Home | English | Impressum | Datenschutz | Sitemap | KIT
ZAK Logo
Theo Steiner

Dr. Theo Steiner

Kulturtheoretiker und -vermittler
theo steinerLwc0∂tukul de


Lehrveranstaltungen am ZAK

SS 2010 Wissenschaft und Kunst, zwei Nachbardisziplinen
WS 2009/10 Körper + Text = Kunst
SS 2009 Wissenschaft und Kunst, zwei Nachbardisziplinen
WS 2008/09 Die zweibeinige Maschine. Der Körper im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
SS 2008 Wissenschaft und Kunst, zwei Nachbardisziplinen
WS 2007/08 Die Wissenschaft und ihre Kritiker
SS 2007 Wissenschaft und Kunst - zwei Nachbardisziplinen
WS 2006/07 Die Wissenschaft und ihr Publikum
SS 2006 Wissenschaft und Kunst - zwei Nachbardisziplinen

Curriculum Vitae

Erst studierte ich Philosphie und Soziologie in Graz, Neapel und New York. Bei Rudolf Haller (Graz) habe ich mit einer Arbeit zum Verhältnis von Wissenschaft und Kunst promoviert. Mein Beruf ist der eines Kulturtheoretikers und -vermittlers: ich habe Ausstellungen kuratiert und transdisziplinäre Symposien - zu Themen wie Kunst in der Ereignisgesellschaft, Unsere barbarische Gegenwart oder Gentechnik als Utopie. Im Moment lebe ich als freier Autor und Kurator in Heidelberg.

Besonders freue ich mich immer über Gelegenheiten zum Unterrichten, so etwa 1999-2002 an der Universität für Angewandte Kunst (Wien) oder seit dem Sommersemester 2006 am ZAK (Karlsruhe). Als Gesprächspartner der Studierenden möchte ich bei konkreten Projekten ebenso wie theoretischen Fragen das Philosophieren praktizieren. Darunter verstehe ich das selbstständige Denken und das gemeinsame Diskutieren, nicht die theoretische Lehre eines philosophischen Wissens. Es geht also um die Haltung des offenen Weiterdenkens. Neben dem systematischen Argumentieren und Reflektieren sollen auch spielerische und experimentelle Methoden zum Tragen kommen. In den Worten Hartmut von Hentigs würde ich sagen, es kommt mir darauf an, den Studierenden (und mir selbst) "Anlässe für Einsicht und Freude" zu bieten.

Meine aktuellen Arbeitsschwerpunkte liegen im Schnittfeld zwischen Anthropologie, Ästhetik und Wissenschaftstheorie. Inhaltlich geht es hier um folgende Gebiete: Menschenbilder in der Moderne, Wissenschaft und Kunst als Grundformen der Weltaneignung und -darstellung, Paradigmenwechsel in der Kunst.

Warum aber beschäftige ich mich immer wieder mit Wissenschaft und Kunst im Vergleich? Wissenschaft und Kunst sind zwei grundlegende Formen, in denen wir uns die Welt aneignen. Mit iher Hilfe stellen wir die Welt, unser Bild von ihr, dar. Dabei trachtet die Wissenschaft danach, die untersuchten Verhältnisse möglichst zu versachlichen. Die Kunst dagegen widmet sich dem, was sich vermenschlichen lässt. Sie sensibilisiert uns für die Wahrnehmung der Wirklichkeit, bricht durch Verfremdungen unsere Gewohnheiten und erweitert den Wirklichkeitsraum. Dadurch, dass wir sie erleben, ausüben und uns intellektuell mit ihr auseinandersetzen, lernen wir durch die Kunst: Sie gibt uns Anreiz und Anlaß, uns zu bilden, das heißt, uns als Menschen zu formen. Und diese Aufgabe erfüllt die Kunst seit dem Beginn des "Projekts Menschwerdung"(G.C. Weniger).

Veröffentlichungen

Buch Theo Steiner"Duchamps Experiment. Zwischen Wissenschaft und Kunst" im Wilhelm Fink Verlag.

Theo Steiner, DUCHAMPS EXPERIMENT. Zwischen Wissenschaft und Kunst Revolution, Innovation, Paradigmenwechsel: Niemand verkörpert die Aufbruchsstimmung des jungen 20. Jahrhunderts und die Nähe von Wissenschaft und Kunst besser als Marcel Duchamp. Mittlerweile sind Avantgardismus und wissenschaftlicher Fortschritt vielfach unter Kritik geraten. Welche Relevanz besitzt Duchamps Experiment da noch für unsere Gegenwart?

Mit genauer Kenntnis aktueller wissenschaftlicher Theorien und Experimente wurde Duchamp zur treibenden Kraft eines Paradigmenwechsels in der Kunst.
Für seine Alternative zum theoriefernen Augenkitzel der »Genies« orientierte er sich am Modell der Wissenschaft. Zugleich aber polemisierte er gegen deren Wahrheitsansprüche und denunzierte die Naturgesetze als bloße Mythen. Diese scheinbare Widersprüchlichkeit spiegelt sich in den Interpretationen seines Werks. War er nun Apologet der wissenschaftlichen Moderne oder Vorläufer postmoderner Wissenschaftskritik?

Theo Steiners Studie belegt detailliert, wie Duchamp Affirmation und Kritik der Wissenschaft für seine Revolution der Kunst genutzt hat. Skeptische Grundlagenforschung, die Verknüpfung von Wissen und Imagination, von Ernsthaftigkeit und Spiel macht Duchamps Experiment darüber hinaus interessant für unsere sich weiter modernisierende Gegenwart mit ihrer »unersättlichen Neugier«.

Duchamps Experiment. Zwischen Wissenschaft und Kunst 2006. 320 Seiten, 9 s/w Abb., kart.
Wilhelm Fink Verlag
€ 39,90.- ISBN 3-7705-4303-3