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InsideScience-Weblog

Sie können unser Projekt auf dem InsideScience-Weblog verfolgen. Dort finden Sie interessante Beiträge über Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation - zum Mitdenken und Mitdiskutieren.

Call for Papers - Public Science und neue Medien

Die Rolle der Web 2.0-Kultur in der Wissenschaftsvermittlung.

Internationale Tagung des DFG-geförderten Projektes
„InsideScience: Öffentliche Wissenschaft in Sonderforschungsbereichen“


 Call for Papers

 

Datum:
3.-4. Dezember 2011

Ort:
ZKM Karlsruhe

Veranstalter:
ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am KIT
Presse, Kommunikation, Marketing (PKM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

 

Thema und Fragestellung

Das Web 2.0 und insbesondere Social Media verändern die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse tiefgreifend. Heutzutage hält das Internet ein ungefiltertes Angebot an wissenschaftlichen Informationen bereit, welches von jedem Individuum genutzt und beeinflusst werden kann. Noch vor knapp zwei Jahrzehnten stellten Fernseh-, Radiosendungen und Wissenschaftsmagazine die einzigen Kanäle für die informelle Bildung der Gesellschaft dar. Dabei entstand ein stark einseitiges Verhältnis, da die Rezipienten nur über wenige Rücksendekanäle verfügten.

Auch das Internet enthielt in der Anfangszeit kaum interaktive, kollaborative Elemente und funktionierte weitgehend wie ein klassisches Massenmedium. Durch die Verbreitung von Web 2.0 Technologien wie Feeds, Content-Management-Systemen und Video-On-Demand sind heute jedoch neue partizipative Informationsstrukturen und Dialogformen möglich. Soziale Netzwerke, Blogs, Wikis, Foren und Podcasts haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass sich im Internet eine eigene Informationskultur entwickelt, die die traditionelle Theatersituation der Massenmedien aufbricht und offene Netzdialoge (Vilém Flusser) ermöglicht.

Mit dem Web 2.0 ist einerseits eine „selbstorganisierte Wissenschaftskommunikation“ entstanden, die man zum größten Teil in der Blogosphäre verorten kann, andererseits ist die institutionsgebundene Wissenschaftskommunikation, insbesondere die Öffentliche Wissenschaft (Public Science) vielfältiger und attraktiver geworden,  steht jedoch vor der Herausforderung, einen offenen und kritischen Dialog zu betreiben. Um im Internet sichtbar zu werden, muss die Academia ihre starre Definitionshoheit teilweise aufgeben und eine verständliche Sprache entwickeln, die nicht nur Akzeptanz und Faszination für die Forschung weckt, sondern vor allem die Grundlage für einen öffentlichen Diskurs bildet. Immer mehr Wissenschaftsinstitutionen machen daher in sozialen Netzwerken auf ihr eigenes Programm aufmerksam richten Videoportale mit eigenem Content ein oder twittern ihren Veranstaltungskalender und weitere Informationen. Aber ist es damit getan? Welche Strategie eignet sich hierzulande, um Diskurse zu initiieren und zu fördern?

Diese Frage stellt sich auch für die Institution Museum. In der Anfangszeit des Web 2.0 war es nicht klar, welche Rolle das Museum als Autorität des Bewahrens und Tradierens zukünftig  übernehmen würde. Das Web 2.0-Prinzip der uneingeschränkten Teilhabe kollidierte mit traditionellen Vorstellungen von Qualität und Kommunikation. Nun greifen viele Museen auf Web 2.0-Konzepte zurück und entwickeln neue Kommunikationsstrategien, die partizipative Herangehensweisen berücksichtigen. Als informeller Lernort hat das Museum in den neuen Medien ein großes Potenzial entdeckt aber wie sieht es mit echter Partizipation aus? Und wie wird Wissenschaft in diesem Rahmen vermittelt?

Angesichts dieser Situation stellen sich folgende Kernfragen, die im Rahmen der Tagung „Public Science und neue Medien“ diskutiert werden sollen:

  • Kann man Inhalte produzieren, die kritisches Denken fördern ohne die Meinung der Öffentlichkeit zu manipulieren? Oder sind institutionalisierte Partizipationsangebote im Internet von vornherein einer Programmatik untergeordnet? Wie wandelt sich die Rolle der Akteure institutioneller Wissenschaftsvermittlung?

 

  • Welche Formen der Einbeziehung ergeben sich in informellen Lernsettings im Internet und Museum? Kommt es aufgrund neuer Beteiligungsmöglichkeiten an der Forschung zu einer besseren Ko-Evolution von Wissenschaft und Gesellschaft?

 

  • Inwieweit entwickeln sich Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu sozialen Netzwerken und mit welchen Zielen? Welche Rolle übernehmen Wissenschaftsvideoportale in der Verbreitung von Online-Diskursen? 

 

  • Welche Implikationen bringt die näher rückende Etablierung des semantischen Netzes (Web 3.0) für die unabhängige und die institutionelle Wissenschaftskommunikation? Welche Zukunft haben in diesem Zusammenhang Netzwerk-orientierte Wissensräume?

 

  • Und nicht zuletzt: Welche Methoden dienen der Evaluation dieser Prozesse und wie fließen die Ergebnisse in die Forschung und ggf. in das politische Handeln ein?


Im DFG-geförderten Projekt InsideScience untersuchen das ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale und die Dienstleistungseinheit Presse, Kommunikation und Marketing (PKM) am KIT praxisnah seit Juli 2010, wie die Ziele der „Öffentlichen Wissenschaft“ über Online-Filmportale, internetgerechte Filmformate und die Nutzung moderner partizipativer Kommunikationsformen (z.B. Blogs, Foren, Soziale Netzwerke usw.) verwirklicht werden können. Anhand dieser Untersuchungen entwickeln ZAK und PKM in Zusammenarbeit mit zwei Sonderforschungsbereichen ein Filmportal, auf dem internetgerechte Filmformate und partizipative Kommunikationsmöglichkeiten angeboten werden sollen.

Ein besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die Erprobung neuartiger Formen der Wissensrepräsentation (Hyperfilm und Semantische Netze) und Wissensvermittlung (systemisch-konstruktivistischer Ansatz) durch Filme und die Frage, wie Wissen in sozialen Netzwerken über öffentliche Diskurse im Internet konstruiert wird.

Neben der Erschließung des virtuellen Raumes (Internet) beschäftigen wir uns auch mit Strategien, um unsere Filme in „öffentliche Räume“ wie z.B. Museen zu tragen. Hierzu entwickeln wir ein eigenes interaktives Exponat und untersuchen dessen Eignung für die Zielsetzungen der „Öffentlichen Wissenschaft“. Das Projekt wird durch ein Schulprogramm abgerundet, in dem Schülerinnen und Schüler sich an ähnlichen Prozessen der Wissenschaftsvermittlung beteiligen.

Bei der interdisziplinären Tagung „Public Science und neue Medien. Die Rolle der Web 2.0-Kultur in der informellen Wissenschaftsvermittlung“  wird auch die bisherige Umsetzung des Projektes InsideScience der Fachwelt vorgestellt.

Für folgende Themenbereiche sind Beiträge willkommen:

I. Vermittlung von Grundwissen zur Förderung von kritischem Denken und Partizipation
II. Bisherige Rolle und Zukunft der E-Partizipation in der Wissenschaft
III. Übertragbarkeit der Web 2.0-Kultur auf reale Kontexte im Museum und andere informelle Lernsettings
IV. Webvideoportale und deren Nutzen für die Wissenschaftsvermittlung
V. Einfluss von Social Media auf die Wissenschaft und Verlauf von Diskursen in Sozialen Netzwerken
VI. Evaluation von Projekten mit Partizipationsansatz
Wir laden Sie hiermit herzlich ein, am Call for Papers teilzunehmen und Ihre Fachkenntnisse in die Tagung einzubringen.

 

 

Zeitplan und weitere Infos

Einreichung der Abstracts bis zum 17. Juni 2011 31. Juli 2011

Begutachtung der Abstracts bis 15. Juli 2011 15. August 2011

Einreichung der Beiträge bis zum 14. Oktober 2011

Die Beiträge sind in elektronischer Form einzureichen an: insidescience∂zak.kit.edu
Weitere Details über Layout und Zitierweise der Beiträge entnehmen Sie bitte unserem Style Sheet.
Mit den teilnehmenden Beiträgen soll ein Tagungsband publiziert werden.
Wir bemühen uns um einen finanziellen Zuschuss für  teilnehmende Doktorandinnen und Doktoranden.

Sie können den Call for Papers hier herunterladen.

 

Ansprechpartner:
Jesús Muñoz Morcillo M.A. und Stephan Breuer M.A.
Tel.: +49 721 608-48251, insidescienceXlx2∂zak kit edu
   

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Caroline Y. Robertson-von Trotha,
Direktorin des ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale am Karlsruher Institut für Technologie (KIT)