Frage nachgegangen, wer ihre Akteure sind, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen und wie die Aufgaben verteilt sind. Darüber hinaus wird der gesellschaftspolitische Stellenwert von Kultur unter veränderten demographischen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erörtert.

 

BS 8 - Kultursoziologie / Kulturwissenschaft / Cultural Studies
Grundlage dieser zum Teil multidisziplinär ausgerichteten Nachbardisziplinen ist der erweiterte Kulturbegriff. Dieser umfasst die Gesamtheit von Produkten, Wertorientierungen und Sinnzuschreibungen spezifischer menschlicher Gruppen. Kultur wird auf diese Weise zu einem sozialwissenschaftlichen Phänomen. Neben der Vermittlung von Hintergrundwissen über kulturtheoretische Thesen dienen die Seminare der theoretischen, der praktischen und der empirischen Auseinandersetzung mit kulturellen Phänomenen. Ziel ist es dabei, in die Ansätze und Methoden der Kulturanalyse einzuführen. Zudem werden die Studierenden mit verschiedenen Forschungsansätzen und ihren Resultaten bekannt gemacht. Die so genannte Hochkultur wird dabei ebenso thematisiert wie die Alltags- und die Populärkultur.

 

BS 9 - Kulturökonomik / Kulturmanagement
Über ihre gesellschaftliche Funktion hinaus kommen Kunst und Kultur eine immer stärkere ökonomische Bedeutung zu. Dabei ist der Kultursektor ein zunehmend bedeutender Wirtschaftsfaktor. Die Zunahme der Umsätze mit entsprechenden Auswirkungen auf die Beschäftigung und die steigende Bedeutung von Kultur als Standortfaktor machen diese Entwicklung deutlich. Die Volkswirtschaft hat auf diese Tendenzen mit dem noch jungen Forschungsgebiet der Kulturökonomik reagiert. Privatwirtschaftliche Rechtsformen und betriebswirtschaftliche Methoden gewinnen im Management von Kultureinrichtung immer größere Bedeutung. Im Baustein werden verschiedene Managementtools für Kulturunternehmen untersucht. Dabei wird problematisiert, inwiefern betriebswirtschaftliche Methoden wie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement, die sich in der freien Wirtschaft bewährt haben, in den Kulturbereich übertragbar sind.

 

BS 10 - Architektur und Stadtplanung als Kulturpraxis
Der Kulturbereich Architektur ist geprägt durch eine enge Beziehung zu den anderen bildenden Künsten, aber auch durch wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturen, Ideologien oder Staatsformen. Im Rahmen des Bausteins werden daher die Möglichkeiten und Grenzen einer politischen, soziologischen und kulturellen Interpretation von Architektur aufgezeigt und hinterfragt. In den Veranstaltungen werden Grundlagen der Stadtplanung, historische und aktuelle Städtebaukonzeptionen wie auch Ökonomie und Leitbilder der heutigen Stadt vorgestellt. Hierbei werden die vielfältigen Kriterien für die Planung und mögliche Lösungsansätze diskutiert.

 

BS 11 - Arbeitswissenschaft
Die Arbeitswissenschaft beschäftigt sich mit der Analyse, Beurteilung und Gestaltung menschlicher Arbeit und den technischen, organisatorischen und sozialen Bedingungen von Arbeitsprozessen. Sie ist interdisziplinär orientiert und umfasst Humanwissenschaften sowie physikalische, ingenieurwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Disziplinen. Der Studienbaustein bietet die Möglichkeit, Konzepte zur Entwicklung der Leistungsfähigkeit zu erstellen und Programme zur Organisation und Unternehmensführung zu erarbeiten. Weitere Themenbereiche sind neue Managementformen, die Personalpolitik im gesellschaftlichen und unternehmenspolitischen Prozess, personalpolitische Planungsinstrumente und Personalstrukturen.

 

BS 12 - Theorie und Praxis der Kulturästhetik
Der Baustein umfasst historische wie aktuelle Reflexionen zur Wissenschaft und Lehre vom Schönen. Herausgearbeitet werden die ästhetischen Theorien, z.B. von Schiller oder Adorno, die der allgemeinen kulturpolitischen Praxis zugrunde liegen. Die Entwicklungsgeschichte der deutschen Kultur wird bis zur Kultur in der modernen Industriegesellschaft behandelt. Die kulturkritische Betrachtung widmet sich der Dialektik des Ästhetischen, deren innere Gegensätzlichkeit z.B. als Warenästhetik oder allgemein als Anästhetisierung zu Tage tritt. Ausgewählte historische und aktuelle Texte dienen als Einstieg in die theoretischen Grundlagen kulturpolitischer Praxis und kultureller Institutionen. Neben dem Diskurs über Prinzipielles stehen die Fallstudienmethode – als sinnliche Erschließung von Gedankenräumen – und verschiedene Formen, um konkrete Einblicke in die Kulturpraxis zu erhalten.

 

BS 13 - Allgemeine Ökologie / Umwelt- und Ressourcenökonomie
Durch die stetig steigende Produktion und Konsumtion werden immer mehr Naturressourcen verbraucht und die Umwelt in immer stärkerem Maße belastet. Der Studienbaustein hat zum Ziel, die Zusammenhänge zwischen Ökonomie und Ökologie sowie deren kulturelle und soziale Bedingtheit aufzuzeigen. Darüber hinaus werden die systemimmanenten Ursachen für das Auftreten und Anwachsen von Umweltbelastungen und Ressourcenverbrauch erläutert. In diesem Baustein wird vor allem auf aktuelle umweltpolitische Diskussionen eingegangen, um hierbei auch die Aufgaben der Politik im Umweltbereich zu diskutieren. Die Bedeutung von kulturell geprägten Einstellungen und Verhaltensweisen sowie deren Beeinflussbarkeit und Wandel über die Zeit stehen dabei im Vordergrund.

 

BS 14 - Technikentwicklung / Technikgeschichte
Die Veranstaltungen behandeln neben der Methodologie des Fachs Technikgeschichte den Themenkomplex der historischen Umweltforschung in seiner Verbindung zur Technikgeschichte. Hierbei stehen sowohl die programmatischen Arbeiten zur Umweltgeschichte als auch konkrete Fallstudien auf dem Programm. Als konkrete Themen werden Sachverhalte wie Technikgenese und Technologiepolitik, Steuerung des technischen Wandels oder Ressourcen schonende Technologiepolitik zur Diskussion gestellt. Es werden zudem sozialwissenschaftliche Perspektiven der Technikentwicklung, Fragen der Steuerbarkeit des technischen Wandels sowie technologiepolitische Fragestellungen behandelt. Dies führt in die Theorie und Praxis industrieller Innovationen ein. Zugleich wird ein Einblick in damit zusammenhängende sozioökonomische und politisch-rechtliche Probleme vermittelt.